- Iran lehnt ein vollständiges Verbot der Uran-Anreicherung ab, sagt der iranische Aussenminister Abbas Araghchi bei einer Rede in der iranischen Hauptstadt Teheran.
- Er sprach zudem von einem «friedlichen» Atomprogramm.
- Die USA fordern derweil ein vollständiges Ende der Anreicherung.
Erst vor zwei Tagen haben sich Diplomaten des Irans und der USA im Oman zu indirekten Gesprächen getroffen, um über das iranische Atomprogramm zu verhandeln. Die USA hatten ihre Militärpräsenz im Arabischen Meer zuletzt deutlich verstärkt und unter anderem einen Flugzeugträger in die Region verlegt. Vor knapp einer Woche warnte US-Präsident Donald Trump, ohne Einigung könnten «schlimme Dinge» passieren. Er will, dass der Iran kein Uran anreichert.
Iran setzt klare rote Linie
Araghchi machte nun deutlich, dass Iran diese Forderung ablehnt. Man werde die Uran-Anreicherung auch nicht aufgeben, wenn es deswegen einen Krieg gebe. Es gehe um die Unabhängigkeit und Würde des Landes. Niemand könne dem Iran vorschreiben, was sie haben sollten und was nicht.
Der Minister betonte zudem, dass das iranische Raketenprogramm nie Teil der Agenda gewesen sei, auch wenn die USA dies gerne in die Verhandlungen einbeziehen würden.
Bereitschaft zu Zugeständnissen
Gleichzeitig signalisierte Teheran Gesprächsbereitschaft. Ein regionaler Diplomat sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag, Iran sei offen für Verhandlungen über den «Grad und die Reinheit» der Uran-Anreicherung. Voraussetzung sei jedoch, dass Iran weiterhin auf eigenem Boden anreichern dürfe und es im Gegenzug zu einer Lockerung der Sanktionen sowie zu einer militärischen Deeskalation komme.
Präsident Massud Peseschkian bezeichnete die Gespräche mit den USA am Sonntag in einem Beitrag auf X als Fortschritt. Teheran fordere jedoch, dass seine Rechte aus dem Atomwaffensperrvertrag respektiert würden.
Verhärtete Fronten
Iran und die USA führten bereits im vergangenen Jahr mehrere Gesprächsrunden. Diese gerieten vor allem wegen der Frage der Uran-Anreicherung ins Stocken. Zudem bombardierten die USA im Juni iranische Atomanlagen.
Nach den US-Luftangriffen erklärte Teheran, bestimmte Anreicherungsaktivitäten eingestellt zu haben. Washington sieht jedoch in der Uran-Anreicherung grundsätzlich ein Risiko für die Entwicklung von Atomwaffen. Der Iran behauptet, sein Atomprogramm diene ausschliesslich friedlichen Zwecken.
Zeitpunkt und Ort der nächsten Gesprächsrunde sollen in Absprache mit Oman festgelegt werden und könnten auch ausserhalb von Maskat stattfinden, sagte Araghchi.