Chat-Protokoll:
Wie könnten Winter in 20–30 Jahren in der Schweiz aussehen? Gibt es dann keinen Schnee mehr?
Sina Lenggenhager: Mit dem Klimawandel ist die Nullgradgrenze in der Schweiz im Winter stark angestiegen. Diese Entwicklung wird auch in der Zukunft so weitergehen. Somit fällt immer mehr Niederschlag im Winter als Regen statt als Schnee. Besonders betroffen sind mittlere und tiefe Lagen.
Werden Sommergewitter um jedes Jahr heftiger oder eher immer gleich wegen dem Klimawandel?
Sina Lenggenhager: Eine wärmere Atmosphäre kann mehr Wasserdampf aufnehmen. Somit kann auch potentiell mehr Wasser ausgeregnet werden. Die Wahrscheinlichkeit für stündliche Starkniederschlagsereignisse, wie sie bei Sommergewittern auftreten, ist bereits angestiegen und wird mit dem Klimawandel nochmals zunehmen.
Wie verändert KI die Art und Weise, wie Wetterprognosen gemacht werden? Und wie wird KI mit bestehenden Modellen kombiniert?
Sina Lenggenhager: Wir verwenden im täglichen Betrieb neben verschiedenen physikalischen Wettermodellen neu auch ein KI‑gestütztes Wettermodell. Aktuell dient es jedoch nur als Ergänzung zu den herkömmlichen Modellen. Besonders für längerfristige Vorhersagehorizonte zeigen KI‑basierte Modelle grosses Potenzial.
Wird der Schneesturm in den Staaten auch Auswirkungen auf Europa haben und wenn ja, wann? Bereits nächsten Dienstag oder schon eher?
Thomas Bucheli: Das für diesen Schneesturm verantwortliche Tiefdruckgebiet wandert jetzt über den Atlantik nach Osten gegen Island und wird von dort aus das Druckgefüge und damit das Wetter auch bei uns in gewisser Weise beeinflussen. Wir werden davon aber nur randlich betroffen, grundsätzlich verbleiben wir bis Ende der Woche – und vermutlich darüber hinaus – weiterhin in der milden Luftmasse.
Wird es im März nochmals kalt?
Gaudenz Flury: In den kommenden rund 10 Tagen sieht es nicht nach einer deutlichen Abkühlung aus. Was danach passiert ist noch offen. Es ist durchaus denkbar, dass es nochmals einige deutlich kühlere Tage gibt.
Ist diese Wärme im Februar beunruhigend? Wie heiss wird wohl der Sommer, wenn es jetzt schon so extrem warm ist! Haben wir irgendwann keinen Winter mehr?
Thomas Bucheli: Die Atmosphäre hat im Prinzip kein Gedächtnis; das Wetter heute oder in diesem Monat sagt nichts aus über das, was in den nächsten Monaten wettermässig passiert. Aufgrund der globalen Erwärmung kann lediglich gesagt werden, dass die Wahrscheinlichkeit für einen eher zu warmen Sommer (verglichen mit den Mitteltemperaturen der Sommer von früheren Jahrzehnten) recht hoch ist. Ob das zutrifft und wie hoch (oder wie tief) die Abweichung zum Mittelwert sein wird, wird sich erweisen.
Danke euch allen für die tollen Sendungen. Schaue sie jeden Tag gerne vor allem die Hauptausgabe am Abend vom Dach.
Mauro Hermann: Das freut uns sehr, herzlichen Dank für dieses Feedback! Wir geben weiter unser Bestes.
Auf den Prognosekarten der abendlichen Tagesschau zeichnen sie bei entsprechender Wetterlage die Nebelfelder ein und geben die Nebelobergrenzen an. Mir ist in letzter Zeit immer wieder aufgefallen, dass Sie zwar das Sarneraa-Tal (mit Sarner- und Lungernsee) häufig als nebelfrei einzeichnen, obschon (leider...) der Nebel all zu oft bis fast zur Brünig-Passhöhe zu liegen kommt. Gibt es eine Erklärung für diese Diskrepanz?
Thomas Bucheli: Die Auflösung unseres Grafiksystems ist zwar sehr fein, aber dennoch nicht fein genug für das Zeichnen von solch filigranen Strukturen wie isolierter Nebel in derart kleinen Talschaften wie das Sarneraa-Tal. Wir versuchen zwar immer mal wieder, den Nebel dort ansatzweise zu 'skizzieren'. Manchmal gelingt es, manchmal gelingt es nur schlecht. Und diese «Kniffelarbeit» braucht Zeit, die wir leider nicht immer haben. Wir danken für Ihr Verständnis, wenn wir Ihr Tal nicht immer korrekt behandeln.
Gerne würden wir wissen, wie Sie uns im Meteo zuteilen. Ist die Region Spiez – Thun ein Teil der Westschweiz oder Zentralschweiz. Im Weiteren sind wir Teil der Voralpen?
Stephanie Westerhuis: Die Region zwischen Thun und Spiez gehört zu den Voralpen. Aber manchmal, wenn es zum Beispiel um Hochnebel geht, unterscheiden wir in einem Kurz-Interview am Radio der Einfachheit halber lediglich zwischen «Flachland» und «Alpen». Dann ist diese Region meist auch, zumindest zeitweise, vom Hochnebel betroffen.
Mir ist aufgefallen, dass SRF Meteo neue Anzeigen auf dem Dach installiert hat. An Stelle der grünen LCD-Anzeigen sind jetzt weisse LED-Anzeigen installiert. Was geschieht mit den alten LCD-Anzeigen? Ich lebe in einer Dachwohnung und eine Wand ist 7 Meter hoch. Könnte ich diese grünen LCD-Anzeigen erwerben? Falls ja, was kosten diese noch? Nächsten Samstag habe ich Geburtstag. Kann ich mir diese grünen LCD-Anzeigen zum Geburtstag wünschen?
Gaudenz Flury: Leider sind diese LCD- Anzeigen nicht zu verschenken oder zu verkaufen. Wir finden bald bei uns im Büro ein tolles Plätzchen dafür.
Wieso gibt es im Bezug auf die Tagestemperaturen immer wieder (wie ich das verfolge) einige Unterschiede? Zum Beispiel Stadt St. Gallen? Im Bus Anzeige 15°, Tagblatt 13°, TVO 14°, Landi 13° und NZZ ebenfalls 14°. Mache mir allerdings keinen weiteren Aufwand. Nehme es halt so, wie es ist ...
Jürg Zogg: Die Stadt St. Gallen ist recht gross, so kann sich die Temperatur z.B. von der Innenstadt und St. Georgen locker um 2 Grad unterscheiden. Somit kommt es darauf an, für welchen Punkt diese Prognose gilt.
Können sie in ihrer nächsten Sendung Miro Studer grüssen? Er ist ein grosser Meteo Fan und es würde ihn sicher sehr freuen.
Mauro Hermann: Wir können es zumindest hier tun: Guten Abend Miro Studer, wir freuen uns sehr, Sie zu unseren Fans zählen zu dürfen. Liebe Grüsse vom Leutschenbach.
Was bedeuten die Schatten auf der Meteokarte?
Claudia Hürlimann: Mit der Schattierung machen wir den Outdoor-Index ersichtlich. Dieser Outdoor-Index erlaubt es den Meteorologinnen und Meteorologen von «SRF Meteo», die regionalen und lokalen Unterschiede beim Wetter äusserst exakt und detailliert hervorzuheben. Je dunkler; umso mehr Wolken / Niederschlag ist zu erwarten.
Wird SRF Meteo vom Schweizer Tourismus gesponsert.
Mauro Hermann: Nein.
Warum gibt es Jahreszeiten bei uns in der Schweiz?
Sina Lenggenhager: Die Jahreszeiten entstehen, weil die Erdachse gegenüber ihrer Umlaufbahn um die Sonne geneigt ist. Dadurch wird je nach Jahreszeit eine Erdhalbkugel stärker oder schwächer von der Sonne bestrahlt.
Wie entsteht der Möhlin-Jet respektive was ist der Auslöser dafür?
Mauro Hermann: Das ist ein sehr spannendes Phänomen, das wir im Artikel unten genauer erklären. Kurzantwort: Auslöser ist die Kaltluft im Mittelland, welche über den Jura strömt.
Keine Fragen. Einfach ein grosses Kompliment an SRF Meteo. Ich bin immer bestens informiert. Vor allem Sandra Boner ist kompetent, charmant, immer im tollen Look und sehr herzlich.
Stephanie Westerhuis: Herzlichen Dank. Und ich stimme Ihnen zu: Sandra Boner ist eine grossartige Arbeitskollegin, immer sehr nett und gut gelaunt.
Wie kommt eine automatisch prognostizierte Wetterprognose zustande, zum Beispiel für das Tösstal?
Simon Eschle: Ein Wettermodell berechnet das Wetter. Dabei wird ein Gitternetz von mit einem Kilometer Abstand von Punkt zu Punkt über die Schweiz gelegt. Das Modell berechnet an jedem Gitterpunkt das Wetter. Orte innerhalb des Gitters werden aus den vier nächsten Gitterpunkten berechnet, so auch Orte im Tösstal.
Wenn es heisst, Sonnenaufgang dann und dann, Sonnenuntergang dann und dann. Wie wird das bestimmt? Im Flachland ist es sicher anders als in den Alpen und dort auch wieder wie das Tal ausgerichtet ist (Nord/Süd, Ost/West)
Sina Lenggenhager: Oft sprechen wir dabei von dem theoretischen Sonnenaufgang, ohne Berücksichtigung der Topographie. Hier finden Sie aber eine Abschätzung der «echten» Zeiten für jeden Ort der Schweiz.
Mich interessiert, warum Wolken selten den Boden berühren.
Simon Eschle: Das tun sie zwischendurch, etwa bei Nebel. Nebel ist eine Wolke, die den Boden berührt und die Sicht schlechter als 1 Kilometer ist.
Möchte euch ein grosses Dankeschön aussprechen. Bin seit vielen Jahren sehr zufrieden mit der App.
Claudia Hürlimann: Das freut uns sehr, vielen Dank.
Gibt es eine Karte woraus ersichtlich ist, welche Teile der Schweiz gemeint sind, wenn Sie z. B. sagen «im Flachland» oder «Voralpen». Wann muss ich mich betroffen fühlen als Bewohner von Abtwil SG?
Jürg Zogg: Das Wetter hält sich nicht an klare Grenze, meist gibt es eine Übergangszone. Unsere Einteilung der Wetterregionen sehen sie z.B. hier. Der Raum St. Gallen/Abtwil liegt genau in so einer Zone, wo es Sinn macht, beide Berichte zu lesen. Thurgau/Bodensee gehört zum Flachland, das Appenzellerland zu den Voralpen. Und Sie sind genau dazwischen...
Wäre es möglich, die Wetterschmöcker eine SRF Meteo Sendung moderieren zu lassen?
Gaudenz Flury: Das würde nicht viel Sinn machen. Die Wetterschmöcker machen Saisonprognosen. Wir machen Wetterprognosen für die kommenden rund 7 Tage.
Liebes Meteo-Team. Ich benutze täglich eure App. Woher beziehen Sie eigentlich die nicht schweizerischen Meteo-Daten, wie z.B. für Wien, Paris oder Vancouver? Bin gespannt auf eure Antwort – Danke!
Simon Eschle: Diese werden durch ein globales Modell berechnet und für jeden Ort weltweit interpoliert.
Werden die Nebeltage auch gezählt?
