Zwar reden sie miteinander. Und haben besprochen, bald wieder miteinander sprechen zu wollen. Doch mehr Fortschritt brachten die Gespräche zwischen den USA und Iran im omanischen Maskat nicht.
Unvereinbare Vorstellungen
Der Streit beginnt schon bei der Frage, über was überhaupt verhandelt werden soll. Für die Iraner sollen sich die Gespräche nur um die Atomfrage drehen. Die USA hingegen wollen auch über das iranische Raketenprogramm und die Unterstützung Irans für seine Stellvertretermilizen im Libanon, Irak oder Jemen reden. Für Iran kommt das nicht infrage, für die USA ist es essenziell.
Selbst wenn sich die Amerikaner darauf einlassen würden, nur über das Atomprogramm zu verhandeln, wären da immer noch viele rote Linien Teherans, die sich in der Vergangenheit als unüberwindbar erwiesen. Beide Seiten haben am selben Ort schon vor einem Jahr verhandelt, ohne Resultat – am Ende griff Israel Iran an und die USA bombardierten iranische Atomanlagen.
Wenig optimistische Szenarien
Auf der anderen Seite hat US-Präsident Trump mit seiner Rhetorik und seinem militärischen Aufmarsch eine solche Drohkulisse aufgebaut, dass er es sich kaum leisten kann, ohne vorzeigbares Resultat zu bleiben. Dabei stehen die USA vor dem Dilemma, dass ein geordneter Übergang im Iran kaum zu erreichen ist, da es weder im Iran noch ausserhalb eine genügend organisierte Alternative gibt, und die USA keine Bodentruppen schicken wollen.
Der Iranexperte Ali Vaez spricht deshalb im «Spiegel» von zwei Hauptszenarien nach einem möglichen US-Militärschlag: von einem geschwächten Regime, das zwar vielleicht Teile des Territoriums verlieren könnte, aber weiterhin in Teilen Irans an der Macht bliebe – oder einer Zerschlagung der Regierung, ohne dass ein tatsächlicher Regimewechsel herbeigeführt würde. Beides sind wenig optimistische Szenarien.