In einem Live-Chat haben die Meteorologinnen und Meteorologen von SRF Meteo rund zweihundert Fragen aus der Community beantwortet. Die wichtigsten Erkenntnisse.
Kommt der US-Schneesturm nach Europa?
Die aktuell heftigen Schneestürme in den USA beschäftigen auch das Publikum von SRF Meteo.
Die Schweiz wird von diesen jedoch verschont bleiben: «Das für diesen Schneesturm verantwortliche Tiefdruckgebiet wandert jetzt über den Atlantik nach Osten gegen Island», schreibt Thomas Bucheli. «Wir in Europa werden davon nur randlich betroffen.»
Generell ist bis Anfang März kein Wintereinbruch im Flachland in Sicht. «Was danach kommt, ist noch unsicher. Tage mit Schneeschauern bis ins Flachland können bis im April vorkommen, längere winterliche Phasen sind dann aber selten», sagt Jürg Zogg.
Klimawandel: Was wird aus dem Schweizer Winter?
Der Winter wird aufgrund des Klimawandels immer wärmer. «Gemäss neusten Messungen des Bundes hat sich der Winter, Dezember bis Februar, über die letzten fünfzig Jahre um zwei Grad erwärmt», erklärt Mauro Hermann. Im Vergleich zur vorindustriellen Zeit wurden die Winter bereits fast drei Grad wärmer.
Diese Entwicklung werde auch in Zukunft so weitergehen. «Mit dem Klimawandel ist die Nullgradgrenze in der Schweiz im Winter stark angestiegen. Somit fällt immer mehr Niederschlag im Winter als Regen statt als Schnee. Besonders betroffen sind mittlere und tiefe Lagen», sagt Sina Lenggenhager.
Der Klimawandel betrifft aber nicht nur den Winter, sondern alle Jahreszeiten. «Mit der Klimaerwärmung verändern sich diese teils markant», sagt Gaudenz Flury. «Die Jahreszeiten verschieben sich aber nicht einfach alle nach hinten. Der Frühling zum Beispiel beginnt immer früher, der Sommer dauert länger und der erste Schnee im Flachland fällt immer später.»
Wie genau sind die Wetterprognosen?
Wie genau Wetterprognosen sind – hier ist sich die Community uneins. «Eure Vorhersagen stimmen zu 100 Prozent», wurde ebenso gesagt wie «euer Wetterbericht ist extrem schlecht».
Fakt ist: «Die Prognosen werden immer genauer», sagt Mauro Hermann. Aber: «Das Wetter ist ein chaotisches System und kleine Messfehler im Jetzt führen zu Prognoseunsicherheiten.»
Deshalb würden auch die viel gefragten 14-Tage-Prognosen nichts bringen: «Je nach Wetterlage wird das Wetter bereits nach 5 bis 7 Tagen schwer zu prognostizieren. Ab 7 Tagen aufwärts könnte man auch würfeln», sagt Simon Eschle.
Die Schweizer Wettereigenheiten
Was ist ein Hektopascal, Graupel, seichter Föhn und ein Möhlin-Jet? Neben generellen Fragen zu Wetterphänomenen kamen auch viele Fragen zu meteorologischen Eigenheiten der Schweiz, primär zum föhnstarken St. Galler Rheintal und dem Engadin mit seinen hohen Bergen sowohl im Norden als auch im Süden.
«Das Engadin hat oft sein eigenes Wetter. In einem Text, der in wenigen Zeilen das Wetter für die ganze Schweiz zusammenfasst, kann es passieren, dass die Details fürs Engadin nicht explizit hervorgehoben sind. Spezifisch fürs Oberengadin empfiehlt sich unsere Prognose für Engadin Tourismus», schreibt Stephanie Westerhuis.
Für den Engadiner Ski Marathon am 8. März ist jedoch noch keine seriöse Prognose möglich. Aber: «Langfristmodelle sehen aktuell trockenes und sehr mildes Wetter. Das würde dafür sprechen, dass sich der Schnee bis dann noch stark umwandelt. Tagsüber wird er weich, in der Nacht gefriert er wieder», schreibt Gaudenz Flury. «Einer neuen Bestzeit auf einer harten und schnellen Loipe steht aktuell nichts im Wege, sofern das Training gepasst hat!»