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Mladic vor Berufungsgericht
Legende: Der Berufungsprozess war zweimal vertagt worden – wegen Mladics Gesundheitszustands und wegen der Corona-Pandemie. Keystone
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Berufungsprozess in Den Haag Kriegsverbrechen: Mladic fordert Freispruch

Der serbische Ex-General Mladic war wegen Kriegsverbrechen verurteilt worden. Nun verlangt er die Aufhebung des Urteils.

Der serbische Ex-General Ratko Mladic will die Aufhebung seiner lebenslangen Haftstrafe vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal erreichen. Mladic ist einer der Hauptverantwortlichen für den Völkermord von Srebrenica vor 25 Jahren.

2017 wurde er wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Anklage und Verteidigung forderten Berufung

Seine Verteidiger forderten nun im Berufungsverfahren in Den Haag, das Gericht solle dieses Urteil wieder aufheben und ihn freisprechen. Sie warnten auch, der Prozess könne scheitern, weil Mladic gesundheitlich nicht fit genug sei.

Der Angeklagte darf am Mittwoch, zum Ende der Anhörung, für zehn Minuten das Wort ergreifen.

Die Anklage hatte ebenfalls Berufung eingelegt und will eine weitere Verurteilung für Völkermord erreichen. Die Richter sollten auch die Verfolgung von bosnischen Muslimen und Kroaten in sechs Kommunen als Genozid anerkennen. Ein Urteil wird nicht vor Ende des Jahres erwartet.

Mladic, der erst 16 Jahre nach Kriegsende gefasst worden war, gilt als einer der Hauptschuldigen der Verbrechen im Bosnienkrieg (1992-1995) – dazu gehören die jahrelange Belagerung Sarajevos mit über 10'000 Toten und die Verfolgung und Vertreibung von bosnischen Muslimen und Kroaten.

Video
Aus dem Archiv: Nach 25 Jahren leidet Srebrenica immer noch
Aus 10 vor 10 vom 10.07.2020.
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Info 3, 25.08.2020, 17 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Wenn er verurteilt worden ist für seine Verbrechen sollte er seine Strafe total absitzen müssen, Gesundheit hin oder her, für seine Opfer hatte er auch kein Erbarmen. Was hier abgeht ist reine Geldverschwendung und dieses Geld könnte den Opfern gespendet werden.
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Warum muss ein Verfahren so kompliziert sein.? Ob 3x oder 10x lebenslänglich spielt dann auch keine Rolle mehr. Dann erlaubt er sich noch die Frechheit, Freispruch herauszuholen...
    1. Antwort von Hermann Roth  (Dr. Wissenschaftler)
      Wenn er für 1 Völkermord verurteilt wird, dieses Urteil anfechtet und gewinnt, ist er frei. Wenn er für 3 Völkermorde verurteilt wird, das Urteil anfechtet und für 1 Völkermord freigesprochen wird, hat er aufgrund der anderen zwei Völkermorde immer noch lebenslänglich. Die Anklage geht auf Nummer sicher - und es geht darum, den Opfern und Angehörigen der Völkermorde, für die er noch nicht verurteilt wurde, Genugtuung zu verschaffen.
  • Kommentar von Sebastian Demlgruber  (SeDem)
    Mladic erlebt ein Mass an Rechtsstaatlichkeit und Fairness, das er selbst seinen tausenden Opfer nie zugestanden hat. Deren Angehörige haben von ihm allesamt das Urteil „lebenslänglich“ erhalten, denn ihre ermordeten Angehörigen werden nie zurückkommen. Dennoch beweist sich in diesem Tribunal die Überlegenheit der Zivilisation über die Barbarei, der Demokratie über die Autokratie und Diktatur.
    1. Antwort von Diego De Ribero  (TheDarkKnight)
      Hallo SeDem

      Einer der schönsten Kommentare die ich je gelesen habe!

      Ich stimme Ihnen 100% zu.