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Verhandlungen im Oman Iranischer Aussenminister bestätigt geplante Gespräche mit USA

  • Regierungsvertreter der USA und aus dem Iran wollen morgen Freitag im Golfstaat Oman Verhandlungen aufnehmen.
  • Zunächst soll es demnach nur um das umstrittene Atomprogramm gehen.

Dem iranischen Aussenminister Abbas Araghtschi zufolge ist das Treffen in der Hauptstadt Maskat für 10 Uhr angesetzt. «Ich bin unseren omanischen Brüdern dankbar, dass sie alle notwendigen Vorkehrungen getroffen haben», schreibt der Minister auf der Plattform X.

Ein US-Regierungsvertreter bestätigt den Termin. An den Beratungen nehmen der iranischen Nachrichtenagentur Isna zufolge Araghtschi und der US-Sondergesandte Steve Witkoff teil.

Mann im Anzug spricht vor Mikrofon.
Legende: Die Atomgespräche zwischen dem Iran und den USA sollen gemäss Abbas Araghtschi am Freitag um 10 Uhr in Maskat (Oman) stattfinden. AP Photo/Vahid Salemi

Ursprünglich war Istanbul als Ort im Gespräch gewesen, der Iran hatte jedoch auf einer Verlegung bestanden und will die Themen zudem auf sein Atomprogramm beschränken. US-Präsident Donald Trump hatte vor wenigen Wochen erklärt, beide Länder wollten wieder miteinander sprechen.

Irans Aussenminister zu Merz: «Widerwärtiger Charakter»

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Abbas Araghtschi hat Bundeskanzler Friedrich Merz scharf attackiert und seine Hoffnung auf einen Regierungswechsel in Berlin zum Ausdruck gebracht. Er attestierte dem CDU-Chef «politische Naivität» und einen «widerwärtigen Charakter». Der Iran habe stets enge Beziehungen zu Deutschland gepflegt, schreibt Araghtschi auf X. «Umso bedauerlicher ist es, dass nun eine Person wie Herr Merz Deutschland auf der Weltbühne vertritt.» Der Minister betonte: «Wir hoffen, dass Deutschland wieder eine reifere und ehrenhafte politische Führung bekommt.» Deutschland sei vom «Motor des Fortschritts in Europa» zum «Motor des Rückschritts geworden».

Araghtschi reagierte mit seinem Post auf Merz' Äusserungen vom Vortag. Dieser hatte dem Iran mit neuen Sanktionen gedroht, sollte Teheran nicht die Gewalt gegen die eigene Bevölkerung und die Arbeit am militärischen Atomprogramm beenden. «Wir sind bereit, den Druck auf Teheran weiter zu erhöhen», sagte der CDU-Vorsitzende vor Beginn seiner ersten Reise in die Golfregion. Die Bundesregierung stehe dazu in einem engen Austausch mit Grossbritannien, Frankreich, den USA, Israel und den Partnern in der Region.

Zuvor hatte Trump der iranischen Führung noch mit Angriffen gedroht, nachdem der Sicherheitsapparat brutal gegen Massenproteste vorgegangen war. Viele Iranerinnen und Iraner, die Anfang Januar noch gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik demonstriert hatten, sehen neue Verhandlungen kritisch. Sie fordern einen Machtwechsel und fürchten, dass neue Gespräche der Regierung in Teheran nun den Rücken stärken.

SRF 4 News, 4.2.2026, 20 Uhr ; 

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