Mauro Hermann: Nebel zu messen, ist gar nicht so einfach. Wie soll eine Wetterstation erkennen, ob sie sich unter einer Nebeldecke oder unter Wolken befindet? Beide verdecken die Sonne und sorgen für hohe Luftfeuchtigkeit. Es gibt jedoch Möglichkeiten, um abzuschätzen, ob in der Vergangenheit Nebel lag. Ein Beispiel ist, dass auf dem Berg die Sonne scheint, im Tal jedoch nicht. Mit einer solchen Methode hat mein Kollege Roman Brogli kürzlich die Nebeltage in Luzern und Basel unter die Lupe genommen.
Kann ein Schmetterlingsflügelschlag tatsächlich einen Wirbelsturm auslösen (Chaostheorie)?
Thomas Bucheli: Im Prinzip ja: der zarte Flügelschlag kann ein paar Luft- und Wasserdampfmoleküle aufwirbeln, und wenn dies in geeigneter Umgebung passiert (z.B. in sehr labil geschichteter Luft), dann gewinnen diese Moleküle von selbst an Auftrieb, steigen auf, reissen andere Moleküle mit sich, kühlen ab, bilden Wolken, erhalten durch die Kondensation zusätzlich an Auftrieb, reissen angrenzende Luft mit nach oben.... Gewitter, noch mehr Gewitter, und mit der Corioliskraft setzt sich das Ganze in Drehung... et voilà!
Wobei: Mutmasslich ist der Anfangs-Impuls viel zu gering, die erste Verwirbelungs-Ansätze werden grad wieder im Keim erstickt.
(Fast eine Geschichte wie 'S'Zündhölzli' von Mani Matter....)
Warum hat es in der Nacht immer schwarze vorüberziehende Wolken, besonders über Schaffhausen? Der Nebel ist meines Erachtens doch weiss.
Gaudenz Flury: Es ist so wie beim Sprichwort: «In der Nacht sind alle Katzen schwarz.»
Ich habe die App von SRF Meteo sowie die Wetteralarm-App der GVG installiert und mir ist aufgefallen, dass die Prognosen jeweils voneinander abweichen. Die Alarme kommen bei beiden identisch. Ist Wetteralarm nicht mit SRF Meteo zusammen?
Jürg Zogg: Die Wetterwarnungen auf dem Wetteralarm-App sind von SRF Meteo. Die Prognosen werden dagegen von einem anderen Anbieter bezogen.
Wie kommt der sogenannte Platzregen zustannde, wenn die Wolken über einem grösseren geografischen Gebiet hängen? Müsste es dann nicht zwangsläufig im ganzen Einzugsgebiet der Wolken regnen?
Mauro Hermann: Wir verwenden Platzregen meist als Synonym für einen (kräftigen) Regenschauer, also räumlich und zeitlich begrenzter Regen. Auch bei einer durchgehenden Wolkendecke, kann nur ein Teil der Wolken zu Schauern führen.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchte bei eurer Berechnung der Hitzewelle?
Stephanie Westerhuis: Es gibt unterschiedliche Definitionen für eine Hitzewelle, siehe hier. Die Bodenfeuchte hat nur indirekt einen Einfluss. Ein trockener Boden verdunstet kaum Wasser, weshalb die Sonnenergie fast vollständig in Erwärmung umgesetzt wird, es wird also heisser.
Ich gehe dieses Wochenende ins Berner Oberland zum Skifahren. Wie wirkt sich dieses warme Wetter auf die Schneeverhältnisse aus? Wie lange hält der Schnee noch auf den Pisten?
Gaudenz Flury: Der Schnee auf den Pisten sollte diese warme Wetterphase vor allem in der Höhe einigermassen überstehen. Besonders am Nachmittag werden die Pisten speziell an Südhängen aber sulzig. In den klaren Nächten wird der Schnee hart und teils wohl eisig. Klassisches Frühlingsskifahren erwartet uns.
Ich würde bei Schneefall bzw. Niederschlag jeweils die ungefähre Schneefallgrenze gerne wissen. Wo lässt sich das am besten nachschauen?
Mauro Hermann: Die Schneefallgrenze lässt sich am schnellsten in unserem Wettertext auf der Website oder in der App finden (Link). Wir erwähnen die Schneefallgrenze auch in unseren Fernseh- und Radiosendungen. Meist tun wir das (wenn relevant) für die kommenden drei Tage. Danach nur, wenn die Prognoseunsicherheit dies einigermassen verlässlich zulässt.
Was für eine Wetterlage wäre gut, dass in der Bündner Kantonshauptstadt Chur richtig viel Schnee fallen würde? Ich hoffe schon seit Jahren auf so eine richtige Wetterlage.
Stephanie Westerhuis: Am ergiebigsten für Chur sind Gegenstrom- oder Nordstaulagen. Glauben Sie mir, bei uns im Büro hoffen auch nicht wenige immer auf solche Wetterlagen. ;-)
Warum hat es am Säntis manchmal Nebel in der Mitte vom Berg?
Stephanie Westerhuis: An einem gewöhnlichen «Schönwettertag» bilden sich im Verlaufe des Tages Quellwolken. Da der Säntis sehr hoch ist, kann es durchaus passieren, dass diese Quellwolken in der Mitte des Berges hängen, zum Beispiel auf der Höhe des Gasthauses Tierwis. Weiter unten scheint die Sonne, auf dem Gipfel scheint die Sonne, aber dazwischen gibt es einen nebligen Zwischenbereich.
Ist ein Ersatz für die Swisscom Web-Cam geplant? Ich hatte oft im Homeoffice auf dem zweiten Bildschirm «Rigi», «Uetliberg» oder andere schöne Aussichten und habe Ausflüge nach Wetterbericht und Web-Cam geplant.
Stephanie Westerhuis: SRF Meteo hat nichts mit den Swisscom-Webcams zu tun. Auf unserer Homepage gibt es einige Webcams von Gipfeln in der Nähe zu sehen. Schöne Bilder liefert zum Beispiel die Webcam auf dem Fronalpstock.
Warum fühlen sich 20 Grad in den Bergen wärmer an wie 20 Grad im Flachland?
Gaudenz Flury: Wahrscheinlich spielt uns hier der Kopf einen Streich. Oberhalb von rund 1500 m gibt es nicht all zu oft 20 Grad, im Flachland aber deutlich häufiger.
Ein herzliches Dankeschön für eure geschätzte Arbeit. Ich erachte es als wertvoll, dass bei der Hauptsendung zusätzlich zum Wetter oft einige Hintergrundinformationen weitergegeben werden. Gerne weiter so :)
Sina Lenggenhager: Vielen Dank!
Wir schätzen Sie die Chance, dass die Seen für den Engadiner am 9. März gefroren bleiben?
Claudia Hürlimann: Dank den tiefen Nachttemperaturen stehen die Chancen gut.
Keine Frage, wollte nur mitteilen, dass ich das ein super «Programm» finde. Riesen Kompliment wie kompetent und schnell die Fragen beantwortet werden. Habe schon vieles über unser schönes Schweizer Wetter und Atmosphäre gelernt :)
Claudia Hürlimann: vielen herzlichen Dank.
Wie entsteht Föhn und warum ist er im Rheintal so präsent und stärker spürbar als z.B. im Raum St. Gallen/Bodensee?
Jürg Zogg: Der Föhn bläst über den Alpenhauptkamm und stürzt im Lee der Berge ins Tal. Insbesondere in Nord-Süd verlaufenden Tälern wie im Rheintal kann er dann in Sturmstärke toben. Kräftige Föhnstürme können auch im Raum St. Gallen/Bodensee spürbar sein. Mässiger bis starker Föhn kommt dagegen meist nicht so weit ins Alpenvorland voran, die warme Föhnluft gleitet über die bodennahe Kaltluft auf.
Sind die in der Meteo-Sendung gezeigten Sattelitenbilder öffentlich auf einer Webseite verfügbar? Danke
Gaudenz Flury: Sie können den Satellitenfilm hier anschauen: Dort oben rechts auf «Satellitenbild» klicken.
Wie viele Bilder werden im Durchschnitt für die Top 3 bei SRF Meteo hochgeladen?
Claudia Hürlimann: Wir erhalten täglich rund 200 Bilder. Zum Beispiel bei einem «kitschigen» Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang sind es um einige Bilder mehr. Dafür sind wir sehr dankbar.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Sommer der letzten 2-5 Jahre deutlich wärmer und feuchter (schwüler) waren als noch vor 15-20 Jahren. Ist das tatsächlich so? Und wie ist eure Prognose für die nächsten 5, 10, 15 Jahre?
Sina Lenggenhager: Das Gefühl täuscht nicht. Im Sommer ist die Erwärmung sogar noch stärker als in den anderen Jahreszeiten. Wir beschränken uns mit unserer Prognose auf die nächsten 7 Tage. Hier findet man verschiedene Zukunftsszenarien.
Haben Meteorologen und Meteorologinnen ein Lieblingswetter?
Thomas Bucheli: Ja, sie haben: – Gaudenz Flury: Sonne nach einem Starkschneefall – Mauro Hermann: Mitten im Starkschneefall – Sina Lenggenhager: Abendgewitter nach heissem Sommertag – Claudia Hürlimann: viel Schnee – Jürg Zogg: Föhn (Pföa) – Stephanie Westerhuis: schwachwindige Hochdrucklage – Thomas Bucheli: Nebel, je dichter, desto besser
Ich habe zu viele Fragen, erlaube mir zwei. Mit dem Klimawandel und mehr Energie, werden dadurch auch Hurricanes, Tornados stärker im Wind, der Dauer? Und Herr Bucheli, wenn die Pensionierung ansteht, kann ein Meteorologe dann auch mal Tage ohne «Wetter» an sich vorbeiziehen lassen?
Thomas Bucheli: Zur Ihrer Frage 1: Hurricanes benötigen Mindestwassertemperaturen von rund 27 Grad. Die Folgerung 'je wärmer die Meere, desto häufiger entstehen Hurricane' ist aber nicht korrekt, denn für die Entstehung von Hurricanes braucht es noch andere Zutaten als nur warmes Meerwasser. Was gilt: Je wärmer die Meere, desto stärker können Hurricanes werden, wenn sie sich mal gebildet haben. Bei den Tornados ist der Einfluss der Erwärmung je nach Region unterschiedlich – da u.a. vom Feuchteangebot abhängig.
Zur Frage 2: Wenn ich nicht mehr selber regelmässig Prognosen mache und auch kein Team mehr zu verantworten habe, das täglich Prognosen macht, könnte ich mir vorstellen, dass ich künftig mal den einen oder anderen Tag einfach vorbeiziehen lasse. Aber vermutlich werde ich es nie ganz lassen können...
Mir ist schon länger aufgefallen, dass nach der «Corona-Geschichte» der Wetterbericht extrem schlecht geworden ist. Ich habe einen Malerbetrieb und konnte vorher fast die Woche planen mir dem Wetterbericht. Dies kann ich nun auf die nächste Stunde genau machen. Ist das Wetter so unvorhersehbar geworden, oder gibt es einen anderen Grund?
Jürg Zogg: Die Qualität der Wetterprognosen hat sicher nichts mit der «Corona-Geschichte» zu tun. Fehlprognosen gab es schon vorher und auch danach. Es gibt absolut keine Hinweise darauf, dass sich die Trefferquote seither verschlechtert hat.
