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Trendwende bei Atomwaffen beunruhigt Forscher
Aus SRF 4 News aktuell vom 14.06.2021.
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Atomare Abrüstung Trendwende bei Atomwaffen macht Friedenforschern Sorgen

  • Friedensforscher sehen Anzeichen für eine beunruhigende Trendwende in den weltweiten Beständen an Atomwaffen.
  • Zwar hat die Gesamtzahl nuklearer Waffen leicht abgenommen.
  • Allerdings sind mehr Atomwaffen einsatzbereit als noch vor einem Jahr.

Ein am Montag veröffentlichter Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri stellt fest, dass bei den Atomwaffen offenbar eine Trendumkehr stattgefunden hat. «Wenn man nur auf die Gesamtzahl der Atomwaffen schaut, sieht das Abrüstungsbild viel besser aus, als es eigentlich ist», erklärte Sipri-Experte Matt Korda gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Die Zahl gehe nur zurück, weil die beiden grössten Atommächte USA und Russland alte Sprengköpfe ausmusterten. Gleichzeitig seien sie jedoch daran, ihr Arsenal zu modernisieren.

2000 Sprengköpfe in höchster Einsatzbereitschaft

Als besorgniserregend stufen die Forscher die Zahl der Atomsprengköpfe ein, die bereits auf Raketen montiert sind oder sich auf aktiven Stützpunkten befinden. Diese gelten für Sipri als einsatzbereit. Ihre Zahl stieg im Jahresvergleich von 3720 auf 3825. Bei den USA und Russland kamen jeweils rund 50 hinzu.

Etwa 2000 dieser Sprengköpfe werden Sipri zufolge in höchster Einsatzbereitschaft gehalten, nahezu alle von Russland und den USA.

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Aus dem Archiv: Atomwaffenverbot «New Start» hat einen Makel
Aus Tagesschau vom 22.01.2021.
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Während andere Länder ungeduldig auf Fortschritte bei der nuklearen Abrüstung warteten, investierten alle Atommächte in die langfristige Zukunft ihrer nuklearen Arsenale, sagte Korda. Der Trend, die Zahlen zu reduzieren und den Atomarsenalen eine geringere Rolle beizumessen, sei mutmasslich gestoppt. In manchen Fällen sei er gar umgekehrt worden.

SRF 4 News, 14.06.2021, 02:00 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Der Vertrag heisst nicht "New START" sondern Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons, abgekürzt TPNW. New START (Strategic Arms Reduction Treaty) ist ein Rüstungsbegrenzungsvertrag zwischen den USA und Russland aus dem Jahr 2010, der eben gerade verlängert wurde. Die beiden Verträge haben inhaltlich kaum etwas miteinander zu tun und müssen strickte unterschieden werden! Der Titel müsste daher zwingend geändert werden!
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Ueli Lang
      Vielen Dank. Das Video ist aus dem Archiv. Liebe Grüsse, SRF News.
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    @ Michel Koller
    Wer ein Land vollständig lähmen und ausschalten will braucht keine Atombombe.
    Es reicht in unserer modernen digitalen Welt die Erzeugung und Verteilung von Elektrizität auszuschalten = zurück in die Steinzeit.
    Welchen Sinn hat es genug A Sprengkraft zu haben um die Welt 7 x zu zerstören, 1 x reicht.
    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Die Gefahren durch solche Attacken sind hoch aber eine Atombombe zerstört auch die militärische Infrastruktur, welche sich eben nicht einfach so ausschalten lässt. Das sind besonders geschützte Systeme und Prozesse, welche im Fall einer weitreichenden Attacke in Kraft treten. Die zivile Infrastruktur ist da problematischer aber sie können davon ausgehen, dass solche massiven Cyberangriffe auch eine atomare Reaktion auslösen können.
  • Kommentar von Fritz Meier  (FriMe)
    Ein echtes Beispiel: Die Ukraine hatte im Rahmen des "Memorandum of Budapest" v. 1994 seine nuklearen Kapazitäten vollständig zurückgebaut. Als "Gegenwert" hatten die Russische Föderation (!), die USA, UK (+ sep. FR und CN) der Ukraine die territoriale Integrität innerhalb der Grenzen von 1991 zugesichert. Exakt 20 Jahre später begann die RF gegen die Ukraine einen Krieg. Fazit: Die Ukrainer sind einem unnützen Fetzen Papier auf den Leim gekrochen. Das haben auch andere Länder bemerkt...