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Assad festigt seine Macht Rebellen geben auch am Golan auf

Die syrischen Kräfte stehen nun am Golan. Die Aufständischen geben die Waffen ab – oder werden nach Idlib verfrachtet.

Legende: Audio Das Regime Assad festigt seine Macht abspielen. Laufzeit 02:01 Minuten.
02:01 min, aus HeuteMorgen vom 20.07.2018.

Das syrische Regime von Präsident Baschar al-Assad steht mit seinen russischen und iranischen Verbündeten jetzt am Golan, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Israel. Ein mit den Rebellen in der Provinz Kuneitra unterzeichnetes Abkommen soll die Kämpfe auch dort beenden, wie beide Seiten bestätigten.

Die Rebellen geben auf

Das Abkommen ist im Grunde eine Kapitulationsurkunde der Aufständischen. Es entspricht dem Muster ähnlicher Abkommen, welche die Rebellen in verschiedensten Landesteilen unterzeichnet haben, seit das Regime Assad vor zwei Jahren dank russischer und iranischer Unterstützung die Oberhand im Syrienkonflikt zurückerlangte.

Wer von den Rebellen die Waffen niederlegt, kann bleiben. Wer sich weigert, die Rückkehr des syrischen Regimes und seiner Institutionen zu akzeptieren, wird in den Nordwesten Syriens verfrachtet, in die Provinz Idlib. Sie bildet eines der letzten grösseren Gebiete Syriens, das noch unter Kontrolle der Anti-Assadkräfte ist.

Explosioinswolken in der Ferne, in ländlichem Gebiet mit einigen Häusern.
Legende: Seit Wochen halten die Bombardements auf der syrischen Seite des Golans an (fotografiert von den von Israel besetzten Golanhöhen aus). Reuters

Spätabends am Donnerstag fuhren Busse bei Kuneitra nahe der Waffenstillstandslinie mit Israel vor. Sie sollen solche Transporte nach Idlib nun auch am Golan sicherstellen.

Mit massiver russischer Luftunterstützung eroberte die syrische Armee damit innert weniger Wochen den allergrössten Teil des Rebellengebiets im Dreiländereck mit Jordanien und Israel zurück. Beide Nachbarländer hatten dort lange Zeit syrische Rebellen unterstützt, dies aber angesichts der veränderten Kräfteverhältnisse offensichtlich aufgegeben.

Israel will keine Iraner in seiner Nähe

Israel signalisierte, dass es mit der Rückkehr der Assadtruppen an die Waffenstillstandslinie zum israelisch annektierten Teil des Golans leben könnte. Dies unter der Bedingung, dass die mit Assad verbündeten iranischen Milizen auf Distanz bleiben.

Israel bemüht sich seit Monaten, von Russland dafür Garantien zu erhalten. Wie weit das gelungen ist, ist unklar. Laut aktuellen Angaben von Aktivisten sollen jetzt auch russische Militärpolizisten in das Gebiet entsandt werden.

Damit bleibt im Süden Syriens bloss ein schmaler Streifen am Jarmukgraben, der noch unter Kontrolle von Aufständischen ist. Dort ist eine lokale bewaffnete Gruppe aktiv, die sich zur Terrormiliz «Islamischer Staat» bekannt hat. Sie ist nicht Teil des Abkommens – und entsprechend weiter unter heftigem Beschuss der Assad-Kräfte.

Seit sieben Jahren Bürgerkrieg

Der Bürgerkrieg in Syrien war im Frühjahr 2011 ausgebrochen, als syrische Sicherheitskräfte mit Gewalt gegen Demonstrationen vorgingen. Seitdem kamen in dem Konflikt mehr als 400'000 Menschen ums Leben, Millionen sind auf der Flucht.

Zeitweilig sah es so aus, als könnten die Rebellen Assad stürzen. Mit russischer und iranischer Hilfe gelang es den Regierungskräften jedoch, grosse Teile des Landes wieder unter ihre Kontrolle zu bringen, darunter alle wichtigen Städte.

Oppositionelle Milizen sind nun ausser in der Provinz Idlib nur noch in einem Gebiet im Norden präsent, das sie zusammen mit der türkischen Armee beherrschen. Beobachter rechnen damit, dass sich Syriens Regierungstruppen im nächsten Schritt Idlib zuwenden werden.

Text der die Postergrafik beschreibt

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Ich habe es gelernt eigene Kopf zu benutzen und nicht jede News blind zu glauben. Ich habe nicht geglaubt an Massenvernichtungs Waffen in Irak genau wie ich nicht an einen Krieg USA gegen IS glaube. Dazu brauchte ich beweise, dass USA IS wirklich bekämpft, statt sie in Al Tanaf Region ausbildet.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli (bendicht.haeberli)
    Zwischendurch finde ich es anstossend wenn Menschen bei uns (aus dem sicheren Hafen der westlichen Welt) Sympathien für totalitäre Regime wie NK, Tü, RU und Syr verbreiten. Es ist vor allem unfair gegenüber Menschen, die dort unschuldig im Gefängnis sitzen oder bereits ermordet wurden. TRAURIG
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  • Kommentar von Thomas Leu (tleu)
    Wichtig ist, dass der Krieg endlich aufhört und die Menschen in Sicherheit ihr zerstörtes Land wieder aufbauen können. Wie es politisch weiter geht, diskutieren wir dann, wenn alle zu essen haben und nicht mehr Angst haben müssen, hinter der nächsten Hausecke getötet zu werden.
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