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Britischer Skandalprinz Ex-Prinz Andrew soll von der Thronfolger-Liste gestrichen werden

  • Der im Epstein-Skandal tief gefallene frühere Prinz Andrew könnte seinen Platz in der britischen Thronfolge verlieren.
  • Die Regierung prüft Medienberichten zufolge, ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden.
  • Das Königshaus ist offenbar mit dem Vorgehen einverstanden.

Das Gesetz würde es der Regierung ermöglichen, Andrew Mountbatten-Windsor von der Liste der Erbmonarchie zu streichen, sobald die Polizei ihre Ermittlungen gegen den Bruder von König Charles III. abgeschlossen hat. Trotz des Verlusts seiner Titel im vergangenen Jahr steht der frühere Herzog von York weiterhin an achter Stelle der Thronfolge.

Der britische Verteidigungs­staatssekretär Luke Pollard bezeichnete den potenziellen Schritt im Sender BBC als «angemessen» – völlig unabhängig vom Ausgang der Ermittlungen. Die Regierung habe mit dem Buckingham-Palast an Plänen gearbeitet, um zu verhindern, dass auch nur die kleinste Chance bestehen würde, dass der Ex-Prinz König werden könnte.

Umfrage: Mehrheit hält Andrew für untragbar

Eine von Sky News zitierte YouGov-Umfrage ergab, dass 82 Prozent der Briten dafür sind, Andrew den Status als potenzieller Thronfolger zu entziehen. Nur sechs Prozent waren dagegen, 12 Prozent gaben an, keine Meinung dazu zu haben.

Um auszuschliessen, dass Andrew jemals König werden könnte, müsste für die Änderung der Thronfolge ein Gesetz vom Parlament verabschiedet werden. Gesetze werden in Grossbritannien im Ober- und Unterhaus beschlossen und schliesslich vom Monarchen unterzeichnet.

Drei Personen in formeller Kleidung bei Gespräch.
Legende: Der Prinzentitel wurde Andrew Mountbatten-Windsor schon letztes Jahr abgesprochen. Jetzt soll er auch bald aus der Liste der potenziellen möglichen Nachfolger von König Charles gestrichen werden. Im Bild: Andrew (Mitte) mit Charles' Sohn Prinz William (auf Platz eins der möglichen Thronfolger) sowie dessen Ehefrau Prinzessin Kate. Reuters/Toby Melville

Änderungen der Thronfolge müssten zudem auch die weiteren 14 Commonwealth-Staaten wie Australien und Kanada zustimmen, denen Charles III. als König vorsteht. Platz eins in der Thronfolge hat Charles' Sohn William (43) inne, vor dessen Sohn Prinz George (12).

Londoner Polizei will Personenschützer befragen

Am Freitag gab die Londoner Metropolitan Police bekannt, ehemalige Personenschützer von Andrew Mountbatten-Windsor befragen zu wollen. Kontaktiert würden derzeitige und ehemalige Beamte, die eng mit ihm zusammengearbeitet haben.

Wegen seiner Verbindung zum US-Missbrauchstäter Jeffrey Epstein hatte der 66-Jährige alle bedeutenden Titel und militärischen Ehren verloren. Er musste zudem aus seinem Anwesen auf dem Gelände von Schloss Windsor ausziehen.

Festnahme kommt sehr selten vor

Am Donnerstag schliesslich wurde er von der Thames Valley Police vorübergehend festgenommen. Sie führte Ermittlungen wegen des Vorwurfs des Fehlverhaltens in einem öffentlichen Amt durch.

Andrew Mountbatten-Windsor hat sich dazu bislang nicht geäussert. Vorherige Vorwürfe, bei denen es um Sexualdelikte in Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal ging, wies er stets zurück.

Mit ihm wurde zum ersten Mal seit mehr als 350 Jahren ein ranghohes Mitglied der Königsfamilie vorübergehend verhaftet. Damals war König Charles I. während des Bürgerkriegs wegen Hochverrats angeklagt worden.

SRF 4 News, Nachrichten, 21.2.2026, 12:30 Uhr ; 

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