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Parmelin zog Parallelen zwischen Rebbauer und Politiker
Aus SRF 4 News aktuell vom 22.09.2021.
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Auftakt UNO-Generaldebatte Parmelin: Vom Rebberg auf die Weltbühne

Einmal im Jahr hat der Schweizer Bundespräsident die Gelegenheit, seine Worte an die ganze Welt zu richten: jeweils im September in der UNO-Generaldebatte. Guy Parmelin nutzte diese Gelegenheit, um für die erstmalige Schweizer Kandidatur für den UNO-Sicherheitsrat zu werben. Er tat das aber gutschweizerisch diskret.

Parmelin erinnert an seine bäuerlichen Wurzeln

Der Bundespräsident hielt sich mit seiner Rede deutlich kürzer als fast alle anderen Staats- und Regierungschefs. Und vor allem äusserte er sich weitaus persönlicher. Er begann mit dem Satz: «Die meiste Zeit meines Berufslebens war ich Winzer.»

Der Weinbau habe ihm Leidenschaft, Hartnäckigkeit und Vertrauen beigebracht. Ein Winzer müsse stets darauf gefasst sein, dass Frost oder Sturm jäh über die lange Zeit sorgsam gehegten Reben hereinbrechen – genauso zerstörerisch, wie nun die Corona-Pandemie über die Menschheit hereingebrochen sei. Die Lehre, so Parmelin, im einen wie im andern Fall: Krisen erkennen, bevor sie stattfinden. Sich darauf vorbereiten. Und ihre Auswirkungen solidarisch bekämpfen.

Parmelin rief deshalb die Weltgemeinschaft zu Solidarität, zu mehr langfristigem Denken und, angesichts der aktuell enormen politischen Spannungen weltweit, zu intensiverem Dialog auf. Die Schweiz biete dafür mit Genf eine ideale Plattform.

Dialog-Plattform Genf

Diesen Geist von Genf, den Geist des Dialogs, will der Bundesrat auch ins mächtigste UNO-Gremium – den Sicherheitsrat – tragen. Dafür kandidiert die Schweiz jetzt erstmals. Die Wahl in der Generalversammlung findet im kommenden Juni statt. Parmelin warb also mit seinem Verweis zugleich für diese Kandidatur. Er tat das unaufdringlich und entsprechend sympathisch.

Pandemiebekämpfung, Klimawandel, Digitalisierung, Entwicklung und Friedenssuche, das sind aus Schweizer Sicht derzeit die ganz grossen globalen Herausforderungen. Das gilt für den Sicherheitsrat, aber auch für alle anderen Gremien der Weltorganisation.

Parmelins recht ungewöhnliche UNO-Rede endete mit dem Aufruf: Es lohne sich und sei nötig, eine lebenswerte Welt zu kultivieren – genauso wie er einst gelernt habe, für seine Reben zu sorgen. Ein ungewöhnliches Sprachbild im grossen Saal der UNO-Generalversammlung. Eines, das sich wohltuend abhob, vom Inhalt manchen bangen Angstmacher- oder mitunter gar aggressiven Scharfmacherreden, die diese Woche in der Generaldebatte auch zu hören sind.

Fredy Gsteiger

Fredy Gsteiger

UNO-und diplomatischer Korrespondent für SRF

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Fredy Gsteiger arbeitet seit 2006 als UNO-Korrespondent für SRF. Er bedauert, dass er als diplomatischer Korrespondent kein Gastland hat. Die Menschen hinter den abstrakten Institutionen wie UNO, Nato und Europarat sind für ihn aber nie langweilig.

Fredy Gsteiger: Unser Mann in der UNO
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UNO-Generalversammlung: Parmelin überrascht mit ungewöhnlicher Rede
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HeuteMorgen, 22.09.2021, 06:00 Uhr

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