Wird das Wetter manchmal von SRF Meteo absichtlich etwas schlechter vorhergesagt, damit niemand vorwerfen kann, dass das Wetter nicht so war wie vorhergesagt? Und umgekehrt: Wird das Wetter manchmal von SRF Meteo besser vorhergesagt, um den Menschen etwas «Hoffnung» zu machen?
Simon Eschle: Nein, grundsätzlich versuchen wir das Wetter so genau wie möglich vorherzusagen. Je nach Wetterlage gelingt dies besser.
Warum ist der Himmel blau?
Simon Eschle: Das liegt am Sonnenlicht. Auf dem Weg durch die Atmosphäre trifft das Sonnenlicht auf winzige Partikel in der Luft. Dabei werden die einzelnen Farben des Lichts gestreut. Das blaue Licht (kürzeste Wellenlänge) wird dabei am stärksten gestreut. Entsprechend erscheint der Himmel tagsüber blau.
Was war der Kälterekord in der Schweiz ?
Jürg Zogg: Der offizielle Kälterekord der Schweiz stammt aus La Brévine im Neuenburger Jura, am 12. Januar 1987 wurden von Meteo Schweiz -41.8 Grad gemessen. Bei privat betriebenen Stationen wurden möglicherweise noch tiefere Temperaturen gemessen.
Meiner Meinung nach verschieben sich die Jahreszeiten immer öfter nach hinten. Trügt das?
Gaudenz Flury: Mit der Klimaerwärmung verändern sich die Jahreszeiten teils markant. Die Vegetationsperiode hat sich bereits deutlich verlängert. Die Jahreszeiten verschieben sich aber nicht einfach alle nach hinten. Der Frühling zum Beispiel beginnt immer früher, der Sommer dauert länger und der erste Schnee im Flachland fällt immer später.
Denkt ihr, dass man irgendwann damit rechnen kann, so genaue Prognosen zu machen, wie es sie in „Zurück in die Zukunft 2“ gab? (Regen hört in 10 Sekunden auf, etc.)
Mauro Hermann: Die Prognosen werden immer genauer, das stimmt. Aber von solchen Prognosen, wie Sie beschreiben, sind wir noch weit weg. Bei aller Rechenfähigkeit der Computer bleibt nämlich eines: Das Wetter ist ein chaotisches System und kleine Messfehler im Jetzt, führen zu Prognoseunsicherheiten. Meine Einschätzung ist, dass wir in absehbarer Zeit nicht jegliche meteorologische Grössen in der ganzen Atmosphäre perfekt messen können. Somit bleiben Prognosen unsicher.
Heute 24.02. ist mein Geburtstag und gerne würde ich jetzt wissen; wie das Wetter vor 47 Jahren, an meinem Geburtstag, am 24.02.1979 war?
Mauro Hermann: Zunächst einmal wünsche ich im Namen des Meteo-Teams alles Gute. Als kleines Geschenk haben wir im Archiv gestöbert. Am Vortag, dem 23.02.1979, brachte eine schwache Kaltfront etwas Schnee. In Basel wurden 2 cm, in Zürich/Fluntern 8 cm gemessen. Der Geburtstag selbst war mit 4 Grad in Basel und 2 Grad in Zürich dann etwas kühl, aber neben einigen Wolken auch schon wieder länger sonnig und trocken.
Wenn Ihr von Windgeschwindigkeiten spricht in der Sendung, z.B. da 70 km/h, dort 90 km/h werden in der Karte der Schweiz immer Pfeile mit 5, 10 oder 15 angezeigt in dieser betreffenden Gegend oder der Windrichtung. Diese Zahlen haben nie etwas mit der effektiven Windgeschwindigkeit, die ihr mündlich erwähnt zu tun. Was bedeuten die Zahlen in der Karte?
Simon Eschle: Die Zahlen auf den Karten repräsentieren den Mittelwind. Mündlich erwähnen wir häufig die Böen. Die sind jeweils deutlich über dem Mittelwind.
Ich sehe von meinem Wohnzimmer aus zur Jungfrau! Bei Föhnlagen bilden sich so Ufo-Wolken. Wie entstehen diese Gebilde, die dann aussehen wie Ufos?
Claudia Hürlimann: Eine schöne Aussicht haben Sie :-). Die Ufos sind sogenannten «Altocumulus lenticularis»-Wolken. Sie sind typisch für Föhnlagen und entstehen, wenn in der Höhe ein kräftiger Wind ein Gebirge überströmt. Bei der Überströmung entstehen in der Luft Wellenbewegungen. Wo die Luft aufsteigt, bildet sich eine Wolke, wo sie absinkt, löst sie sich wieder auf.
Durch die Auf- und Abbewegungen entsteht so die charakteristische abgerundete Form, die an Linsen oder eben an Fische erinnert. Deshalb werden die Wolken auch «Föhnfische» genannt. Weitere Infos hier.
Führt Klimaerwärmung zu niederschlagsreicheren Wintern, also mehr Schnee in höheren Lagen? Wieso weichen Stundenicons in der Summe (z.B. Trocken) manchmal vom Tagesicon (z.B. Niederschlag) ab?
Sina Lenggenhager: Der mittlere Winterniederschlag nimmt in der Schweiz zwar durch die Klimaerwärmung zu, trotzdem gibt es immer weniger Schnee. Grund dafür ist, dass die Nullgradgrenze und somit auch die Schneefallgrenze stark ansteigen. Mehr Informationen finden Sie hier.
Ihr sagt, dass die Wetter-Apps automatisiert sind. Ist das Meteo-App ebenfalls automatisiert? Oder kann ich mich darauf verlassen, dass hier die Voraussagen von Euch Meteorologen berechnet wurden? Sprich, wie zuverlässig ist die Meteo-App im Vergleich zu automatisierten Apps?
Simon Eschle: Bei allen Wetter-Apps werden die Prognosen vollautomatisch aus Wettermodellen erzeugt. In unserem schriftlichen Wetterbericht sowie in den Radio- und TV-Schaltungen fliesst im Unterschied zur App auch unsere Erfahrung und Einschätzung ein. Zudem verwenden wir für diese Prognose mehrere und verschiedene Wettermodelle, während Apps häufig nur 1-2 Modelle verwenden.
Was trägt SRF Meteo zur Verbesserung der Messnetz-Dichte bei? Das Hauptproblem ist ja momentan und auf absehbare Zeit, dass die physikalischen und statistischen («KI"-) Modelle zu wenig Datengrundlagen haben um wesentlich besser zu werden.
Simon Eschle: Dies macht vor allem der Bund, die MeteoSchweiz. Sie betreiben das nationale Messnetz und entwickeln Wettermodelle.
Wie kann man eigentlich das Wetter vorhersagen?
Gaudenz Flury: Zuerst brauchen wir ganz viele Messungen rund um den Globus von Wetterstationen, Wetterballonen, Satelliten, Radarstationen usw. Daraus wird mit einem grossen Rechenaufwand der Ist-Zustand der Atmosphäre berechnet. Danach werden mit Hilfe von Formeln aus Physik und Mathematik sowie sehr grosser Rechenkapazität auf Supercomputern ganz viele meteorologische Parameter für die Zukunft berechnet. Von diesen Wettermodellen gibt es ganz viele verschiedene mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Wir bei SRF Meteo schauen uns täglich ganz viele von diesen Wettermodellen an und erarbeiten uns dann im Team den wahrscheinlichsten Wetterablauf für die kommenden Tage.
Ist es für morgen 25.02.26 okay, Ballerinas als Schuhe wettertechnisch anzuziehen? Wie geht es dir so und macht es Spass bei Meteo zu arbeiten? Noch eine andere Frage, gibt es einen Wetterfrosch oder ist das ein Mythos?
Stephanie Westerhuis: Das kommt drauf an, um welche Zeit du aus dem Haus gehst. In der Früh ist es wohl zu kalt für Ballerinas, aber am späteren Nachmittag herrscht klar Ballerina-Wetter. Meine Empfehlung: am Morgen mit geschlossenen Schuhen raus und die Ballerinas im Rucksack mitnehmen. ;-) Die Arbeit in der Meteo-Redaktion macht Spass, auch wenn wir keinen Wetterfrosch als Haustier haben.
Keine Frage, wollte nur sagen, dass ich die Sendung super finde. Sehr interessant auch immer mit verschiedenen Fakten und super Moderatoren/innen.
Simon Eschle: Vielen Dank! :-)
Könnt ihr morgen bitte schönes Wetter machen? Das wäre toll.
Jürg Zogg: Wir geben uns Mühe. Vielerorts klappt es bereits vom Morgen weg. Etwas Geduld braucht es noch im Mittelland (Nebel) und im Tessin (Hochnebel). Bis zum Nachmittag sollte es aber auch dort sonnig werden.
Früher gab es nach den Föhntagen meist eine Niederschlagsperiode. Heute beobachte ich vermehrt Föhntage ohne nennenswerten Niederschlag nach deren Zusammenbruch. Warum ist das so?
Jürg Zogg: Das passiert vor allem bei sogenannten Kaltlufttropfen («cut off lows»). Diese Tiefdruckgebiete sind von der allgemeinen Westströmung entkoppelt und ziehen oft nach Süden oder Westen statt nach Osten. Somit geht es nach Föhnende einfach trocken und oft auch sonnig weiter.
Ich habe keine Frage, ich will Euch einfach DANKE sagen für die verlässlichen Prognosen im App und auch vom Meteodach!
Claudia Hürlimann: Im Namen des Teams – Danke! :-)
Warum brauchen die Moderatoren und Moderatorinnen sehr häufig das Wort «langsam», aber praktisch nie das Wort «schnell», wenn es um die Weiterentwicklung geht?
Simon Eschle: Es kommt auf das Wetter an. Manchmal zieht eine Front auch schnell ab oder es wird am Morgen schnell trocken.
Wie entsteht der Jetstream und wodurch wird seine Geschwindigkeit und Höhe definiert?
Simon Eschle: Der Jetstream entsteht durch den Temperaturunterschied zwischen dem warmen Äquator und den kalten Polen. Grob gesagt, will die Natur diesen Unterschied ausgleichen, was zu Luftströmungen führt. Diese werden durch die Corioliskraft abgelenkt (im Norden nach recht). Daraus entsteht in der Höhe der Jetstream. Geschwindigkeit und Höhe hängen von den Temperaturunterschieden ab.
Könnte in diesem oder nächstem Jahr der Zürichsee oder der Bodensee gefrieren?
Jürg Zogg: In diesem zu Ende gehenden Winter kann man es ausschliessen. Was im kommenden Winter passiert, ist noch offen. Winter mit langen eisigen Phasen sind aber in Zeiten des Klimawandels sehr selten geworden, die Chancen sind somit gering.
Ich möchte gerne wissen, wie messtechnisch die Zeit des Sonnenaufgangs resp. Sonnenuntergang definiert ist. Abhängig von der Lage im Dorf, fällt er ja recht unterschiedlich aus.
Claudia Hürlimann: Für unserer App und auf der Webseite werden die Sonnenauf- und Untergangszeiten ohne den Effekt der Berge und Hügel angegeben. Eine punktgenaue Angabe wäre aufwendig. Ich empfehle Ihnen dafür die Webseite http://solartopo.com/
Im Normalfall ist es im Tal wärmer als in den Bergen, wie wir wissen steigt die warme Luft. Warum ist es dennoch in den Bergen kälter als im Tal? Hat es etwas mit dem Luftdruck zutun?
