Das Video wurde dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) zugespielt. Es stammt aus einem Chat zwischen Betreiber Jacques Moretti und dem damaligen Barverantwortlichen Gaëtan.
Auszüge aus dem Chat (dt. Untertitel):
Zu sehen sind offensichtlich behelfsmässige Reparaturarbeiten: Die Schallschutz-Schaumstoffelemente im «Le Constellation», die beim verheerenden Brand in der Silvesternacht eine zentrale Rolle spielten, werden im Video mit Barhockern und Billardstöcken an die Decke gedrückt – offenbar, um sie wieder anzukleben.
Für Anwälte ein entscheidendes Element
Der 28-jährige Franzose Gaëtan hatte das Video an seinen Chef Jacques Moretti geschickt. Ausserdem ist in dem Chat zwischen den beiden zu hören, wie Moretti in der Woche vor Weihnachten, also wenige Tage vor der Brandkatastrophe, per Video- und Sprachnachrichten Anweisungen gibt.
Laut einigen Opferanwälten ist dieser Chat ein entscheidendes Element in der Beweisführung gegen Jacques Moretti. Die Bilder wurden laut RTS an die französische Polizei übermittelt, bei der der ehemalige Barverantwortliche auch ausgesagt hat.
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«Sicherheit war ihm egal»
Der Vater des damaligen Barverantwortlichen hatte Einsicht in die Bilder auf dem Handy seines Sohnes. «Wenn man das sieht, zeigt es, dass ihm die Sicherheit völlig egal war», sagt er gegenüber RTS. «Wenn man von den Kellnern verlangt, Dinge mit Leim an die Decke zu kleben … Wir sprechen hier von einem öffentlichen Betrieb, nicht vom Keller seines Hauses.»
Für den Vater ist klar, dass Moretti mit diesem «Gebastel» auch die Sicherheit seines Sohnes vernachlässigt habe. Dieser habe Anfang Dezember im «Le Constellation» zu arbeiten begonnen. Laut dem Vater «war es ein Traum für ihn, in der Schweiz zu arbeiten».
Angst, nicht bezahlt zu werden
Aber er war schnell ernüchtert, als er sah, wie die Bar geführt wurde. Und dass auch Minderjährige das «Le Constellation» besuchten. «Er sagte mir, dass er wieder kündigen und nach Frankreich zurückkehren wollte. Aber weil er Angst hatte, dass er für den Dezember nicht bezahlt würde, hat er zugestimmt, für die Silvesterparty zu bleiben», erzählt sein Vater.
Der junge Mann erlitt bei der Brandkatastrophe schwere Verbrennungen. Mittlerweile hat er das Pariser Spital verlassen können, das ihn nach der ersten Versorgung im Unispital Lausanne aufgenommen hatte, und ist in der Nähe des Wohnorts seiner Eltern in Behandlung.