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Verfahren zur Brandkatastrophe Gemeindepräsident Féraud schiebt die Schuld der Kantonsbehörde zu

Der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, hat in seiner Anhörung durch die Staatsanwaltschaft scharfe Kritik am Amt für Feuerwesen des Kantons Wallis geübt.

Die Anhörung von Nicolas Féraud am 13. April begann um 9 Uhr morgens und endete zwölf Stunden später. Es war das erste Mal, dass im Strafverfahren zur Brandkatastrophe von Crans-Montana ein gewählter Amtsträger aussagen musste. Féraud hat in diesem Verfahren den Status eines Beschuldigten.

Die Einschätzung des RTS-Journalisten zu den Aussagen von Féraud:

Das Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) hat Einblick erhalten ins Protokoll der Befragung. Im Grossen und Ganzen behauptete der Gemeindepräsident von Crans-Montana, dass der Gemeinderat alles richtig gemacht habe. Er übte aber Kritik am Kantonalen Amt für Feuerwesen (KAF). Dieses sei bei den Sicherheitskontrollen in öffentlichen Einrichtungen zu wenig wachsam gewesen.

Disziplinarverfahren gegen Notare

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Im Zusammenhang mit dem Brand von Crans-Montana hat der Kanton Wallis sechs Disziplinarverfahren gegen Notare eingeleitet, wie RTS berichtet. Sie sollen illegal eine Software verwendet haben, um Informationen aus dem Grundbuchregister einzusehen.

Um Zugang zu dieser Software zu erhalten, müssen sich die Notare verpflichten, sie nur für notarielle Zwecke zu verwenden. Offenbar gibt es Anzeichen dafür, dass gewisse Notare nach dem Brand in der Bar «Le Constellation» ohne ersichtlichen Grund Daten über das Betreiberpaar eingesehen haben.

Laut Walliser Gesetz müssen öffentliche Einrichtungen jährlich kontrolliert werden. Die Bar «Le Constellation», in der sich die Brandkatastrophe vom 1. Januar ereignete, wurde jedoch seit 2019 keiner einzigen Sicherheitskontrolle unterzogen.

Diese Versäumnisse waren Gegenstand zahlreicher Fragen der drei Staatsanwältinnen, die die Anhörungen leiteten. Auch die in der Sitzung anwesenden Anwälte sprachen das an.

«Keine Empfangsbestätigung»

Féraud erklärte während seiner Anhörung: «Das Kantonale Amt für Feuerwesen war das übergeordnete Kontrollorgan. Also nehme ich an, dass es sicherstellen musste, dass das, was von den Gemeinden verlangt wurde, auch getan wurde.» Seiner Ansicht nach hätte das Amt wissen müssen, dass die öffentlichen Einrichtungen des Kantons nicht ausreichend kontrolliert wurden.

Féraud bittet Opferfamilien um Verzeihung

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Am Ende seiner Anhörung äusserte sich der Gemeindepräsident von Crans-Montana zu den vom Drama betroffenen Familien: «Es gibt 41 Familien, die einen Angehörigen verloren haben. Es gibt 115 schwer verbrannte Personen. Mir fehlen die Worte für diese Menschen, für den Schmerz dieser Familien, die einen Angehörigen verloren haben, für das Leiden dieser unzähligen Schwerbrandverletzten. Ich bin fürs Leben von diesem unvorstellbaren Drama gezeichnet. Ich bitte alle diese Familien um Verzeihung.»

Er fügte hinzu, dass er als erster Bürger der Gemeinde «diese moralische Verantwortung offensichtlich sehr stark» trage. Er habe rund zehn direkte Morddrohungen gegen seine Person erhalten. «Meine Frau und meine Tochter wurden ebenfalls ins Visier genommen. Wir leben seit 103 Tagen im Dunkeln und verbarrikadiert im Haus.»

Gemäss Féraud waren die Beziehungen zwischen Crans-Montana und dem Amt «nicht wirklich gut». Und er ergänzte: «Jedes Jahr schickten wir dem KAF die Berichte, die vom Sicherheitsbeauftragten seit seinem Amtsantritt jährlich erstellt wurden. Wir erhielten vom KAF nie eine Empfangsbestätigung oder eine Bemerkung.»

Gemeindepräsident Féraud steigt am 13. April in Sitten in ein Auto. Zuvor war er zwölf Stunden lang angehört worden.
Legende: Gemeindepräsident Féraud macht sich am 13. April in Sitten auf den Heimweg nach einer zwölfstündigen Anhörung durch die Walliser Staatsanwaltschaft. KEYSTONE/Cyril Zingaro

Féraud bezeichnete die Beteiligung des Amts an den Aufgaben zur Brandsicherheit der Gemeinden als «quasi inexistent». Zur Untermauerung seiner Aussage sagte er, dass Staatsrat Stéphane Ganzer, Vorsteher des kantonalen Sicherheitsdepartements, in den Tagen nach dem Drama ein E-Mail an die Gemeinden geschickt habe, um daran zu erinnern, dass das KAF zur Verfügung stehe, um sie zu unterstützen.

«Unser Anwalt musste intervenieren»

Gemäss Féraud war davon aber wenig zu spüren. «Einige Zeit später mussten wir sie anrufen, um ein Hotel zu schliessen, das im vergangenen Sommer kontrolliert worden war», berichtete er. «Wir mussten unseren Anwalt einschalten, damit das KAF sich herabliess, vor Ort zu kommen und mit unseren Diensten die Schliessung dieses Hotels zu analysieren.»

Der Gemeindepräsident äusserte sich zwar sehr kritisch gegenüber dem Kanton. Gleichzeitig bezweifelte er aber, dass das Drama durch mehr regelmässige Kontrollen in öffentlichen Einrichtungen hätte verhindert werden können. Er erinnerte daran, dass es für die Sicherheitsbeauftragten nicht Vorschrift gewesen sei, Materialien wie den Schaumstoff zu überprüfen, der sich am 1. Januar im «Le Constellation» entzündet hatte.

Auf Wunsch des Kantons werden seit dem Drama vom 1. Januar nun solche Kontrollen durchgeführt.

So reagiert der Kanton Wallis

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Der Kanton Wallis wollte auf Anfrage von RTS die Äusserungen von Nicolas Féraud nicht kommentieren. Eine Kantonsvertreterin erinnerte lediglich daran, dass der Kanton für «Aufsicht und Koordination» zuständig sei. Die Umsetzung des Brandschutzes sei aber Aufgabe der Gemeinden.

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RTS, 19h30, 21.4.2026, 19:30 Uhr

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