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Legende: Audio US-Ultimatum an Mexiko: Migrantenzahl sinkt abspielen. Laufzeit 01:54 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 16.08.2019.
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Asylsuchende an der US-Grenze Von der Haustür in den Hinterhof

Die Zahl der Asylsuchenden an der US-Grenze zu Mexiko müsse deutlich sinken, sonst würden mexikanische Exportgüter mit Zöllen belegt, hat US-Präsident Donald Trump noch im Mai gedroht. Ein erstes Ultimatum ist folgenlos verstrichen. Nun wollen sich beide Seiten bald wieder treffen.

Zu Strafzöllen dürfte es nun nicht kommen, denn die Zahl der Menschen, die in den USA ein Asylgesuch stellen, ist zurückgegangen.

Auf den ersten Blick ist der Rückgang beachtlich: Im Mai haben noch rund 133'000 Menschen an der US-Südgrenze einen Asylantrag gestellt – zwei Monate später waren es nur noch 72'000, also fast halb so viele.

US-Behörden entlastet, mexikanische belastet

Die neuesten Zahlen sind aber noch immer 30 Prozent höher als Anfang Jahr. Und trotzdem kann der US-Präsident nun behaupten, er habe sein Ziel erreicht, nämlich die US-Grenzbehörden zu entlasten.

Stärker gefordert, ja sogar überfordert, sind dafür jetzt die mexikanischen Behörden: Immer mehr Asylsuchende müssen auf mexikanischer Seite auf den Asylentscheid der US-Behörden warten. Sie müssen dies tun in mexikanischen Grenzstädten, in denen die Kriminalität hoch ist und Entführungen und Morde zum Alltag gehören.

Das Asylproblem nur verschoben

Und im Süden Mexikos sorgen die Behörden dafür, dass Migrantinnen und Migranten nicht mehr ungehindert Richtung Norden reisen können: Seit Mai patrouilliert die Nationalgarde an der Grenze zu Guatemala. Wer ohne gültige Papiere einzureisen versucht, wird in improvisierten und überfüllten Internierungslagern festgehalten. Dort gibt es zu wenig Essen, kaum Gesundheitsversorgung und sanitäre Einrichtungen.

Zehntausende Menschen werden derzeit in diesen Lagern in den mexikanischen Bundesstaaten Chiappas und Tabasco festgehalten. Donald Trump hat sein Asylproblem also nur verschoben: weg von der Haustür, in den Hinterhof.

Matthias Kündig

Matthias Kündig

USA-Korrespondent, SRF

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Matthias Kündig berichtet seit Herbst 2018 aus Miami über die USA, Mexiko, Zentralamerika und die Karibik. Davor war er Produzent beim «Echo der Zeit» und Sonderkorrespondent in Ägypten. Kündig arbeitet seit 25 Jahren bei Radio SRF. Er studierte an der Universität Bern Geschichte und Politologie.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von pedro neumann  (al pedro)
    Menschen sind im Allgemeinen nicht dumm. Sie realisieren schnell, was Erfolg verspricht und was nicht. Solange Migration ohne grössere Probleme möglich ist, werden sich zig Millionen aufmachen, mit verheerenden Langzeitfolgen für die westlichen Länder.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Bislang war es relativ "einfach" als Outlaw via Mexiko in die USA zu gelangen. Die Einreise nach Mexiko, egal ob aus Syrien, Pakistan, Nigeria, Angola etc. war simpel. Ein Einfachticket reichte sogar, ein halbwegs original aussehender Pass und schon war man binnen kurzer Zeit an der Grenze zu den USA. Auf die auch auf Menschenhandel spezialisierte Drogenmafia ist da Verlass. Dass in diversen Grenzstädten Mexikos anarchistische Zustände herrschen, ist die Folge davon.
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  • Kommentar von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
    Das ist die identische "Asylproblem-Lösungspolitik", wie es die EU schon (vor-)macht. Man verschiebt das Problem möglichst weit weg von den eigenen Grenzen, da dies viel einfacher ist, als komplexe Lösungen, die neben der Politik auch die Wirtschaft mit einbeziehen müssten, zu finden. Die Situation in den Auffangländern, interessiert dabei nicht.
    Die Schweiz profitiert auch von dieser Politik - nicht nur, als Schengen-Mitglied, sondern auch wegen der geografischen Lage in Europa.
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    1. Antwort von Hans Ochsner  (Hans Ochsner)
      Mein lieber Herr Koch, wessen Problem ist es denn? Müssen wir die Probleme der anderen lösen? Haben wir nicht selber genug Probleme? Es gibt schlicht und einfach zu viele unserer Sorte auf diesem Planeten. Es wird viele Schwächere geben welche es nicht schaffen. Das ist der natürliche Lauf des Lebens auf diesem Planeten.
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