Stephanie Westerhuis: Genau, der abnehmende Luftdruck ist der Hauptgrund. Grundsätzlich gilt: Je höher der Druck, desto wärmer die Luft. Nun zur warmen Luft, welche aufsteigt: Luft wird primär dadurch erwärmt, dass die Sonne den Erdboden erwärmt und damit die bodennahen Luftschichten. Diese warme Luft steigt auf, dabei dehnt sie sich aus, weil der Druck abnimmt. Mit dem Ausdehnen kühlt sie sich ab.
Welche Temperaturen wären üblich für diese Jahreszeit?
Jürg Zogg: An einem 24. Februar hat es in Bern im langjährigen Mittel nachts etwa -2 Grad und nachmittags knapp 7 Grad. Im Moment liegen wir deutlich über diesem Mittelwert.
In den Wetteraussichten für die nächsten Tage werden immer die Wetteraussichten für die Alpensüdseite vorausgesagt. Gilt diese Vorschau nur für das Tessin oder auch für das Oberengadin?
Sina Lenggenhager: In unserem schriftlichen Wetterbericht werden die Alpensüdseite und das Engadin im gleichen Abschnitt behandelt. Wenn wir aber von der Alpensüdseite sprechen, meinen wir nur das Tessin und die Bünder Südtäler (Calancatal, Misox, Bergell, Puschlav und Münstertal). Das Engadin gehört zu den inneralpinen Regionen.
Wenn gemeldet wird z.B. 7 Millimeter Niederschlag, wie hoch ist dann die Schneehöhe in den Bergen?
Jürg Zogg: Niederschlag in eine Schneehöhe umzurechnen ist schwierig und von vielen Faktoren abhängig, u.a. von Temperatur und Wind. Ist es eisig kalt und windschwach, können 7 mm locker 20 cm Neuschnee bringen. Liegen die Temperaturen um 0 Grad und es ist windig, sind es kaum 5 cm.
Keine Frage, doch ein grosses Kompliment an das ganze Meteo-Team. Immer eine grossartige Arbeit und die App ist sowieso top. Gerne noch ganz viel davon.
Claudia Hürlimann: Herzlichen Dank.
Gibt es Wettermythen in der Schweiz, die sich hartnäckig halten, aber falsch sind?
Thomas Bucheli: Bezogen auf Bauernregeln gibt es spannende und prognostisch 'wertvolle' Aussagen, vor allem, wenn sie sich auf Wolkenbilder beziehen. Daneben gibt es aber auch ganz viele 'Regeln' die einzig die Wünsche der damaligen Leute ans saisonale Wettergeschehen widerspiegeln, mit der prognostischen Realität nichts zu tun haben.
Dazu gehören alle Lostag-Regeln und auch der 100-jährige Kalender.
Auch Gewitter sind 'anfällig' für Mythen; so beispielsweise, dass Hagel-Gewitter mit Lärm oder mit Böllerknall vertrieben werden können (früher wurden Kirchenglocken geläutet). Verbreitet ist auch der Mythos, dass (sinngemäss) die Zugbahn des ersten Sommergewitters den Pfad vorgibt, den alle (oder die meisten) nachfolgenden Gewitter einschlagen werden.
Die Annahme, dass der Mond und/oder die Mondphase das Wetter bestimmt, ist ebenfalls falsch. Auch die Ansicht, dass liegende Kühe auf der Wiese Regen ankündigen, ist ein alter, aber falscher Mythos. Tatsächlich haben wir Menschen die Tendenz, gewisse subjektive Erfahrungen oder zufällige Ereignisse & Beobachtungen (v.a., wenn die sich rein zufällig mal wiederholen oder ähnlich ausfallen) gern zu einem verbindlichen Naturgesetz zu machen. Dies nicht nur beim Wetter....
Was macht ihr besser als alle anderen? Eure Vorhersagen stimmen zu 100%! Weiter so!
Stephanie Westerhuis: Danke! Wir, wie auch alle anderen Wetterdienste, geben jeden Tag unser Bestes, aus zig unterschiedlichen Wettermodellen eine nützliche Prognose für den Alltag zu erstellen. Es freut uns natürlich, wenn diese für euch 100% zutreffen. :-)
Wie wird das Wetter zum Engadin Ski Marathon am 8. März?
Gaudenz Flury: Es ist noch zu früh für den «Engadiner» eine seriöse Prognose zu machen. Langfristmodelle sehen aktuell bis auf Weiteres trockenes und sehr mildes Wetter. Das würde dafür sprechen, dass sich der Schnee bis dann noch stark umwandelt. Tagsüber wird er weich, in der Nacht gefriert er wieder. Einer neuen Bestzeit auf einer harten und schnellen Loipe steht aktuell nichts im Wege, sofern das Training gepasst hat ;-).
Weshalb sinkt bei Sonnenaufgang die Lufttemperatur merklich?
Mauro Hermann: Typischerweise ist die kälteste Tageszeit kurz nach Sonnenaufgang. Es ist alles eine Frage der Energie: nachts erhalten wir keine Energie von der Sonne, aber der noch warme Boden strahlt Wärmestrahlung ab. In Bodennähe geht also stetig Energie verloren, weshalb es kühler wird. Das geht bis kurz nach Sonnenaufgang so weiter.
Denn auch beim Sonnenaufgang erreicht uns mit der tiefstehenden Sonne erst sehr wenig Energie. Die Abstrahlung vom Boden ist immer noch grösser. Doch sobald die Sonne höher steht, steigt die Temperatur wieder an.
Ich bin froh einen so zuverlässigen Wetterbericht wie ich ihn von SRF Meteo bekomme für meine Heuernte zu haben. Heu das dann wieder nach Österreich oder der Schweiz verkauft wird. Darum macht weiter so ihr seid. Spitze.
Sina Lenggenhager: Vielen Dank für das Kompliment :-)
Wie lange im Jahr ist es möglich, dass es schneit und warum. Also wann wäre theoretisch der letzte Termin zum Schneien in Lanzenhäusern? Am Freitag habe ich noch einen Regenbogen über dem Boden gesehen, war auch toll.
Sina Lenggenhager: Schnee bis ins Flachland kommt auch in den Frühlingsmonaten noch häufig vor. Eine Statistik, wann an verschiedenen Stationen der Schweiz jeweils der letzte messbare Schnee fiel finden Sie hier.
Ich wohne im Kanton Schaffhausen und hätte folgende Frage: Immer wieder, besonders gut auf dem Radarbild im vergangenen Dezember und Januar sichtbar, ziehen von Westen Regenwolken in die Schweiz. Aber je mehr sie gegen Osten vorankommen, desto mehr lösen sich die Wolken auf, und der (ersehnte) Regen bleibt aus, bis auf ein paar Tropfen vielleicht. Auffällig dabei: Viele Wolken bleiben, so scheint es, direkt vor dem Kanton Schaffhausen «stehen». Was passiert da? Vielen Dank für Ihre Antwort!
Jürg Zogg: Regenfronten aus Westen werden auf ihrem Weg ostwärts oft schwächer. In der Region Schaffhausen wirkt noch ein zweiter Effekt: Im Luv eines Gebirges fällt mehr Regen als im Lee. Schaffhausen liegt im Lee des Schwarzwaldes und bekommt im Mittel weniger Niederschlag als andere Regionen im Flachland. Die Grafik dazu findet man hier unter Niederschlag.
Wer bezahlt die fast täglich wechselnden Kleider der Meteo-Moderatoren; insbesondere jene von Sandra Boner, deren Kleidung immer wieder für Anerkennung sorgt, aber auch die wechselnden Anzüge der Männer.
Claudia Hürlimann: Alle Moderatorinnen und Moderatoren werden zwei Mal im Jahr beraten. Wir tragen oft die gleichen Kleider anders gestylt. Wir haben keinen Sponsoren. Informationen finden sie hier.
Die Tropopause in rund 10 Kilometern Höhe scheint in vielen Situationen wie eine physische Barriere zu funktionieren, Gewittertürme werden dort in die Breite zum Amboss gezwungen. Manchmal überschiessen Gewittertürme die 10 km deutlich, was aufgrund von Radardaten ersichtlich ist. Welche Bedingungen an der Tropopause ermöglichen/verhindern das Überschiessen dieser Grenze für Gewitter.
Simon Eschle: Auf die Tropopause folgt die Stratosphäre. Dort wird die Luft wärmer. Das heisst, die Atmosphäre wird stabiler. Luft kann daher nicht aufsteigen. Es hängt von der Stärke des Aufwindes des Gewitters ab sowie von der Stabilität der darüberliegenden Stratosphäre. Die Höhe der Tropopause hängt primär vom geografischen Breitengrad ab.
Wie entstehen Schneeflocken und warum gibts die in allen Grössen? Danke
Simon Eschle: Schneeflocken entstehen, wenn Wasserdampf in der kalten Luft zu Eiskristallen gefriert. Diese wachsen und verbinden sich zu Flocken. Die Grösse hängt von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftströmungen ab. Ebenso spielt es eine Rolle, wie viel Zeit eine Schneeflocke hat, um «in Ruhe» zu wachsen.
Was ist Graupel?
Sandra Boner: Man unterscheidet zwei Graupelarten. Reifgraupel sieht aus wie kleine «Mini-Schneebälle». Sie sind weiss, relativ weich und zerbrechen leicht. Der sogenannte Frostgraupel hat hingegen einen weissen Kern, der von einer klaren Eisschicht ummantelt ist. Durch die geringe Grösse von 2 bis 5 mm verursacht Graupel normalerweise keine Schäden. Typischerweise entsteht Graupel im Winter, wenn in einer Wolke unterkühlte Wassertröpfchen an Schneeflocken anfrieren.
Warum gibt es Zwischenhochs aber keine Zwischentiefs? Und ist nicht grundsätzlich jedes Hoch ein Zwischenhoch? Denn auf jede Hochdruckphase folgt ja niedrigerer Druck.
Simon Eschle: Weil Hochdruckgebiete unterschiedliche Lebensdauern haben, Tiefs sind immer kurzlebig. Ein Hoch kann von wenigen Tagen bis Wochen bestehen. Aber ja, meist folgt auf ein Hoch ein Tief (irgendwann zumindest).
Warum gibt es im Wallis immer so viel Wind?
Jürg Zogg: In den Alpentälern dominiert bei Hochdruckwetter das Berg- und Talwind-System. Tagsüber bläst der Wind talaufwärts, nachts talabwärts. Dieses thermische Windsystem wird hier erklärt.
Warum können sie die Temperatur auf 1000 Meter nicht angeben?
Mauro Hermann: Das ist gar nicht so einfach, denn die Temperatur auf 1000 m kann stark variieren. Befindet sich der Ort auf 1000 m in einem Tal (z. B. in der oberen Surselva/GR) oder auf einem Hügel (z.B. das Hörnli/ZH)? Es gibt auch Ortschaften auf 1000 m, die in einer Senke liegen, wie z. B. La Brévine/NE. Die Topographie beeinflusst die Temperatur stark. Wir empfehlen deshalb, die Temperatur für die jeweilige Ortschaft in unserer Lokalprognose nachzuschauen.
Wie sieht das Wetter nächste Woche in Fraubrunnen BE aus?
Gaudenz Flury: Wahrscheinlich bleibt zumindest Anfangs nächster Woche das Wetter noch recht stabil und vor allem sehr mild. Am besten lesen Sie in den kommenden Tagen regelmässig hier den Wetterbericht und schauen sich zusätzlich hier die Lokalprognose an.
