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«Haben nicht früh genug auf die Spieler gehört»
Aus Sport-Clip vom 06.06.2020.
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Rassismus im Football NFL-Boss: «Wir lagen falsch»

Die Rassismus-Debatte kocht auch im American Football hoch. Nur einer beharrt auf seiner Position.

NFL-Commissioner Roger Goodell hat den bisherigen Umgang der Liga mit den Spielerprotesten gegen Rassismus und Polizeigewalt als falsch bezeichnet. «Wir, die NFL, geben zu, dass wir in der Vergangenheit falsch gelegen haben. Wir haben unseren Spielern nicht zugehört und haben sie nicht ermutigt, sich zu äussern und friedlich zu protestieren», sagte Goodell in einer Videobotschaft, die über die sozialen Medien verbreitet wurde.

Am Donnerstag hatten viele prominente Spieler, darunter Super-Bowl-Gewinner Patrick Mahomes, die NFL aufgefordert, endlich klar Stellung zu beziehen, Rassismus zu verurteilen und die Proteste zu unterstützen. Der Tod des Schwarzen George Floyd nach einer Festnahme in Minneapolis hat in den USA eine Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst.

Kaepernick als Vorreiter

Goodell gab damit indirekt dem ehemaligen Quarterback Colin Kaepernick Recht. Dieser war ab 2016 während der Nationalhymne, die vor jedem Spiel ertönt, auf die Knie gegangen und hatte so gegen den Alltagsrassismus protestiert. Damals hatte Goodell die Aktion noch kritisiert.

Zuletzt hatte Star-Quarterback Drew Brees eine spektakuläre Kehrtwende vollzogen. Zum Thema Niederknien sagte er zunächst: «Ich werde nie einer Meinung sein mit jemandem, der respektlos gegenüber der Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika oder unserem Land ist.»

Nachdem eine Welle der Entrüstung über ihn niedergegangen war, entschuldigte sich Brees und sagte: «Es tut mir leid, ich werde es besser machen. Ich bin Teil der Lösung und ich bin euer Verbündeter.» Es bestehe massiver Bedarf an Veränderungen und mehr Gerechtigkeit für Afroamerikaner.

«Es geht nicht um die Flagge»

Brees' Entschuldigung stiess wiederum Präsident Donald Trump sauer auf: «Er hätte seine ursprüngliche Haltung über das Ehren unserer wunderschönen amerikanischen Flagge nicht zurücknehmen sollen», so Trump.

Der Quarterback der New Orleans Saints antwortete seinerseits: «Durch meinen andauernden Dialog mit Freunden, Teamkollegen und Führern der schwarzen Gemeinde habe ich erkannt, dass es nicht um die amerikanische Flagge geht. Es ging nie darum.»

Tagesschau, 5.6.2020, 19_30 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Ted Stinson  (Ted Stinson)
    Wäre schön, wenn Colin Kaepernick nun wieder eine Chance bei einem NFL-Verein erhalten würde, nachdem diese sich ja abgesprochen hatten, ihn nicht einzustellen! Eine Karriere wurde zerstört, und heute gibt sich jeder plötzlich so einsichtig... eine umfassende Aufarbeitung der damaligen Vorgänge und des Einflusses der Politik auf die Entscheidungen in der NFL wären ein guter Anfang!
    1. Antwort von David Wendel  (cyberdog)
      Ich bin mit Ihnen über die gespaltene Zunge der NFL in dieser Sache einig. Aber für Colin Kaepernick habe ich wenig bis kein Verständnis. Er hat Millionen mit dem umstrittenen Werbespot für Nike eingesackt. Und zu oft wird vergessen, dass er ein durchschnittlich begabter QB war. Einmal hat er es in den SB geschafft, aber v.a. wegen seiner Defense. Danach ist er und sein Team zu einer Luschentruppe verkommen und er wurde sogar auf die Ersatzbank versetzt. Das hatte nichts mit der Farbe zu tun.
    2. Antwort von Matthias Zimmermann  (_schwuppidup_)
      @David Wendel:
      Wenn man sich anschaut, wer da alles QB ist (bzw war) und vor allem auch als backup engagiert ist, dann hätte er aufgrund seiner fähigkeiten sehr wohl einen platz erhalten sollen. Er war im superbowl, das ist mehr als die meisten spieler jemals erreichen...
      Es wollte sich bloss niemand die finger verbrennen, das ist ziemlich klar. Ob er inzwischen noch fit und bereit ist, das kann ich nicht wirklich beurteilen (tendiere aber zu einem nein).
    3. Antwort von Jonas Baumgartner  (J. Baumgartner)
      Sehr geehrter Herr Wendel, Sie beurteilen Colin Kaepernick ganz schön kritisch. Sicher, er ist kein so talentierter Passer wie Brady oder Brees. Im Superbowl stand er aber sicher nicht nur wegen seiner Defense. Ein Quaterbackrating von 98,3 kriegt man nicht einfach so. Ein Jahr später stand er wieder kurz vor dem Superbowl und wurde im NFC Championship von den Seahawks ausgebremst. Zugegeben, das war kein tolles Spiel von ihm. 2014 und 2016 waren seine Stats nicht überragend aber ok.
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Rassismus - Extremismus - Radikalismus - Ausgrenzung..., das alles hat mit der Persönlichkeit, den erlernten Ansichten im Elternhaus, dem persönlichen Umfeld eines Menschen zu tun! Menschen, welche mit sich und ihrem persönlichen -und Berufsleben zufrieden sind, kümmern sich nicht um andere, anders denkende, lebende, friedfertige Menschen.
    1. Antwort von Silvio Fischer  (S.Fisch)
      Entschuldigen Sie,
      Ich habe ihren Post nun einige Male durchgelesen und fphle mich der deutschen Sprache überdurchschnittlich mächtig, aber... Ich verstehe schlichtweg nicht, was sie damit aussagen wollen. Oder bin ich gerade schief gewickelt??