Es war ein Sonntag zum Vergessen für den FC Basel und YB. Die Basler unterlagen beim FC Luzern trotz 2:1-Führung nach drei späten Gegentreffern noch mit 2:4, die Berner verloren im Wallis gegen Sion mit 1:3. Die vor der Saison meistgenannten Meisterfavoriten haben die Tabellenspitze definitiv aus den Augen verloren und kämpfen nun um die Teilnahme an der Championship Group.
In der Verantwortung ist sowohl beim FCB als auch bei YB nicht mehr der gleiche Trainer wie noch zu Saisonbeginn. Ludovic Magnin musste am Rheinknie Ende Januar gehen, Giorgio Contini wurde in Bern bereits Ende Oktober entlassen. Ein möglicher «Trainereffekt» trat aber nicht ein – im Gegenteil:
- Ludovic Magnin kam in 33 Partien als FCB-Trainer (Meisterschaft, Cup und Europacup) auf einen Punkteschnitt von 1,58. Nachfolger Stephan Lichtsteiners Punkteschnitt ist mit 0,57 nach 7 Partien deutlich tiefer. Dazu kommen das Out im Cup und in der Europa League.
- Giorgio Contini stand 42 Partien lang an der YB-Seitenlinie, dabei sammelte er im Schnitt 1,76 Zähler. Gerardo Seoane kommt klar nicht an diesen Wert ran. Er holte lediglich 1,05 Punkte im Schnitt, so wenig wie zuvor noch nie in seiner Trainerkarriere.
Mentalität als Problem?
Gerade bei Lichtsteiner, der erst einen Sieg feiern konnte, schrillen so langsam die Alarmglocken. Nach der Niederlage in Luzern brauchte der ehemalige Nati-Captain einige Minuten, um sich zu sammeln. Im emotionalen Interview danach hielt er sich mit Kritik dennoch nicht zurück.
«Ich bin unglaublich enttäuscht», sagte der 42-Jährige. «Ich habe in der ersten Halbzeit null Mentalität gesehen.» Danach sei es zwar kurz besser geworden, «aber dann treffen wir wieder Fehlentscheidungen, arbeiten nicht zurück, verteidigen nicht. Das ist eine Mentalitätsfrage.»
Europa in Gefahr
Diese Mentalität muss beim FCB schnellstmöglich zurückkehren. Noch liegt der 3. Platz, der Ende Saison eine Europacup-Teilnahme garantiert, nur sechs Punkte entfernt. Damit könnte eine verkorkste Saison des Meisters zumindest noch halbwegs gerettet werden.
Für YB wird der Weg nach Europa noch steiniger. Viel eher wird sich das Seoane-Team langsam nach hinten absichern müssen. Der FC Luzern ist mit drei Siegen in Folge plötzlich an die Top 6 herangepirscht und liegt nur noch drei Zähler zurück. In zwei Wochen kommt's zum Direktduell – es würde nicht überraschen, wenn die Innerschweizer den Gegner in der Tabelle dann überholen würden.