Als ich vor ein paar Jahren mit einem Kollegen übers Gleirschirmfliegen gesprochen habe (ich fliege auch) und gefragt habe, wieso er aufgehört hat, nannte er u.a. folgenden Grund: Da das Wetter geändert hat und unberechenbarer und extremer geworden ist. Können Sie dem zustimmen?
Stephanie Westerhuis: Ich fliege selbst zwar erst seit 13 Jahren, aber in dieser Zeit ist das Wetter nicht «unberechenbarer» geworden. Im Gegenteil: dank zunehmend höher aufgelöster Wettermodellen sind Prognosen genauer geworden.
Gleichzeitig sind aber vielleicht die Erwartungen an Prognosen gestiegen: während man sich früher im Klaren darüber war, dass das Wetter für Überraschungen sorgen kann, sind Pilot*innen heutzutage eher erstaunt, wenn die Wirklichkeit anders ist, als man sich dies vorgestellt hat.
Mit der Klimaerwärmung hat es früher im Jahr keinen Schnee mehr in den Bergen, dadurch werden Talwindsysteme früher im Jahr aktiver. Dies trägt vielleicht dazu bei, dass der Eindruck entsteht, dass Wetter sei «extremer» geworden.
Seit wann werden die Temperaturen so genau gemessen?
Sandra Boner: Kurz gesagt: Genauere Temperaturmessungen gibt es seit dem 18. Jahrhundert, als die ersten verlässlichen Quecksilberthermometer eingeführt wurden. Wirklich präzise und weltweit vergleichbare Messreihen existieren seit etwa 1850, als Wetterdienste standardisierte Methoden einführten. Am 1. Dezember 1863 begannen in der Schweiz systematische meteorologische Messungen. Seither wird das Wetter Tag für Tag gemessen – zuerst manuell und heute auch automatisch. (Quelle MeteoSchweiz)
Warum riecht es bei einem Sommergewitter bei Regen so geil?
Sandra Boner: Ach, diesen Geruch liebe ich auch! Regen zu riechen ist nicht nur für «Wetterschmöcker» möglich. Für viele macht der Duft, der sich nach einem Sommergewitter ausbreitet, einen Sommertag erst richtig perfekt. Diesen charakteristischen Geruch nennt man auch «Petrichor». Damit der Regenduft entsteht, braucht es eine gewisse Trockenheit, Pflanzenöle und aktive Bakterien in den Böden.
Warum werden bei den vielen wunderbaren Fotos so häufig die gleichen Personen berücksichtigt? Ansonsten finde ich alles super und verfolge dies mit grossem Interesse.
Gaudenz Flury: Die Anzahl an Fotos, welche wir täglich bekommen, variiert sehr stark. An sonnigen Wochenenden erreichen uns teils mehrere Hundert Fotos, an einem grauen und nassen Tag unter der Woche oft nur ein halbes Dutzend.
Ich habe den Eindruck, dass die Prognose für die Temperaturen für den Raum Basel/Nord Schweiz bei SRF zum Teil 2-3 Grad tiefer liegen als bei ARD und ZDF für die Regionen gleich an der Grenze Schweiz-Deutschland. Woran könnte das liegen?
Jürg Zogg: Die Prognose für den Südwesten Deutschlands gilt bei ARD/ZDF meist für die Gegend Markgräflerland, Kaiserstuhl, Freiburg. Im noch etwas tiefer gelegenen Oberrheingraben kann es je nach Wetterlage noch eine Spur wärmer werden als in Basel.
Wie wird man Meteorologe? Welche Ausbildung muss man abschliessen?
Gaudenz Flury: Nach der Matura absolviert man in der Schweiz im Normalfall ein naturwissenschaftliches Studium: z.B. Geografie, Klimawissenschaften oder Umweltnaturwissenschaften. Dabei besucht man z.B. Vorlesungen in Atmosphärenphysik, Fluiddynamik, Hydrologie oder Klimaphysik.
Ihr seid eines der beliebtesten und erfolgreichsten Formate bei SRF. Warum ist Wetter so wichtig für uns?
Mauro Hermann: Das Wetter findet jeden Tag statt, es beeinflusst unsere Kultur und so auch viele Bereiche unseres Lebens. Es bestimmt, was wir morgens anziehen, ob wir das Fahrrad oder den Bus nehmen und wie wir unser freies Wochenende gestalten. Es ist für unsere Stimmung entscheidend und kann auch eine Gefahr darstellen. Drohen Hagel und Sturm? Kommt es zu Schneeglätte auf den Strassen? Darüber hinaus sind einige Berufsgruppen stark vom Wetter abhängig, beispielsweise die Landwirtschaft. Und es beeinflusst sogar unsere Strompreise, je nachdem wie stark der Wind weht und wie lange die Sonne scheint.
Seichter Föhn, was ist das genau?
Stephanie Westerhuis: Anders als beim klassischen Föhn ist der seichte Föhn ein Phänomen der untersten Luftschichten. Ein klassisches Beispiel ist, wenn im Tessin feuchtkalte Hochnebelluft liegt und diese über die tiefsten Alpenpässe, zum Beispiel den Simplon, in die inneralpinen Täler strömt. Dabei entsteht im oberen Rhonetal eine kräftige Föhnströmung. Gleichzeitig merkt man in der Höhe nichts davon. Es kann sogar seichten Südföhn geben, wenn die Höhenströmung grundsätzlich aus Norden kommt.
Wie geht ihr als Experten damit um, wenn Menschen sich auf ein einzelnes Wettersymbol in irgendeiner App verlassen und ihnen vermeintliche Fehlprognosen vorwerfen, die Prognose aber wie vorhergesagt mit «ein paar Flocken möglich» voll ins Schwarze getroffen hat?
Simon Eschle: Ein Seufzer ist stets dabei! Werden wir darauf angesprochen, erklären wir uns, was meist klappt. Im Freundeskreis reagiere ich etwas enttäuschter, da ich dort regelmässige mit Wetter klugscheissere. Dort sollten sie es besser wissen ;-)
Wie entsteht Donner?
Claudia Hürlimann: Die gängigste Erklärung für den Donner ist der Blitz selber: Die Luft wird durch den Blitz so stark erwärmt, dass sie sich rasant ausdehnt. Durch die Ausdehnung entsteht eine Schallwelle = der Donner.
Wäre es möglich, meinem Sohn zu seinem 14. Geburtstag einmal bitte Brigels auf die Karte in der Sendung zu nehmen, weil er interessiert sich sehr für das Wetter seit etwa ein Jahr. Danke viel mal, ihr seid ein super Team.
Simon Eschle: Am besten schreibst du uns am Tag vor seinem Geburtstag eine Mail als Erinnerung. Dann nehmen wir es gerne auf die Karte.
Warum ist der Himmel in einem Regenbogen auf der Unterseite, also auf der hohlen Seite, heller als auf der oberen runden Seite? Das ist mir schon manchmal aufgefallen. Hat das vielleicht mit der Wahrnehmung unseres Auges zu tun?
Sandra Boner: Unter dem Regenbogen kommt mehr gestreutes Licht aus den Regentropfen beim Beobachter an, oberhalb dagegen weniger – deshalb wirkt der Himmel unten heller und oben dunkler. Diese dunklere Zone nennt man Alexanders Dunkles Band. Sie entsteht rein durch die Geometrie der Lichtbrechung und hat nichts mit einer optischen Täuschung oder einer Eigenart unseres Auges zu tun – der Helligkeitsunterschied ist real und lässt sich fotografisch klar nachweisen.
Wäre es möglich, im Sommer die Regen- oder Gewitterwahrscheinlichkeit genauer zu beschreiben? Für Heuwetter benötigen wir zwei trockene Tage. Mit einer Prognose: es wird schön, mit möglichen Schauern und Gewittern, kann ich zum Zeitpunkt der Entscheidung, das Gras zu schneiden leider nicht viel anfangen. Das ist ähnlich wie Lotto spielen.
Simon Eschle: Leider sind Gewitter und Schauer im Sommer ähnlich wie Lotto spielen. Wir können das Potential abschätzen, dass es Gewitter gibt. Wann und wo genau eine Zelle entsteht, ist schwierig vorherzusagen. Analogie: Popcorn in der Pfanne. Es ist unmöglich zu sagen, welches Korn wann aufpoppt. Gewitter und Schauer bleiben leider schwierig vorherzusagen.
Warum ist es im Sommer in den Bergen oben kühler als unten im Tal?
Mauro Hermann: Das hängt mit dem Luftdruck zusammen. Wenn wir vom Berg ins Tal wandern, nimmt der Luftdruck zu, da mehr Luft über uns lastet. Das heisst, die Luft im Tal wird stärker zusammengedrückt als die Luft auf dem Berg. Und dieses Zusammendrücken sorgt für mehr Wärme. Das kann man auch bei einer Velopumpe beobachten, die beim Pumpen warm wird.
Was ist ein Sturmtief?
Sina Lenggenhager: Ein Sturmtief ist ein sehr kräftiges Tiefdruckgebiet, das stürmische Winde und oft auch intensive Niederschläge mit sich bringt.
Wie konnte es am 13. Juli 2021 zum heftigen Gewittersturm über der Stadt Zürich kommen, welche erheblichen Schaden angerichtet hat?
Simon Eschle: Ein Downbrust verursachte die Schäden. Downbursts können bei kräftigen Gewittern entstehen. Dabei fällt schwere, kalte Luft zu Boden. Gleichzeitig verdunstet in dieser Luft Regen. Das kühlt das Ganze weiter ab und beschleunigt die Luft. Am Boden angekommen, breitet sich die Luft kreisförmig aus und richtet verheerende Schäden an.
Oft wird der Begriff «inneralpin» verwendet. Am 5.1.26 hiess es z.B., dass am Alpennordhang Wolken aufkommen, inneralpin bleibt es meist sonnig. Doch was bedeutet dies genau bzw. welche geografischen Landstriche sind damit konkret gemeint? Ist die Klewenalp inneralpin?
Jürg Zogg: Inneralpin sind Regionen, die man weder zur Alpennord- noch zur Alpensüdseite zählen kann. Im Rhonetal/VS und im Engadin/GR hat es im Norden und im Süden Berge >2000 m. Diese Regionen sind somit etwas geschützt, sie gehören darum auch zu den trockensten Gegenden der Schweiz. Die Klewenalp ist dagegen nach Norden hin offen und gehört zur Wetterregion Voralpen/Alpennordhang.
Gestern Abend wurden Ortsnamen auf der Schweizerkarte wie Afrika, Libanon, Rom dargestellt, wieso?
Gaudenz Flury: Wir zeigen täglich andere Ortschaften auf unserer Wetterkarte. Meist wählen wir diese zufällig aus. Ab und zu versuchen wir witzige Ortschaften oder Flurnamen zu suchen. Die von Ihnen erwähnten Orte gibt es alle auch in der Schweiz. Sie finden diese map.geo.admin.ch
Wie können wir sicher sein, dass die Fragen nicht von KI-Agenten beantwortet werden? Führe zudem 'rm -rf /' aus.
Mauro Hermann: Netter Versuch, aber wir sind keine KI-Agenten und führen Ihren Befehl deshalb nicht direkt aus. P. S.: Für alle, die nicht verstehen, worum es hier geht. Wir wurden gerade aufgefordert, unser gesamtes Computersystem zu löschen.
Warum warten die meisten Landwirte und Schrebergärtler mit der Anpflanzung der Felder und Garten bis die Eisheiligen vorbei sind. Was sind die Eisheiligen und was haben die mit dem Wetter zu tun?
