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SRF-Bestenliste Die besten Bücher im Februar 2026

Im Februar erklimmt der britische Schriftsteller Julian Barnes die Spitze der SRF-Bestenliste. Doch das ist nur der Auftakt: Hier kommt der Countdown der Lese‑Highlights, die die Jury im Februar gekürt hat – fünf aktuelle Titel, die man garantiert nicht verpassen sollte.

5. Stefan Hertmans: «Dius» (13 Punkte)

Buchcover von 'Dius' mit Porträt eines Mannes.
Legende: Stefan Hertmans: «Dius». 352 Seiten. Aus dem Niederländischen von Ira Wilhelm. Diogenes, 2025. Diogenes/SRF

Es ist der vierte Roman des flämischen Schriftstellers Stefan Hertmans: «Dius» erzählt von der Freundschaft zweier Männer, die ein Jahrzehnt im Alter trennt – und die Liebe zur Kunst verbindet. Hertmans zeigt dabei mit feinem psychologischem Gespür, wie Freundschaft zu einem Ort wird, an dem man sich selbst neu erkennt.

Nebst der tiefgründigen Freundschaftsgeschichte zweier Männer, die mich stark berührte, begeisterte mich ‹Dius› auch deshalb, weil ich tief eintauchte in die europäische Kunstgeschichte der letzten vierhundert Jahre. Stefan Hertmans' Erzählsound hat eine grosse Sogwirkung.
Autor: Carol Forster Buchhändlerin Bücherladen Appenzell

4. Verena Kessler: «Gym» (14 Punkte)

Buchcover mit Frau in Gymkleidung, sie sitzt auf Stuhl
Legende: Verena Kessler: «Gym». 189 Seiten. Hanser Berlin, 2025. Hanser Berlin/SRF

Die deutsche Autorin Verena Kessler lässt ihren aktuellen Roman «Gym» in einem Fitnessstudio spielen. Im Zentrum steht eine zunächst unsportliche junge Frau, die sich dort mit einer Notlüge einen Job an der Saftbar ergattert. Da im Gym das Aussehen alles bedeutet, beginnt sie zu trainieren. Sie verliert bald jedes Mass, spritzt sich Steroide – und fällt am Ende tief.

Leichtfüssig und mit trockenem Humor erzählt, lässt sich ‹Gym› als eine vergnüglich-bitterböse Satire auf die moderne Leistungsgesellschaft lesen.
Autor: Felix Münger SRF-Literaturredaktor

3. Leïla Slimani: «Trag das Feuer weiter» (22 Punkte)

Buchcover von 'Trag das Feuer weiter' von Leïla Slimani.
Legende: Leïla Slimani. Trag das Feuer weiter. 448 Seiten. Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Luchterhand, 2026. Luchterhand/SRF

Mit «Trag das Feuer weiter» beendet Leïla Slimani ihre dreiteilige Familiensaga. Im Zentrum steht Mia, 1974 in Marokko geboren, die zwischen traditionellen Erwartungen und einer globalisierten Welt ihren Weg sucht und in Paris eine zweite Heimat findet. Slimani zeigt dabei, wie politische Entwicklungen das private Leben prägen – lebensnah, vielstimmig und eindrücklich erzählt.

Bei Leïla Slimani trifft die Intensität der Gefühle, auch des Begehrens, auf eine kühle Sprache. Sie beherrscht das Wechselspiel von Feuer und Kälte, mit kühnen dramaturgischen Schnitten verbindet sie Menschen und Politik zu einer atemlosen Lektüre.
Autor: Martina Läubli Kulturredaktorin «NZZ am Sonntag»

2. Ian McEwan: «Was wir wissen können» (26 Punkte)

Buchcover von 'Was wir wissen können' von Ian McEwan.
Legende: Ian McEwan: «Was wir wissen können». Aus dem Englischen von Bernhard Robben. 480 Seiten. Diogenes, 2025. Diogenes/SRF

Ian McEwan ist 77 Jahre alt, und seine Erzähllust ist ungebrochen. Auch mit seinem neuen Roman legt er ein komplexes, tiefgründiges und nicht zuletzt spannendes Werk vor. «Was wir wissen können», ist eine Dystopie, die im 22. Jahrhundert spielt: Nach Tsunamis, Kriegen, Krankheiten und Hungersnöten hat sich die Weltbevölkerung auf knapp vier Milliarden Menschen dezimiert. Ein Literaturwissenschaftler begibt sich auf die Suche nach einem verschollenen Gedicht. Einem Gedicht aus unserer heutigen Zeit.

Ian McEwan ruft uns mit diesem Buch in Erinnerung, dass wir den Menschen der Zukunft auch eine Zukunft schulden.
Autor: Katja Schönherr SRF-Literaturredaktorin

1. Julian Barnes: «Abschied(e)» (36 Punkte)

Buchcover von 'Abschied(e)' von Julian Barnes vor lila Hintergrund.
Legende: Julian Barnes. «Abschied(e)». 256 Seiten. Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Kiepenheuer & Witsch, 2026. Kiepenheuer & Witsch/SRF

Booker-Preisträger Julian Barnes wird 80 und legt mit «Abschied(e)» sein letztes Buch vor. Darin schreibt er über Liebe und Tod, Erinnerung und Endlichkeit – und darüber, was geschieht, wenn eine Jugendliebe nach vierzig Jahren wieder auflebt. Ein stilles, kluges Finale, in dem Barnes noch einmal zeigt, wie tief Geschichten in ein Leben hineinwirken.

Wie Bach beim Orgelspiel zieht Julian Barnes in seinem – gemäss eigenen Worten – letzten, Meisterwerk alle Register seines grossen Könnens. Nicht nur, wer sich für Abschied(e) oder letzte (Ab)Reisen interessiert, sondern auch, wer Freude an der Sprache und kongenialer Übersetzungsarbeit hat, wird mit Begeisterung und leiser Wehmut dieses Buch lesen.
Autor: Christian Meyer Buchhändler Buchhandlung Klosterplatz Olten

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An der Erstellung der Bestenliste für Februar 2026 waren 28 Jurymitglieder beteiligt, die insgesamt 400 Punkte vergeben haben.

So entsteht die SRF-Bestenliste

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Die SRF-Bestenliste wird jeden Monat von einer Fachjury bestimmt. Zur Jury gehören 50 Buchkritikerinnen, Bibliothekare, Buchhändlerinnen, Literaturwissenschaftler und Vertreterinnen von literarischen Institutionen.

Jedes Jurymitglied darf jeweils bis zu vier Titel, deren Veröffentlichung nicht länger als sechs Monate zurückliegt, für die SRF-Bestenliste nominieren. Die Punktewertung funktioniert wie folgt:

  • 1. Platz: 7 Punkte
  • 2. Platz: 5 Punkte
  • 3. Platz: 3 Punkte
  • 4. Platz: 1 Punkt

Die vergebenen Punkte werden addiert und ergeben die jeweilige Reihung. Jedem Jurymitglied steht es frei, weniger (oder auch gar keinen) Titel zu nominieren. Sobald ein Titel drei Mal auf der SRF-Bestenliste vorgekommen ist, wird er gesperrt, um einen gewissen Titelumlauf zu gewährleisten.

Im Sinne einer grösstmöglichen Transparenz, Objektivität und Unparteilichkeit im Abstimmungsverfahren dürfen keine Bücher nominiert werden, deren Autor:in Mitglied der Jury ist.

Die Jurymitglieder von A bis Z

Radio SRF 1, Literaturclub Buchtipps, 20.1.2025, 20:03 Uhr ; 

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