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Afghanistan: UNO-Nothilfekoordinator trifft Taliban-Führung
Aus SRF 4 News aktuell vom 06.09.2021.
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Aktuelle Lage in Afghanistan Der UNO-Nothilfekoordinator trifft die Taliban-Führung in Kabul

  • Angesichts einer drohenden humanitären Katastrophe in Afghanistan hat der Nothilfekoordinator der Vereinten Nationen (UNO), Martin Griffiths, die Taliban-Führung in Kabul getroffen.
  • Der Anführer der Widerstandsbewegung gegen die Taliban im Pandschir-Tal erklärte sich via Facebook bereit, eine politische Einigung mit den Taliban zu suchen.
  • In Deutschland herrscht derweil Uneinigkeit über mögliche Formen der Zusammenarbeit mit den Taliban.
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Aus dem Archiv: Widerstandskämpfer im Einsatz gegen die Taliban
Aus News-Clip vom 05.09.2021.
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Griffiths bekräftigte den Willen der internationalen Gemeinschaft, Afghanistan mit Hilfsgütern zu versorgen, wie es hiess. Zugleich habe der UNO-Diplomat die Taliban dazu aufgerufen, die Rechte von Frauen und Minderheiten zu achten. Die neue Führung in Kabul wiederum versprach den UNO zufolge, die Sicherheit aller humanitären Helfer – Männer wie Frauen – zu gewährleisten.

Legende: Nach Angaben der UNO in New York sprach Griffiths (Mann mit weissem Haar und Anzug) mit dem Taliban-Vizechef Mullah Abdul Ghani Baradar, der nach der Machtübernahme als möglicher künftiger Regierungschef des Landes gehandelt wird. Reuters

Die Vereinten Nationen hatten am Freitag eine hochrangig besetzte Hilfskonferenz für Afghanistan angekündigt. Fast die Hälfte der 38 Millionen Menschen in Afghanistan benötigt nach UNO-Informationen Unterstützung. Jeder dritte Afghane oder jede dritte Afghanin wisse demnach nicht, woher die nächste Mahlzeit kommen solle.

Reicht das Pandschir-Tal den Taliban die Hand?

Der Anführer der Widerstandsbewegung gegen die Taliban im Pandschir-Tal, Ahmad Massoud, hat sich in einer Stellungnahme auf Facebook bereit erklärt, eine politische Einigung mit den Taliban zu suchen.

Er setzte aber voraus, dass die Angriffe im Pandschir-Tal enden müssten. Seit Tagen kämpfen die Taliban gegen die Widerstandsbewegung in Pandschir, der einzigen Provinz im Land, welche die Taliban bisher nicht kontrollieren.

Zuletzt gab es Berichte, wonach die Taliban weiter in das Tal vorgedrungen waren. Viele Angaben beider Seiten widersprechen sich allerdings und können nicht unabhängig überprüft werden.

Uneinige Stimmen aus Deutschland

Der aussenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion hat kritisiert, dass Aussenminister Heiko Maas (SPD) den Taliban unter bestimmten Bedingungen Entwicklungshilfe in Aussicht stellt.

Die Taliban zeigen tagtäglich, dass sie sich nicht an Absprachen halten.
Autor: Omid Nouripour Grünen-Bundestagsfraktion

So sagte Omid Nouripour: «Die Taliban zeigen tagtäglich, dass sie sich nicht an Absprachen halten. Entwicklungszusammenarbeit anzubieten und darauf zu hoffen, dass sich die Taliban an damit verknüpfte Bedingungen halten, ist naiv und praktisch nicht umzusetzen.»

Afghanistan darf zu keinem neuen Hort für Terrorismus werden.
Autor: Heiko Maas Deutscher Aussenminister (SPD)

Die zukünftige Regierung in Afghanistan darf den Bedingungen zufolge nicht nur aus Taliban bestehen und muss grundlegende Menschen- und Frauenrechte wahren. Zudem dürfe Afghanistan zu keinem «neuen Hort für Terrorismus» werden, sagt Maas.

Wir unterstützen die geplante Luftbrücke der WHO zur Versorgung von Krankenhäusern mit Medikamenten und Impfstoffen.
Autor: Gerd Müller Bundesentwicklungsminister (CSU)

Weiter sagte der Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU), er wolle Hilfslieferungen der Bundesregierung für Afghanistan über eine Luftbrücke der Weltgesundheitsorganisation (WHO) abwickeln. «Ich habe mit WHO-Präsident Tedros besprochen, dass wir die geplante Luftbrücke der WHO zur Versorgung von Krankenhäusern mit Medikamenten und Impfstoffen unterstützen», sagte Müller der «Rheinische Post»-Zeitung.

SRF 4 News aktuell, 06.09.2021, 02:30 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Margot Helmers  (Margot Helmers)
    Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist unter 25 Jahren, die Bevölkerung hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Da sind massive Probleme zu erwarten. Für die UNO bis heute immer noch kein Thema.
  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Der Einzige auf dem Bild mit einem kamera-lächelnden Gesicht ist der weisshaarige UNO-Beamte. In üblicher Manier für UNO-Pressetermine scheint er sich darüber zu freuen, wieder mal vor Kamera zu stehen und sich dabei wichtig zu fühlen. Die wirklich Lachenden müssten eigentlich die anderen sein, und sicher nicht dieser UNO Beamte. Da er noch nie hat geradestehen müssen für was er alles versprochen hat, fällt ihm das Lächeln halt sehr leicht.
  • Kommentar von Mark Keller  (mkel)
    Zu Nouripour: Woran halten sich denn die Taliban nicht? Bisher läuft alles nach dem ausgehandelten Abkommen mit den USA unter Trump. Es ist halt keine westliche Vorzeigeregierung, aber Herr Nouripour verkennt die Realität aufs Massivste, wenn er jetzt noch glaubt, an den Taliban sei irgendein vorbeikommen. Aber es ist halt Wahlkampf in Deutschland...