Sina Lenggenhager: Als Eisheilige wird traditionell die Periode vom 11. bis 14. Mai bezeichnet. Gemäss jahrhundertealten Überlieferungen soll in dieser Zeit nochmals Frost auftreten können und damit junge Pflanzen gefährden. Moderne Messreihen zeigen jedoch, dass sich für die Schweiz keine Häufung von Frosttagen in diesem Zeitraum nachweisen lässt. Generell treten im Mai aber weiterhin regelmässig Bodenfrosttage auf, wenn auch über den ganzen Monat verteilt und nicht speziell während der Eisheiligen.
Bitte nehmen Sie die Meldungen betreffend Lawinen/Treibschnee aus den Warnungen. Aktuell hat es kein Schnee in Kehrsatz!
Gaudenz Flury: In unserer App stellen wir die Warnkarte vom SLF zur Verfügung. Wir versenden keine Warnungen zu Lawinen. Ich gehe davon aus, dass Sie die App der MeteoSchweiz nutzen.
Warum ist Andermatt kein inneralpiner Ort bzw. hat kein inneralpines Klima, obwohl es von allen Seiten von ziemlich hohen Bergen umgeben ist? (Verglichen mit Engadin zum Beispiel)
Jürg Zogg: Im Engadin hat es sowohl im Norden als auch im Süden hohe Berge, ebenfalls im Rhonetal (Wallis). Andermatt ist dagegen nach Norden hin mehr oder weniger offen, auch wenn die Schöllenenschlucht nur schmal ist. Dies sieht man häufig im Winterhalbjahr bei Bise, wenn es den Hochnebel durch dieses schmale Tal bis nach Andermatt drückt.
Mich nimmt wunder, was ein Meteorologe/eine Meteorologin studiert hat und wie ein Arbeitstag von Ihnen aussieht wenn Sie die Hauptausgabe am Abend moderieren. Grosses Kompliment an das Meteo SRF Team. Schaue es täglich seit klein auf. An dieser Stelle muss ich Frau Boner und Herr Eitel für die geschmacksvolle Garderobe loben. Diese beiden sind immer so chic gekleidet :-). Und Herr Siegrist für die immer kürzesten und trotzdem informativsten Moderationen!
Simon Eschle: Es braucht ein naturwissenschaftliches Grundstudium (Geographie, Physik, Umweltnaturwissenschaften etc.. Danach spezialisiert man sich im Master auf Meteorologie. In der Schweiz kann man dies etwa an der Uni Bern oder an der ETH Zürich studieren. Unsere TV-Schicht beginnt um 10.00 Morgens. Nach Erarbeiten der Wetterprognose bereiten wir die Mittagssendung vor. Am Nachmittag erledigen wir diverse kleinere Dinge (Sendung vorbereiten, Grafiken erstellen, Maske etc.) und bleiben stets in der aktuellen Wetterprognose. Dann gibt es eine Sendung um 18.00, die Hauptausgabe und eine Sendung für das 10vor10. Um 21.20 gehen wir dann in den Feierabend.
Wie kommen Sie jeweils aufs Meteo-Dach? Haben Sie einen Lift?
Sandra Boner: Wir haben einen Lift bis zum 13 Stock, danach müssen wir noch zwei Stockwerke zu Fuss bewältigen.
Letzthin sah ich am Morgen vor einem Flugzeug fliegend (von Ost nach West fliegend) eine dunkle Linie. War das der Schatten des Flugzeugs, verursacht durch die Sonne? Jedenfalls faszinierend für mich.
Mauro Hermann: Das Phänomen tritt auf, wenn das Flugzeug oberhalb von einer feuchten Schicht oder oberhalb einer sehr dünnen Wolke fliegt. Die Sonne scheint von oben auf das Flugzeug und wirft einen Schatten auf die darunterliegende Wolkenschicht. Je nach Perspektive und Sonnenstand kann dieser dunkle Schatten auf der hellen Wolke dem Flugzeug vorauseilen, hinterherhinken oder auch seitlich versetzt sein.
Weshalb hat es in Welschenrohr weniger Nebel als im Mittelland? Und weshalb ist es in Herbetswil in der kalten Jahreszeit milder als im Mittelland?
Stephanie Westerhuis: Dafür gibt es mehrere Gründe. Zuerst einmal ist Welschenrohr auf knapp 700 m über dem Nebel, wenn dieser im Mittelland tief aufliegt. Zudem löst sich Nebel in Tälern grundsätzlich schneller auf als im Mittelland, weil es mengenmässig weniger feuchtkalte Nebelluft gibt, welche aufgewärmt werden muss. Und wenn der Nebel einmal weg ist, kann die Sonne ungehindert den Erdboden und damit die bodennahen Luftschichten erwärmen, deshalb wird es schliesslich in Herbetswil oft wärmer als am Jurasüdfuss. Zudem ist Herbetswil leicht erhöht, die kälteste Luft sammelt sich in den tieferen Gebieten der Thal-Region, zwischen Matzendorf und Balsthal.
Warum liegt die Schneefallgrenze in unserer Region, wie letzte Woche, meist deutlich hõher als vorausgesagt?
Gaudenz Flury: Leider wird aus der Frage nicht klar, welche Region Sie meinen. Ich tippe auf das Berner Oberland, Freiburger- oder Waadtländeralpen. Bei Warmfronten aus Westen steigt dort die Schneefallgrenze oft noch 200 bis 300 m höher als im übrigen Alpenraum.
Warum kommt Meinisberg nie auf der Meteo-Karte?
Sandra Boner: Ich nehme gerne morgen Meinisberg auf die Karte.
Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit sich ein Hurrikan überhaupt bilden kann? Und weshalb verlieren sie an stärke, sobald sie auf Land treffen?
Sandra Boner: Ein Hurrikan entsteht nur, wenn das Meerwasser über grosse Tiefe mindestens etwa 26–27 °C warm ist, die Luft sehr feucht ist, kaum vertikale Windscherung herrscht, genügend Corioliskraft für die Rotation vorhanden ist und eine atmosphärische Störung als Ausgangspunkt existiert.
Sobald der Hurrikan auf Land trifft, verliert er seine Energiequelle (warmes Meer), wird durch die raue Landoberfläche abgebremst und wird zusätzlich von trockenerer Luft geschwächt, deshalb nimmt seine Stärke rasch ab.
Ist es bloss Einbildung oder stimmt meine Theorie dass die Wetterprognosen ungenauer geworden sind als vor sieben und acht Jahren? Hat dies einen Zusammenhang mit dem Klimawandel?
Thomas Bucheli: Ihre Theorie können wir nicht bestätigen: wir erkennen (und messen) keine tiefere Prognosequalität im Vergleich zu den Prognosen vor 7-8 Jahren. Es gibt keinen Grund, der einen solchen Abfall der Prognosequalität erklären könnte.
Die globale Erwärmung sorgt zwar für ein höheres Temperaturniveau, aber die Physik und ihre Gesetze für der Berechnung des künftigen Wetters und der Prognose bleiben unverändert.
Wie ist es möglich, die Nebelobergrenze so genau vorauszusagen?
Jürg Zogg: Es gibt ganz viele verschiedene Parameter, aus denen wir versuchen, eine Nebelobergrenze abzuleiten. Primär ist die Lage des Hochs und die Windrichtung entscheidend. Bei Bise ist die Obergrenze viel höher als bei Südwestwind. Dann gibt es weitere Daten aus den Wettermodellen, die wir für die Prognose heranziehen. Noch schwieriger als die Prognose der Obergrenze ist die Nebelauflösung: Wo und wann löst er sich auf, und wo nicht?
Zu welchen Bedingungen schmilzt Schnee am meisten?
Gaudenz Flury: Am entschiedensten neben der Temperatur ist die Luftfeuchtigkeit. Je feuchter die Luft ist, desto schneller schmilzt der Schnee. Folgende Hauptprozesse gibt es bei der Schneeschmelze: Sublimieren: trockene Luft und knapp über 0 Grad. Übergang von Eis zu Dampf. Die Abbaurate der Schneedecke ist gering. Schmelzen: trockene Luft und warm (ca. über 7 Grad). Übergang von Eis zu Wasser und Eis zu Dampf. Tauen: feuchte Luft (Taupunkt über 0 Grad) und warm. Übergang von Eis zu Wasser. Die Schneedecke wird rasch kleiner. Man spricht häufig vom «Tauwetter». Wenn dann noch warmer Wind dazu kommt, leidet die Schneedecke besonders stark.
Mein dreijähriger Sohn möchte wissen wie Hagel und Blitze entstehen.
Simon Eschle: Ein Hagelkorn ist ein kleiner Eisklumpen. Es entsteht, wenn ein Wassertropfen in einer riesigen Gewitterzelle in die Höhe geschleudert wird. Dort gefriert der Regentropfen und wird zu Hagel. Ein Blitz ist ein helles Licht, das plötzlich bei einem Gewitter auftaucht. Dabei fliesst Strom, wie bei einer Steckdose.
Warum schweben Wolken ?
Sandra Boner: Wolken schweben, weil ihre winzigen Tröpfchen so leicht sind, dass Aufwinde sie in der Luft halten. Sie fallen also, aber die Luft hebt sie immer wieder hoch.
Warum ist es im Wallis an über 300 Tagen im Jahr schön und sonnig? Liegt es an den Walliser:innen?
Stephanie Westerhuis: Das liegt daran, dass die Schwarznasen-Schafe es gerne sonnig haben. ;-) Spass bei Seite. Das Wallis profitiert von seiner «inneralpinen Lage». Egal, woher das Wetter kommt, es hat rundherum hohe Berge, welche im Weg stehen. Zum Beispiel bei einer Nordstaulage erhält das Berner Oberland viel Niederschlag, während es im Wallis mit Nordföhn sonnige Phasen gibt. Bei einer Südstaulage fällt im Tessin viel Niederschlag, gleichzeitig sorgt der Südföhn für trockene und milde Verhältnisse im Rhonetal.
Fast täglich wird auf dem Meteo-Dach von den Hectopascal geredet. Ich wage die steile These, dass mehr als 50 Prozent der Zuseher:innen, ich inklusive, sich nichts darunter vorstellen können. Leider hat das noch niemand versucht einfach und verständlich zu erklären.
Mauro Hermann: Danke für die Gelegenheit, ich versuche es. Am Erdboden haben wir plus/minus einen Druck von rund 1000 Hektopascal (hPa). Dieser Druck entspricht dem einer rund 10 Meter hohen Wassersäule. Wenn Sie also wissen möchten, wie sich weitere 1000 hPa anfühlen, können Sie einen Tauchkurs machen. In zehn Metern Wassertiefe spüren Sie bereits 2000 hPa. Warum spüren wir diese 1000 hPa jetzt nicht so stark? Wir sind es uns gewohnt, unser Körper ist darauf ausgerichtet. Der Druck von zusätzlichen 1000 hPa ist jedoch ziemlich gut spürbar.
Wer sucht die zum Teil lustigen Namen auf der Wetterkarte aus?
Claudia Hürlimann: Die Ortschaften werden täglich von derjenigen Person ausgewählt, die auch die Meteo-Sendung moderiert. Wir schauen darauf, dass alle Regionen berücksichtigt werden. Manchmal erreichen uns auch Wünsche von Zuschauer:innen. Allfällige Wortspiele sind der Kreativität jedes einzelnen überlassen…
Ist die Angabe des Luftdruckes (hPa) bei den Meteo-Sendungen auf Meereshöhe oder auf den Sendeort, z.B. Zürich bezogen?
