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Aztekenstadion Mexiko-City Jahrhundertspiel und Hand Gottes: Die Bühne für grosse WM-Momente

Bei der Fussball-WM 2026 wird das Aztekenstadion wohl nur einmal im Mittelpunkt stehen – am Donnerstag bei der Eröffnung des Mega-Anlasses in den USA, Mexiko und Kanada. Das ist schade, denn das ikonische Stadion auf 2200 Metern über Meer in der mexikanischen Hauptstadt war in der Vergangenheit Schauplatz einmaliger Spiele, die in die Geschichte eingegangen sind.

Das Aztekenstadion ist das einzige weltweit, in dem zwei WM-Finals entschieden wurden. Auch insgesamt ist es mit bisher 19 WM-Spielen der Rekordhalter. Es sah auch die Krönungen von Pelé und Diego Maradona, für die meisten die herausragendsten Fussballer des 20. Jahrhunderts. Das sind die magischen Momente:

1970: Das Jahrhundertspiel

Für die FIFA ist es schlicht das Jahrhundertspiel. Über 102'000 Zuschauer sehen am 17. Juni 1970 einen Halbfinal für die Ewigkeit. 1:1 steht es zwischen Italien und der Bundesrepublik Deutschland, nachdem Roberto Boninsegna die Azzurri früh in Führung gebracht und der bei der AC Milan (für die er nie ein Tor schoss) engagierte Verteidiger Karl-Heinz Schnellinger in der 90. Minute ausgeglichen hat.

In der Verlängerung fallen in der Gluthitze fünf weitere Tore: 1:2 Gerd Müller (94.), 2:2 Tarcisio Burgnich (98.), 3:2 Gigi Riva (104.), 3:3 wieder Müller (110.) und das entscheidende 4:3 Gianni Rivera eine Minute später. Unvergessen auch, wie Franz Beckenbauer ab der 70. Minute mit einer ausgerenkten Schulter und dem Arm in einer Schlinge weiterspielt. Bei einem Unentschieden nach der Verlängerung hätte übrigens das Los über den Finaleinzug entschieden, Penaltyschiessen wurde erst vier Jahre später eingeführt.

1970: Pelés Triumphzug

Vier Tage später krönt Pelé seine Karriere mit seinem dritten WM-Titel. Bis heute ist er der einzige Spieler, dem dies gelang. Der «König» eröffnet das Skore, Boninsegna gleicht aus. In der zweiten Hälfte ist die brasilianische Offensivpower zu viel für die Italiener. Vor allem das letzte Tor zum 4:1 ist eine Augenweide. Sieben brasilianische Feldspieler sind am Ball, ehe Pelé zu Captain Carlos Alberto passt, der vollendet.

1986: Hand Gottes und göttlicher Fuss

Der 22. Juni 1986 sieht zwei der geschichtsträchtigsten Tore aller Zeiten. Im Viertelfinal gegen England bugsiert Argentiniens Superstar Diego Maradona, gerade mal 1.65 m gross, den Ball mit der Hand am verdutzten Goalie Peter Shilton vorbei ins Tor. Den Fair-Play-Gedanken mit Füssen tretend, behauptet Maradona danach, es sei «die Hand Gottes» gewesen.

Vier Minuten später zeigt der «Goldjunge» sein anderes, geniales Gesicht. Maradona übernimmt den Ball in der eigenen Platzhälfte, umdribbelt insgesamt sechs Spieler wie Slalomstangen und schiebt zum 2:0 ein. Genie und Wahnsinn Maradonas innerhalb von vier Minuten kondensiert. Die FIFA kürt dieses Tor zum «Tor des Jahrhunderts».

1986: Burruchagas Stich ins deutsche Herz

Am 29. Juni 1986, das Aztekenstadion fasst mittlerweile 114'600 Zuschauer, feiert Argentinien seinen zweiten WM-Titel. Die BRD macht einen 0:2-Rückstand wett, doch in der 84. Minute spielt Maradona, ansonsten von Lothar Matthäus auf Schritt und Tritt bewacht, einen seiner genialen Pässe in den Lauf von Jorge Burruchaga. Dieser bezwingt Goalie Toni Schumacher, Argentinien gewinnt 3:2.

Einen weiteren WM-Final wird es diesmal in Mexico City nicht geben. Nach dem Eröffnungsspiel am Donnerstag folgen nur noch vier weitere Spiele – nach den Achtelfinals disloziert der WM-Tross komplett in die USA.

SRF 4 News, 03.06.2026, 02:30 Uhr ; 

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