Der Frust sitzt tief, als die Aarauer am Freitagabend auf das anstehende Duell mit GC angesprochen werden. Soeben hat das Team einmal mehr eine gute Ausgangslage ungenutzt verstreichen lassen und vor heimischem Publikum eine 2:0-Führung verspielt. Statt nach elf Jahren in der Challenge League die Rückkehr in die Super League zu feiern, steht nun der schwierige Gang in die Barrage bevor. Und dort findet das erste Spiel bereits drei Tage später statt.
Dass die Barrage-Termine vorverlegt wurden, liegt daran, dass GC sein Heimspiel am ursprünglich vorgesehenen Datum nicht hätte austragen können. Der Letzigrund ist dann wegen eines Konzerts belegt. Deshalb setzte die Liga Ersatztermine an, was nun zu dieser speziellen Ausgangslage führt.
GC schont seine Spieler
Unverständlich sei, dass die Spielansetzung nun zum Nachteil des Challenge-League-Vertreters werde, sagte Verteidiger Serge Müller gegenüber dem Blick. Denn während Aarau am Freitag mit der besten Mannschaft antrat, konnte Gegner GC im bedeutungslosen Spiel vom Samstagabend das A-Team schonen.
Bei den Aarauern hiess es derweil, man müsse nun versuchen, die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg rasch abzuschütteln und den Fokus neu auszurichten. Die Hoffnung ist nun, dass der Frust über das eigene Unvermögen und die vermeintliche Ungerechtigkeit in zusätzliche Energie umgewandelt werden kann. Trainer Brunello Iacopetta meinte, es sei «gut, dass es gleich losgeht». Er baue im Brügglifeld auf die «tollen Fans»: «Sie haben uns die ganze Saison begleitet, das kann ein unglaublicher Vorteil sein.»
Captain Marco Thaler erwartet ein angriffiges GC: «Sie werden versuchen, uns mit Intensität zu überfahren, denken, sie können Vollgas kommen. Dann müssen wir zeigen, dass wir ready sind.»
Statistik spricht für den Super-League-Klub
Der Blick in die Statistik spricht gegen Aarau: In den 16 Barrage-Duellen seit 2004 setzte sich elfmal das Team aus der Super League durch. Diese Erfahrung hat auch der FC Aarau bereits gemacht: Von den bisherigen vier Barrage-Teilnahmen endete nur jene erfolgreich, in der Aarau als Super-League-Klub antrat. Als Challenge-League-Vertreter scheiterte der FCA dagegen dreimal. Unvergessen bleibt das Duell vor sieben Jahren gegen Xamax, als die Aarauer im Rückspiel ein 4:0-Polster aus dem Hinspiel verspielten.
Für GC ist es die dritte Barrage in Folge – die zweite gegen Aarau. Anders als der Gegner konnten sich die Zürcher in Ruhe auf die Aufgabe vorbereiten. Wie schwer dieser Vorteil tatsächlich wiegt, wird sich auf dem Platz zeigen.