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10 Mio. Menschen ohne Strom Landesweite Stromausfälle in Kuba – Trump will «übernehmen»

Kuba kämpft weiter mit landesweiten Ausfällen des Stromnetzes. Trump äussert derweil seine Pläne für den Karibikstaat.

Darum geht es: Am Montag ist in Kuba das landesweite Stromnetz erneut zusammengebrochen. Der Vorfall ist der jüngste in einer Reihe von grossflächigen Stromausfällen, die schon Tage andauern. Am Wochenende hatten diese zu seltenen, gewaltsamen Protesten in dem kommunistisch regierten Land geführt. US-Präsident Donald Trump äussert sich derweil zu seinen Plänen zur «Übernahme» und «Befreiung» des Karibikstaates.

Person beleuchtet in dunklem Raum, hält Taschenlampe.
Legende: Ein Mann in seiner Küche während des Stromausfalls auf Kuba am Montag. Reuters/Norlys Perez

Alte Infrastruktur und Abhängigkeit: Die Energieversorgung der Karibikinsel stützt sich hauptsächlich auf veraltete Kraftwerke, welche häufig vom Netz gehen und notdürftig repariert werden. Venezuela spielte lange eine zentrale Rolle bei der Ölversorgung. Infolge der Festnahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat Trump venezolanische Öllieferungen nach Kuba unterbunden und jedem Land mit Zöllen gedroht, das Öl an die Insel verkauft. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte vergangene Woche, sein Land habe seit drei Monaten keine Treibstofflieferungen mehr erhalten. Am Freitag teilte die Regierung in Havanna mit, Gespräche mit den USA aufgenommen zu haben.

Notlösungen und erneuerbare Energien

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Kuba setzte unter anderem Kraftwerksschiffe aus der Türkei sowie dezentrale Dieselgeneratoren ein, um Engpässe abzufedern. Zuletzt trieb Havanna mit chinesischer Unterstützung den Ausbau erneuerbarer Energien voran. Präsident Díaz-Canel erklärte Anfang des Jahres, dass Solaranlagen inzwischen rund tausend Megawatt beisteuerten. Das entspreche etwa 38 Prozent der tagsüber erzeugten Energie.

Dennoch deckt das Angebot die Nachfrage oft nicht: Einem Bedarf von mehr als 3000 Megawatt stand zuletzt häufig eine Erzeugungskapazität von weniger als 2000 Megawatt gegenüber.

Trumps Pläne: Mit der Andeutung einer möglichen «Übernahme» Kubas durch die USA verschärfen sich die Spannungen mit dem sozialistischen Nachbarstaat. Trump glaubt, dass er «die Ehre haben werde», Kuba «in irgendeiner Form zu übernehmen» oder zu «befreien», sagte der US-Präsident vor Journalisten im Weissen Haus. «Ich kann alles damit machen, was ich will.» Was seine konkreten Pläne sind, führt er nicht aus.

US-amerikanische und kubanische Flaggen nebeneinander an der Wand hängend.
Legende: US-amerikanische und kubanische Flaggen nebeneinander. Keystone/RAMON ESPINOSA

Jahrzehntelange Spannungen: Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit der sozialistischen Revolution unter der Linken-Ikone Fidel Castro vor fast 70 Jahren angespannt. Misswirtschaft, Korruption und das historische Handelsembargo der USA haben das autoritär regierte Land an den Rand des wirtschaftlichen Zusammenbruchs gebracht. Vor allem seit der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar, einem Verbündeten der Führung in Havanna, sind die jahrzehntelangen Spannungen zwischen dem Karibikstaat und den USA noch grösser geworden.

Es ist ein gescheiterter Staat. Sie haben kein Geld, sie haben kein Öl, sie haben gar nichts.
Autor: Donald Trump US-Präsident

Die USA verstärkt den Druck: Trumps abschätzige Äusserungen über Kuba dürften bei der Führung in Havanna für Unmut sorgen: «Es ist ein gescheiterter Staat. Sie haben kein Geld, sie haben kein Öl, sie haben gar nichts», sagte der US-Präsident – um dann hinterherzuschieben: «Sie haben ein schönes Land.» Seit dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vor gut einem Jahr verstärkt sich der Druck. Mit Zolldrohungen gegen potenzielle Energielieferanten und der Blockade venezolanischer Öltanker liess er Kubas Zugang zu Öl weitgehend abschneiden. Für die Stromversorgung ist das Land aber auf den Rohstoff angewiesen.

Containerschiff im Hafen mit Stadt im Hintergrund.
Legende: Ein Öl- und Chemietanker fährt durch die Bucht von Havanna, nachdem US-Präsident Donald Trump geschworen hatte, zu verhindern, dass venezolanisches Öl und Geld nach Kuba gelangen. REUTERS/Norlys Perez

Eine Übernahme wird schwierig: Trotz der schwierigen Lage auf der Insel ist unklar, warum der US-Präsident meint, in Kuba leichtes Spiel zu haben. Das Land wird seit dem Sieg der Revolution autoritär regiert, die Kommunistische Partei kontrolliert Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Andere Parteien sind nicht zugelassen. Die meisten Bewohner kennen kein anderes Regierungssystem. So dürfte die Unterstützung für einen von den USA initiierten Umsturz bei aller Kritik an der aktuellen Regierung eher gering ausfallen.

Mann sitzt unter einem Dach neben einem grossen Foto eines lächelnden Mannes in Uniform.
Legende: Ein Holzkohleverkäufer wartet auf Kunden, während er neben einem Bild des verstorbenen kubanischen Präsidenten Fidel Castro sitzt. Reuters/Norlys Perez

SRF 4 News, 17.3.2026, 4 Uhr ; 

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