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Attacke auf Juden in Hamburg Angriff vor Synagoge: Es wird wegen Mordversuch ermittelt

  • Am Sonntag hat ein 29-jähriger Deutscher einen jüdischen Studenten vor einer Synagoge in Hamburg mit einem Klappspaten angegriffen und schwer verletzt. Der mutmassliche Täter wurde verhaftet.
  • Die Ermittler werten den Angriff nach ersten Erkenntnissen als versuchten Mord – mutmasslich aus Judenhass.
  • Der Tatverdächtige wird in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.
Audio
Aus dem Archiv: Zwischen Alltag und Anschlag – Antisemitismus in Deutschland
52:35 min, aus Kontext vom 20.07.2020.
abspielen. Laufzeit 52:35 Minuten.

Nach dem Angriff auf einen jüdischen Studenten vor einer Synagoge in Hamburg wird der 29 Jahre alte Tatverdächtige in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Einen entsprechenden Unterbringungsbefehl habe eine Untersuchungsrichterin erlassen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Dem Deutschen mit kasachischen Wurzeln wird versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Wegen der Bedeutung des Falles und wegen eines möglichen extremistischen Hintergrundes habe die Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen an sich gezogen. Auch Beamte des Staatsschutzes stünden im Einsatz.

Es sei davon auszugehen, dass der Verdächtige die Tat aufgrund einer psychischen Erkrankung im Zustand erheblicher Einschränkung oder ganz ohne Schuldfähigkeit begangen habe, sagte die Sprecherin.

Bislang polizeilich unbekannt

Der Mann hatte am Sonntag einen 26 Jahre alten jüdischen Studenten mit einem Klappspaten geschlagen und schwer verletzt. Der Student erlitt nach Angaben der Polizei keine lebensgefährlichen Verletzungen. Er wird laut dem «Hamburger Abendblatt» auf einer Intensivstation behandelt.

Nach Angaben der Polizei sei der mutmassliche Täter unter einer Adresse in Berlin gemeldet. Eine Überprüfung habe aber ergeben, dass er dort seit 2019 nicht mehr wohnt. «Weitere Ermittlungen führten zu einer Wohnung in Hamburg, in der sich der Beschuldigte unangemeldet aufhielt», hiess es weiter.

In der Nacht zum Montag sei die Wohnung durchsucht worden. «In der Wohnung wurden Datenträger sichergestellt, deren Auswertung andauert.»

Blumen und Kerzen und ein Zettel mit dem Titel "Für eine offene Gesellschaft" liegen Nahe der Hamburgert Synagoge am Boden
Legende: Nach der Attacke vor einer Synagoge in Hamburg liegen Blumen, Kerzen und ein Aufruf für eine offene Gesellschaft am Ort der Tat. Keystone

Der Mann sei bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Nach seiner Festnahme hatten die Ermittler einen Zettel mit einem handschriftlich aufgemalten Hakenkreuz in seiner Hosentasche gefunden. «Die Ermittlungen zur Herkunft der vom Beschuldigten getragenen Bundeswehruniform dauern ebenfalls an», hiess es.

SRF 4 News, 05.10.2020, 14.00 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    Das Prinzip ist Hass gegen Andersgläubige, Andersdenkende, anders Aussehende. Es äussert sich im Hass geg. Juden ist aber viel weiter anwendbar. Hass geg. Ausländer, Hass geg. Leute mit andere Hautfarbe, Hass geg. Leute, die nicht so denken wie ich selbst, Hass geg. Leute anderer Religion etc. Darüber sind tausende von Büchern incl. der Bibel geschrieben worden - hat wenig geholfen. Das Christentum lehrt explizit die Liebe zum Fremden. Aus gutem Grund. Hass gegen Fremde ist Sünde.
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Es ist unglaublich, wie der Antisemitismus wieder zugenommen hat. Alle die schrecklichen Massenverfolgungen an Juden scheinen in geistige Vergessenheit zu geraten. Ueberhaupt in Europa und in den USA wird der Antisemitismus beängstigend salonfähig. Erschreckend. Und je weiter man politisch rechts geht (z.B. AfD und FPÖ), desto weniger wird der Antisemitismus verurteilt. Was haben Juden Nichtjuden zu leide getan? Nichts! Aber eben, es gibt halt verrohte, unkultivierte Kreise.
    1. Antwort von Margot Helmers  (Margot Helmers)
      70 % der Kasachen sind Muslime, in deutschen Ballungsregionen, wo nach Zerfall der Sowjetunion Aussiedler aus Regionen Kasachstan mit überwiegend muslimischer Tradition stammen, sind es über 90 %. Das Berliner AJC Ramer Institute for German-Jewish Relations nennt für 2019 folgende Tätergruppen: 31 % Islamisch, 21 % Linksextremisten, 14 % Rechtsextremisten und 6 % Christliche Extremisten.
      NB, die AfD hat eine eigenen "Juden-Delegation" in ihrer Partei.
    2. Antwort von Reto Blatter  (against mainstream)
      @uvk: ob dieser Kasache in der AFD war, lässt sich bezweifeln:)
  • Kommentar von Ernesto Asher Meng  (Ashi Ernesto)
    Das ist eine sehr traurige Meldung.Zur Zeit findet das Laubhüttenfest statt, wo alle Menschen erinnert an die Befreiung der Juden in Ägypten und die Sklavenschafft. Zum Glück wurde der Täter verhaftet. Dem Opfer wünsche ih Refuah shlema, gute Besserung und Trost an die Angehörigen. Finde es sehr schlimm, dass sih in D immer wieder solhe sinnlosen Angriffe auf Jüdische Menschen stattfinden. Hoffe dass die Regierung in Zukunft aktiv wird und solche Menschen verhaftet oder ausweist.