Seit mittlerweile 11 Jahren spielt der FC Aarau, seines Zeichens dreifacher Schweizer Meister, in der Challenge League. Am Freitagabend hätte es «nur» einen Heimsieg im restlos ausverkauften Brügglifeld (8450 Fans) gebraucht und der FCA wäre erstmals seit der Saison 2014/15 wieder erstklassig gewesen. Doch Yverdon erwies sich, nicht ganz überraschend, als zäher Gegner – und verhinderte mit einem 2:2 den Aarauer Aufstieg.
Statt einer Freinacht gab es – mal wieder – grosse Ernüchterung. Nicht zum 1. Mal in den letzten Jahren verspielte der FC Aarau – notabene vor eigenem Publikum – eine vielversprechende Möglichkeit kurz vor dem grossen Ziel. Der Eindruck eines «Aarauer Aufstiegsfluchs» drängt sich nahezu auf. Eine kurze Chronologie:
- Saison 2018/19: Der Fluch beginnt mit einem Donnerschlag. Aarau gewinnt das Barrage-Hinspiel gegen Neuchâtel Xamax auswärts mit 4:0. Doch im Rückspiel im ausverkauften Brügglifeld geht der FCA mit 0:4 unter – im Elfmeterschiessen behält Xamax mit 5:4 die Oberhand.
- Saison 2021/22: Jene Spielzeit erinnert an die aktuelle. Aarau führt die Challenge League vor dem letzten Spieltag an – mit 3 Punkten Vorsprung auf Winterthur und Schaffhausen. Doch dem FCA versagen im Brügglifeld mit 8000 Fans die Nerven – er verliert das letzte Spiel gegen Vaduz 1:2. Weil Winterthur und Schaffhausen gewinnen, fällt Aarau sogar auf Rang 3 zurück.
- Saison 2024/25: Auch vor einem Jahr träumt der FC Aarau gegen Saisonende hin von einem direkten Aufstieg. Dank einem leicht besseren Torverhältnis sind die Aargauer am 28. Spieltag Leader vor Thun. Weil der FCA aber in der 29. Runde im Brügglifeld gegen SLO nicht über ein 2:2 hinauskommt (es ist eines von 7 Remis in Serie) und die Berner Oberländer gewinnen, gibt es an der Tabellenspitze einen Wechsel. Aarau gewinnt von den letzten 8 Spielen nur noch eines – auswärts bei Étoile Carouge – und hat dann in der Barrage gegen GC keine Chance.
Gibt es doch noch ein Aarauer Happy End?
Noch ist aber nicht aller Tage Abend und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Die Aarau-Akteure haben nun 2 Tage Zeit, den Kopf zu lüften und sich bestmöglich auf das Barrage-Hinspiel vorzubereiten. Das Ziel ist natürlich, es besser zu machen als vor einem Jahr. Als Gegner warten erneut die Grasshoppers.
Die Zürcher haben – aufgrund der Vorverschiebung der Barrage – noch einen Tag weniger, um sich auf den Kampf um den Klassenerhalt einzustellen. Sie bestreiten am Samstagabend das letzte Spiel in der Relegation Group bei Lausanne-Sport. Wobei: GC-Trainer Peter Zeidler wird eine verstärkte U21-Mannschaft in das Geisterspiel im Stade de la Tuilière schicken. Die restlichen GC-Spieler werden sich physisch und psychisch so vorbereiten, dass nicht wie vor einem Jahr auf dem Brügglifeld eine 0:1-Niederlage resultiert.