Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Streaming-Tipp Ist Geld Männersache? – Warum Frauen fast immer ärmer sind

Gleiche Bedingungen für alle? Von wegen! Frauen sind auch heute noch Opfer von unsichtbaren Mechanismen, die ihre ökonomische Sicherheit gefährden.

Schon Jungs fordern mehr ein

Die Gründe dafür sind komplex. Schon Kinder stehen unterschiedlich zu Geld. Eine Kindertherapeutin bestätigt: «Jungs sagen oft unverblümt, sie wollen später viel verdienen. Von Mädchen höre ich das so gut wie nie.»

Die Geschlechterforschung nimmt an, dass unbewusste Prägung resolute Jungs und bescheidene Mädchen hervorbringt. Bei genauem Hinsehen tritt Unerwartetes zutage.

Mütter ziehen unbewusst mit

Jugendliche beziehen zwar unabhängig vom Geschlecht gleich viel Taschengeld, aber die Eltern geben 18-jährigen Jungen innerhalb eines Jahres rund 200 Franken mehr als den gleichaltrigen Mädchen: 

Wieso passiert so etwas? Jungs verlangen wesentlich häufiger separat Geld für Kino, Kleidung und dergleichen. Und oft sind es ausgerechnet Mütter, die auf diese Weise unbewusst Söhne üppiger finanzieren.

Schieflage globalen Ausmasses

Weitet man den Fokus von der Familie auf die Gesellschaft aus, zeigen sich weitere Sachverhalte, die Frauen benachteiligen:

  • Gemäss einer Umfrage bevorzugen weltweit 90 % der Menschen männliche Führungspersonen.
  • Global gesehen besitzen Männer 105 Billionen US-Dollar mehr Vermögen als Frauen.
  • Frauen verdienen im Schnitt im Laufe ihres Lebens nur ungefähr zwei Drittel so viel wie Männer. 

Geschlechterspezifisches Lohngefälle existiert in jedem Land der Welt. In der westlichen Welt kommt ein merkwürdiges Phänomen hinzu: Frauen mit sehr guten schulischen Leistungen ergreifen nicht die einträglichsten Berufe.

Wie tiefgreifend die Problematik ist, zeigt sich beim Beispiel der Informatik. In den 1970ern war Programmieren miserabel bezahlt und meistens Frauenarbeit. Ab da stiegen Bedeutung und Löhne. Heute gibt es kaum noch weibliche Karrieren in der Informatik.

Karriere-Killer Mutterschaft

Ein Fortschritt im Vergleich zu früher ist erkennbar: Solange sie jünger als 30 sind, haben talentierte und ehrgeizige Frauen noch Chancen, besser zu verdienen als ihre männlichen Kollegen. Doch danach wendet sich das Blatt.

Das hat viel mit der Mutterrolle zu tun. Vater zu werden verändert im Bezug auf Karriere und Einkommen gar nichts. Ein Kind zu gebären führt hingegen zu einem drastischen Einbruch beim Einkommen. In allen grossen Volkswirtschaften ist dieses Phänomen zu beobachten . 

Der Film «Ist Geld Männersache? – Warum Frauen ärmer sind» belegt in zahlreichen Facetten, dass Frauen die Leidtragenden systematischer Benachteiligungen sind, die ihre finanzielle Unabhängigkeit stark einschränken – auch im 21. Jahrhundert, und auch in «fortschrittlichen» Staaten.

SRF info, 06.03.2026, 14:45 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel