Adelboden am Tag vor dem Weltcup-Wochenende. Der Himmel ist grau, doch eine weisse Decke legt sich über den Skiort und sorgt für eine besinnliche Stimmung. Alle Geräusche sind gedämpft – bis es Punkt 14 Uhr ganz still wird und anschliessend die Glocken der schmucken Dorfkirche zu läuten beginnen und der Schneefall genau dann zu einem Crescendo ansetzt. Trauerstimmung statt Jubel, Trubel, Heiterkeit.
Adelboden an diesem Freitag, das ist eben auch und vor allem der Tag der nationalen Trauer. Der Tag des Gedenkens an die Opfer der Brandkatastrophe in der Silvesternacht von Crans-Montana. Ein paar Dutzend Menschen haben sich auf dem Kirchplatz versammelt, die TV-Kamera eines italienischen Senders filmt die Szenerie, eine Frau steht da mit Blumen in der Hand und Tränen in den Augen.
Programm am Wochenende unverändert
Normalerweise würde am Freitag die Ruhe vor dem Sturm herrschen. Am Abend vor dem Rennen sollte im Zielgelände die grosse Sause steigen. Bei der Startnummernauslosung, im Athletendorf und Festzelt würde Partystimmung herrschen, das berühmte «Vogellisi» aus allen Lautsprechern zum Tanzen auffordern. Stattdessen: die grosse Stille.
Zunächst sollte das Zielgelände am Freitagabend geschlossen bleiben. Nun öffnete es aber für ein paar Stunden. Die Kapelle im Boden direkt im Festgelände bietet den Rahmen für besinnliche Momente mit pastoraler Unterstützung. Dazu gehören 40 elektrische Kerzen und eine Grossleinwand mit bewegenden Bildern der traurigen Art.
Wie wird die Stimmung bei den Rennen?
Ob die Stimmung an den beiden Renntagen anders sein wird als in den letzten Jahren, wagt keiner vorherzusagen. Der Samstag wird zeigen, ob in Adelboden wieder die berühmte Chuenisbärgli-Feststimmung herrscht. Die Bars und Restaurants im Dorfkern sind am Freitagabend jedenfalls gut gefüllt. Dennoch: «Courant normal» ist sicher noch weit weg.