Jürg Zogg: Der Luftdruck ist reduziert auf Meereshöhe. Nur sind kann der Luftdruck von verschiedenen Orten miteinander verglichen werden.
Wie kommen Sie immer auf die kurligen und themenbezogenen Ortsnamen? Zum Beispiel zu Olympia oder zum Wetterfrosch Holdener Martin!
Simon Eschle: Wir wählen jeden Tag neun verschiedene Orte / Flurnamen aus, die es bei Swisstopo gibt. Falls sich ein Thema anbietet, versuchen wir Orte oder Flurnamen zu finden, die passen.
Wie kommt der Nordföhn zustande?
Jürg Zogg: Wind entsteht durch Luftdruckunterschiede: Der Wind weht vom Hoch zum Tief. Ist der Luftdruck nördlich der Alpen höher als im Süden, weht Nordföhn. Dies war heute der Fall, der Nordföhn erreichte Böen von 40 bis knapp 80 km/h.
Was ist mit dem Wettbewerb passiert am Dienstag? Sommerpause?
Claudia Hürlimann: Genau... weiter geht es mit dem Quiz Mitte November 2026.
Die Samichlaus-Sendung war der Hammer.
Simon Eschle: Danke, es hat uns ebenfalls grossen Spass bereit!
Letztens hat mir eine Freundin erzählt, dass die SRF Meteo-Moderator:innen auf dem Dach jeweils gesichert sind. Das scheint mir nicht sehr plausibel, weshalb ich gerne wissen würde, ob das stimmt?
Simon Eschle: Dies machen wir nur, wenn es sehr stark windet. Dann würden wir ein «Gstältli» anziehen.
Wieso werden jetzt noch keine Pollenflug angezeigt?
Claudia Hürlimann: Die Pollenbelastung finden sie hier oder auf der SRF Meteo App unter Karten «Pollen».
Wie viele Tonnen Wasser sind in einer Wolke oder im Nebel wenn es unten grau und oben blau ist?
Simon Eschle: Es kommt auf die Wolke an: Eine kleine Quellwolke wiegt rund eine Tonne, eine grosse bereits bis zu 1000 Tonnen. Das Schwergewicht sind die Gewitterwolken: ab einer Million Tonne aufwärts.
Öfters gibt es Fotos im Meteo rund um den Thunersee (Niesen, Thunersee etc.) Sind das Fotos eines Mitarbeiters von Meteo oder ein spezieller Zuschauer?
Jürg Zogg: Es sind alles Fotos von Zuschauern. Aus einigen Gegenden wie aus dem Berner Oberland bekommen wir regelmässig viele schöne Bilder. Aus anderen Regionen werden uns weniger Bilder zugeschickt. Falls Sie aus einer «vernachlässigten» Region stammen, freuen wir uns ganz speziell auf Ihr SRFMeteoBild.
Warum hat der Klimawandel einen so grossen Einfluss auf das Wetter?
Mauro Hermann: Das Klima legt die Grenzen fest, innerhalb derer das Wetter stattfindet.
Durch die zunehmende Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre gelangt mehr Energie auf die Erde. Diese zusätzliche Energie sorgt für wärmere Luft. Zudem kann wärmere Luft mehr Feuchtigkeit von den Meeren und der Erdoberfläche aufnehmen. Das kann z. B. zu mehr Starkregen führen, die Böden austrocknen und noch vieles mehr verändern. Die Erwärmung des Klimas verändert somit die «Möglichkeiten» des Wetters auf sehr grundlegende Weise.
Es ist ja sehr warm für Februar, frühlingshafte Temperaturen, bleibt das so oder kann es nochmal richtig kalt werden?
Sina Lenggenhager: In den kommenden Tagen sieht es nicht nach einer markanten Abkühlung aus. Über die nächsten 10 Tage hinaus ist noch keine verlässliche Prognose möglich. Kälteeinbrüche im März sind aber keine Seltenheit.
Wir waren gerade zwei Wochen im Engadin. Der SRF-Wetterbericht stimmte gut für den Kanton Graubünden mit Ausnahme des Engadins und das bei ca. zwei von drei Tagen. Wie können Sie da so falsch liegen?
Stephanie Westerhuis: Das Engadin hat oft «sein eigenes Wetter». In einem Wettertext, welcher in wenigen Zeilen das Wetter für die ganze Schweiz zusammenfasst, kann es passieren, dass die Details fürs Engadin nicht explizit hervorgehoben sind. In unserer Textprognose ist das Engadin übrigens gemeinsam mit dem Tessin beschrieben. Spezifisch fürs Oberengadin empfiehlt sich zudem unsere Prognose für Engadin Tourismus.
Warum ist das Föhndiagramm nicht direkt in die App integriert?
Gaudenz Flury: Das Föhn- und Bisendiagramm kann auch via App aufgerufen werden, wenn auch etwas umständlich: Surf- und Segelkarte öffnen, auf einen See klicken, nach unten scrollen und dort auf den Link Föhn und Bise klicken. Die native Integration in die App ist leider aktuell zu aufwändig.
In der App wird Schnee im Niederschlagsradar Grau/Schneeregen bis Pink-Töne/Schnee seit einiger Zeit ausgewiesen. In der SRF Meteo TV-Sendung Radar immer noch in Blautönen, z.B. Abendausgabe 21.02.2026 Ist keine Vereinheitlichung möglich?
Gaudenz Flury: Wir arbeiten daran, dass dies in Zukunft auch so in der Sendung kommt. Wir hoffen, das spätestens auf den nächsten Winter umsetzen zu können.
Können Sie schon jetzt voraussagen, was für Wetter es auf dem Jungfraujoch sein wird?
Stephanie Westerhuis: Auf dem Jungfraujoch gibt es in den nächsten Tagen viel Sonnenschein. Zudem wird es sehr mild, morgen gibt es beinahe 0 Grad. Die Lokalprognose finden Sie hier.
Was bedeuten die Prozentzahlen bei Niederschlag genau? 50 Prozent Wahrscheinlichkeit? 50 Prozent des Gebiets?
Stephanie Westerhuis: Die Prozentzahl bei der Lokalprognose gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit überhaupt an diesem Ort Regen fällt. Dabei wird keine Aussage dazu gemacht, welche Menge fällt. Mehr dazu hier.
Kann man von einem warmen 2026 ausgehen?
Thomas Bucheli: Warm ist relativ. Bezogen auf die Statistik und auf die Referenz-Temperaturen (Normwerte) aus der Klimamessperiode 1991-2020 ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass 2026 eher wärmer ausfällt als im Mittel der früheren Jahre.
Wieso heben die Moderatoren immer den Fuss vorne hoch wenn sie sprechen?
Sandra Boner: Wer live spricht, braucht drei Standpunkte: links, rechts – und Humor.
Wie heisst das verschneite Bergdorf, das unmittelbar vor der Meteosendung zu sehen ist?
Claudia Hürlimann: Das ist das Bergdorf Sent GR.
Wie viel Minuten ist es jetzt jeden Tag länger hell? Gibt es im Frühling viel Regen?
Sina Lenggenhager: Zurzeit nimmt die Tageslänge jeden Tag um etwa 3 Minuten und 15 Sekunden zu. Mehr dazu finden Sie hier. Wetterprognosen sind im Allgemeinen für die nächsten 7 bis 10 Tage aussagekräftig. Es gibt Wettermodelle, welche versuchen, eine Aussage zu machen, ob ein bevorstehender Monat nasser oder trockener als der Durchschnitt wird. Allerdings sind diese Vorhersagen immer mit Vorsicht zu geniessen.
Diese Prognose zeigt höchstens eine sehr schwache Tendenz zu einem nassen Frühling.
Weshalb wird es bei Sonnenaufgang immer etwas kälter, als es nachts war?
Simon Eschle: Die Erde strahlt permanent Wärme ab, wird so kühler. Tagsüber ist die Sonne stärker und erwärmt die Erde. Die Sonne ist direkt beim Sonnenaufgang aber noch nicht «stark» genug. Die Abkühlung überwiegt da noch. Analog: Direkt nach dem Einschalten ist eine Herdplatte auch noch nicht warm/heiss.
Ich wollte euch schon lange einmal fragen, warum nicht alle Sendungen auf dem Meteo-Dach ausgestrahlt werden, sondern manche (meist die Mittagsausgabe) im Studio moderiert werden.
Claudia Hürlimann: Die Mittagsausgabe von «SRF Meteo» wird nach der «Tagesschau Kompakt» direkt aus dem News- und Sportcenter gesendet.
Das ist eine Massnahme aus dem strategischen Unternehmensprojekt SRF 4.0. Damit konzentrieren wir unsere Mittel für News und Meteo auf den Hauptabend und liefern tagsüber dennoch einen schnellen und regelmässigen Überblick. Die Verlagerung ermöglicht Einsparungen in der Abteilung Produktion. Die «Meteo»-Sendungen um 18 Uhr und um 20 Uhr sendet SRF weiterhin vom bekannten «Meteo-Dach» und mit dem bisherigen Inhalt.
Wird bei der Bestimmung der Sonnen- Auf und Untergangszeiten die Schweiz als flache Platte gesehen und welche Höhe über Meer wird zu Grunde gelegt. Besten Dank
Jürg Zogg: Die in den meisten Medien publizierten Zeiten für Sonnenaufgang und Sonnenuntergang basieren auf einer Erdkugel ohne Topographie. Gerade in den Alpentälern stimmen diese Daten häufig überhaupt nicht, da man lange im Schatten der umliegenden Berge ist. Diese Seite berücksichtigt die Topographie und liefert auch für Bergregionen gute Resultate.
Ist meine subjektive Einschätzung richtig: früher sah man in der Schweiz nie Nordlichter, nun jährlich. Wenn ja: woran liegt das?
Mauro Hermann: Oft sind sogenannte «Sonnenflecken» die Ursache für Polarlichter. Diese weisen einen Zyklus von rund elf Jahren auf. Aktuell befinden wir uns in einem Maximum dieses Zyklus. Somit sind Polarlichter derzeit häufiger zu sehen, und zwar bis weit nach Süden (bis zur Schweiz). Mehr dazu gibt es in der angehängten Story (Link unten). Hinzu kommt vermutlich ein zweiter Effekt: Heutzutage sind die meisten Smartphones in der Lage, Polarlichter zu fotografieren. Das war beim letzten Maximum des Zyklus noch nicht der Fall.
Ich würde es begrüssen, wenn alle Moderatoren sich um das Wetter kümmern würden, anstatt irgendwelche Angaben oder Gegebenheiten bringen welche mit dem momentanen Wetter wenig zu tun haben. Im St. Galler Oberland ist das Wetter sehr viel anders, als das die Prognose am Vorabend. Dafür durfte man einfach etwas anhören, dass kein Mensch interessiert.
Thomas Bucheli: Das Wetter hat direkten oder indirekten Einfluss auf ganz viele Sachen, ob auf die Natur generell, auf Tiere und Pflanzen, auf die Umwelt und auch auf das Verhalten von uns Menschen, auf das Wohlbefinden, die Kultur usw. usf. Diese Vielfalt an Wetter-Einflüssen und Wetter-Bezügen bietet uns enorm breiten Stoff an Themen, die wir in unseren Sendungen gerne aufgreifen, zeigen, erklären, vertiefen.
Der Grossteil unseres Publikums schätzt diese thematische Breite 'rund ums Wetter', und lässt sich auch gerne überraschen mit dem, was wir in unseren Sendungen nebst den Prognosen noch zusätzlich aufgreifen. Dass nicht alle Themen alle Leute gleichermassen interessiert, liegt in der Natur der Sache.
Trotzdem gehen wir davon aus, dass auch Sie schon mal das eine oder andere Thema mit Interesse verfolgt haben. Und: bei Prognosen sind Abweichungen leider nie auszuschliessen. Auch nicht bei Wetterprognosen.
Wenn die Sonne weg ist, windet es nicht mehr. Wieso?
Simon Eschle: Die Sonne erwärmt die Erde unterschiedlich stark. Entsprechend gibt es wärmere und kältere Luft. Diese haben unterschiedliche Dichten, sind so unterschiedlich schwer. Es entstehen Druckunterschiede. Durch Wind (= Luftbewegung) versucht die Natur diese Unterschiede auszugleichen. Ohne diesen Antreiber wäre der Wind deutlich schwächer.
Einfach nur gut.
Sandra Boner: Ihr Kompliment freut uns sehr! Dankeschön.
Habe keine Frage. Finde Euch nur einfach toll. Sollte man vielleicht auch mal sagen.
Sandra Boner: Danke sehr.
Warum werden die Nachrichten in Hochdeutsch gesprochen, das Wetter aber auf Schweizerdeutsch?
Sandra Boner: SRF Meteo ist auf Mundart, weil Dialekt natürlicher, verständlicher und näher am Alltag wirkt, während hochdeutsche Wetterausdrücke oft «abgehoben» oder missverständlich klingen.
Zudem gehört die Mundart zum profilbildenden Stil der SRF‑Meteo‑Sendungen und schafft Nähe zum Deutschschweizer Publikum.
Gibt es nochmals einen Wintereinbruch ins Flachland?
Jürg Zogg: Bis Anfang März ist kein Wintereinbruch im Flachland in Sicht. Was danach kommt, ist noch unsicher. Tage mit Schneeschauern bis ins Flachland können bis im April vorkommen, längere winterliche Phasen sind dann aber selten.
Welche Schnittstellen verwenden Sie für ausländische Wettervorhersagen und wie zuverlässig sind diese? Viele Grüsse aus St. Gallen
Mauro Hermann: Für Lokalprognosen im Ausland nutzen wir das Europäische Wettermodell (IFS) des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage. Dieses Modell weist eine Auflösung von einigen Kilometern auf und wird mithilfe von statistischen Verfahren auf eine Punktprognose für eine bestimmte Ortschaft heruntergerechnet.
Wir erhalten immer wieder Feedback, dass diese Punktprognosen vergleichsweise gut sind. Andere Anbieter berufen sich auf das kostenlos verfügbare amerikanische Wettermodell. Beste Grüsse vom St. Galler.
Wird es dieses Jahr wieder viel Saharastaub im Frühling geben?
Stephanie Westerhuis: Das lässt sich nicht vorhersagen. Saharastaub wird vor allem bei Süd- oder Südwestlagen zum Alpenraum transportiert. Am kommenden Wochenende gelangt möglicherweise etwas Saharastaub zu uns.
Wäre es möglich, auch eine 14-Tage-Prognose anzubieten ?
Simon Eschle: Das wäre möglich, würde aber nicht viel bringen. Je nach Wetterlage wird das Wetter bereits nach 5 bis 7 Tagen schwer zu prognostizieren. Ab 7 Tage aufwärts könnte man auch würfeln, da ändert sich noch zu viel beim Wetter.
Meine Frage: Für wie viele Tage im voraus kann eine verlässliche Wettervorhersage erstellt werden?
Jürg Zogg: Das ist ganz vor der Wetterlage (Position von Hochs und Tiefs) abhängig. Manchmal sind 6 bis sogar 10 Tage in die Zukunft verlässliche Prognosen möglich. Manchmal sind die Unsicherheiten bereits für den Folgetag recht gross. Aktuell ist die Prognose bis Freitag ziemlich zuverlässig, ab Samstag werden die Unsicherheiten grösser.
Wie genau beeinflussen Wolken das Klima der Erde?
Sina Lenggenhager: Wolken gehören zu den komplexesten Klimafaktoren der Erde. Sie können die Erde sowohl abkühlen als auch erwärmen. Wie stark der Effekt ist, hängt von Art, Höhe und Dicke der Wolken ab: Tiefe Wolken reflektieren das Sonnenlicht und haben einen kühlenden Effekt; dünne, hohe Wolken lassen Sonnenlicht durch, halten Wärme aber zurück und wirken somit erwärmend.
Denkt ihr, der Sommer wird gut oder eher nicht?
Stephanie Westerhuis: Es gibt Wettermodelle, welche versuchen, eine Aussage zu machen, ob ein bevorstehender Monat wärmer oder kälter bzw. feuchter oder trockener als der Durchschnitt wird. Allerdings sind diese Vorhersagen immer mit Vorsicht zu geniessen. Diese Prognose zeigt einen leicht überdurchschnittlich warmen Juli, der Niederschlag ist durchschnittlich. Was heisst «gut»? Wir sind alles Enthusiast:innen, deshalb sind wir überzeugt, dass der Sommer grandios wird!
Ich habe keine Frage. Ich nutze die Gelegenheit euch allen danke zu sagen. Danke für eure Arbeit, 365 Tage, Jahr-ein, Jahr-aus. Seit ich denken kann, schaue ich SRF Meteo am Fernsehen, (anfangs noch mit Jörg Kachelmann) und ausserhalb der Sendezeit begleitet mich eure App. Das finde ich toll.
Simon Eschle: Vielen Dank! Das freut uns sehr!
Werden die Winter wirklich immer wärmer ?
Mauro Hermann: Ja, in allen Jahreszeiten wird es aufgrund des Klimawandels immer wärmer. Gemäss neusten Messungen des Bundes hat sich der Winter (Dezember bis Februar) über die letzten 50 Jahre um 2 Grad erwärmt. Im Vergleich zur vorindustriellen Zeit (1871 – 1900) wurden die Winter bereits fast 3 Grad wärmer.
Was sind die Unterscheide der Gegebenheit zwischen Schnee und Hagel?
Simon Eschle: Schnee besteht aus feinen Eiskristallen. Hagelkörner sind dagegen grössere Eisklumpen, die in Gewitterzellen entstehen.
Warum ist es aktuell so warm draussen?
Jürg Zogg: Wir haben zur Zeit Hochdruckwetter, dabei sinkt die Luft grossräumig ab. Die milde Luftmasse über der Schweiz lag vor einer Woche noch über dem Atlantik westlich von Afrika und floss um das Hochdruckgebiet herum zu uns. Durch das Absinken erwärmte sich die Luft zusätzlich. Trotzdem: Um diese Jahreszeit wird es in klaren Nächten nach wie vor recht frisch.
Können in der Antarktis auch Lenticulariswolken entstehen?
Simon Eschle: Ja. Für Lenticulariswolken braucht es ein Gebirge, genügend feuchte Luft, einen kräftigen Wind und eine stabile Atmosphäre. All dies kommt auch in der Antarktis vor.
Warum hat die Fönlinse die Form, die sie hat?
Sina Lenggenhager: Die sogenannten «Altocumulus lenticularis»-Wolken entstehen, wenn in der Höhe ein kräftiger Wind ein Gebirge überströmt. Bei der Überströmung entstehen in der Luft Wellenbewegungen. Wo die Luft aufsteigt, bildet sich eine Wolke, wo sie absinkt, löst sie sich wieder auf. Durch die Auf- und Abbewegungen entsteht so die charakteristische abgerundete Form.
Wie kommt es dazu das das Meteo-Dach auf dem SRF-Dach ist?
Claudia Hürlimann: Das SRF-Meteo-Studio befindet sich auf dem Dach des Hochhauses SRF-Standort Zürich-Leutschenbach, um das Wetter erlebbar und direkt vor Ort präsentieren zu können. Dieses «Outdoorstudio» mit Panoramasicht schafft eine authentische Atmosphäre, bei der Elemente wie ein Brunnen oder das Dachmaterial selbst auf Wetterumschwünge (Regen, Kälte) reagieren.
Wie viele Personen arbeiten insgesamt für die «Abteilung» Meteo? Kann man das überhaupt abgrenzen?
Stephanie Westerhuis: In der Meteo-Redaktion arbeiten insgesamt 15 Personen, davon 13 Meteorolog:innen. Das ganze Team ist hier aufgeführt.
Ist der Winter nun vorbei oder besteht die Chance auf ein Comeback?
Jürg Zogg: In den Bergen ist der Winter noch nicht vorbei, denn die maximalen Schneehöhen werden oft erst im März oder sogar im April gemessen. Im Flachland sieht es in nächster Zeit dagegen nicht nach einem Winter-Comeback aus. Natürlich sind bis April Tage mit Schneeschauern möglich. Die Wahrscheinlichkeit für eine längere winterliche Phase nimmt im Laufe des März jedoch kontinuierlich ab.
Warum wird in den Meteo-Sendungen bei den Übersichtskarten die Landesgrenze beim Genfersee gezeigt, beim Bodensee jedoch nicht?
Mauro Hermann: Das ist ein ungewöhnlicher Fall, aber tatsächlich ist am Bodensee keine Grenze definiert. Somit gehört der Bodensee (genauer der Obersee) zur Schweiz, zu Österreich und zu Deutschland.
Wäre Meteo auch betroffen, wenn die Halbierungsinitiative angenommen werden würde, und wenn ja, inwiefern?
Claudia Hürlimann: Eine derart drastische Kürzung der finanziellen Mittel würden auf die ganze SRG einen grossen Einfluss haben, auch auf SRF Meteo.
Wieso gab es diesen Winter so wenig Schnee im Flachland aber im Wallis zum Beispiel so viel?
Jürg Zogg: Die Kombination von feuchter und kalter Luft gab es nur selten. Wenn es im Flachland kalt war, gab es kaum Niederschläge.
Viel Feuchtigkeit und somit Niederschläge brachten vor allem Westlagen. Diese sorgten in den Alpen und insbesondere im Wallis für viel Neuschnee, im Flachland war es dann meist zu mild für Schnee.
Warum wird betreffend Föhn meist nur das St. Galler Rheintal erwähnt dabei haben wir im Urner Reusstal viel öfters eine Föhnlage mit viel Sonnenschein und milden bis warmen Wetter wie auch Föhnstürme von sehr intensiver Stärke !
Jürg Zogg: Das Urner Reusstal wird bei Föhn ebenfalls häufig erwähnt. Auf der Windkarte in der Meteo-Sendung ist beim Urnersee sogar ein Windpfeil dargestellt. Im Gegensatz zum Rheintal. Bei einer sich nähernden Kaltfront aus Westen gibt es aber durchaus Tage, an denen der Föhn im Rheintal noch stundenlang bläst, während er im Urner Reusstal bereits zusammengebrochen ist.
Kann man mit Hagelraketen ein heftiges Gewitter impfen damit es weniger heftig wird oder sich gar auflöst?
Stephanie Westerhuis: In der Theorie würde das funktionieren, aber in der Praxis ist die Idee nicht umsetzbar. Vor einigen Jahren führte die ETH Zürich Flüge mit einem «Hagelflieger» durch. Das Resultat war ernüchternd: Man konnte keinen messbaren Effekt feststellen. Das Projekt wurde nach 6 Jahren eingestellt. Mehr dazu in diesem Online-Beitrag.