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Coronavirus auf dem Vormarsch Zahl der Toten in China stagniert

  • Die Zahl der neuen Todesopfer durch das Coronavirus in China ist auf dem niedrigsten Stand seit dem 28. Januar.
  • US-Präsident Donald Trump äussert sich zuversichtlich hinsichtlich der Ausbreitung und Bekämpfung des Virus in den USA.
  • Zwei neue Studien eines US-Pharmaunternehmens sollen die Wirksamkeit eines Medikamentes zur Behandlung von schwer und moderat erkrankten Coronavirus-Patienten belegen.
  • Die deutsche Industrie fürchtet eine Eintrübung der Konjunktur durch den Coronavirus-Ausbruch in Europa.
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Die aktuelle Entwicklung zum Coronavirus
Aus Tagesschau vom 26.02.2020.
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Die Zahl der Virus-Erkrankungen in Festland-China ist nach Angaben der Behörden um 433 angestiegen. Am Vortag hatte es 406 neue Fälle gegeben. Damit liegt die Zahl der Erkrankten demnach insgesamt nun bei 78'497. Die Zahl der neuen Todesopfer beläuft sich auf 29. Das ist der niedrigste Stand seit dem 28. Januar.

Derweil sind in Italien zwei weitere Menschen an dem Virus gestorben. Damit stieg die Zahl der Todesopfer in dem am stärksten betroffenen Land in Europa auf 14, wie der Zivilschutz bekannt gab. Im Iran stieg die Zahl der Fälle kräftig an. Sie erhöhte sich binnen 24 Stunden um 106 auf 245, wie ein Ministeriumssprecher sagte. Auch die Zahl der Todesopfer im Iran ist durch die Coronavirus-Epidemie nach offiziellen Angaben auf 26 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium in Teheran am Donnerstag mitteilte, wurden in den vergangenen 24 Stunden sieben weitere Todesfälle gemeldet. In Österreich gab es den ersten Fall in der Hauptstadt Wien.

Japanerin zum zweiten Mal erkrankt

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In Japan ist eine Frau zum zweiten Mal positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Gesundheitsministerium bestätigt, dass es sich bei dem Fall um den ersten Fall in Japan handle, bei dem ein Patient nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus ein zweites Mal positiv auf Coronavirus getestet wurde, berichtet die Zeitung «Nikkei». «Sobald man die Infektion im Körper hat, könnte sie ruhen und mit minimalen Symptomen ablaufen und dann können es zu einer Verschlimmerung bekommen, wenn sie ihren Weg in die Lunge findet», sagt Philip Tierno Jr., Professor für Mikrobiologie und Pathologie an der NYU School of Medicine. Er sagt über das Virus, vieles sei noch ungewiss. «Ich bin mir nicht sicher, ob dies nicht biphasisch ist, wie Milzbrand», sagt er, was bedeutet, dass die Krankheit vor dem Wiederauftreten zu verschwinden scheint. Fälle von zweiten positiven Tests traten bisher nur in China auf.

Im Gegensatz zu den ersten Erfolgen in China meldet Südkorea den grössten Anstieg an Neuinfektionen seit dem Auftreten des ersten Falles am 20. Januar im Land. Die Gesamtzahl liege nun bei 1595, erklärt das koreanische Seuchen- und Präventionszentrum (KCDC). Von den neuen Fällen befänden sich 307 in der südöstlichen Stadt Daegu, so das KCDC in seiner Erklärung.

So funktioniert der Test auf Coronavirus

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Beim Verdacht auf das Coronavirus Sars-CoV-2 wird der Erreger in der Regel mit einem molekularbiologischen Test nachgewiesen. Zunächst nimmt ein Arzt eine Probe aus den Atemwegen eines Patienten – entweder einen Abstrich oder ausgehusteten Schleim. Spezialisten bereiten diese Probe dann im Labor auf und suchen mit einem sogenannten PCR-Test nach dem Erbmaterial des Virus. Vereinfacht gesagt wird dabei ein bestimmter Abschnitt des Viren-Erbguts millionenfach kopiert. Die Kopien werden mit einer Sonde farblich markiert. Diese Farbmarkierung kann dann mit komplexen Geräten sichtbar gemacht werden. Sind entsprechende Farbsignale vorhanden, handelt es sich um eine «positive Probe». Unter idealen Bedingungen dauert ein solcher Test im spezialisierten Labor drei bis fünf Stunden.

Das US-Militär meldet seinen ersten Fall des Coronavirus bei einem 23-jährigen Soldaten aus Camp Carroll, etwa 20 Kilometer von Daegu entfernt. In Südkorea sind rund 28'500 US-Soldaten stationiert, da sich die USA formell noch im Krieg mit Nordkorea befinden. Das südkoreanische Militär hat ebenfalls mindestens 21 Infektionen gemeldet.

Infoline des Bundes

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat für Fragen zum neuartigen Coronavirus eine Infoline eingerichtet:
Telefonnummer 058 463 00 00
Sie ist täglich während 24 Stunden erreichbar.

Auf der Webseite des BAG, Link öffnet in einem neuen Fenster gibt es tagesaktuelle Informationen.

US-Präsident Donald Trump hat sich zuversichtlich hinsichtlich der Ausbreitung und Bekämpfung des Virus in den USA geäussert. Vizepräsident Mike Pence werde für die Reaktion der USA auf den Ausbruch des Coronavirus verantwortlich sein, gab Trump bekannt. Trump selbst gehe nicht davon aus, dass eine Pandemie unausweichlich sei, das Risiko für das amerikanische Volk «bleibt sehr gering» und es «gibt keinen Grund zur Panik». Amerika sei gewappnet und bereit, sich anzupassen, «und wir sind bereit, alles zu tun, was wir tun müssen, wenn sich die Krankheit ausbreitet, falls sie sich ausbreitet», sagte Trump.

Trump warf jedoch zwei Fernsehsendern, die ihm kritisch gegenüberstehen, vor, alles zu tun, um das Coronavirus so schlecht aussehen zu lassen wie möglich. Sie würden auch Panik an den Börsen schüren.

In den letzten vier Handelstagen wurden an den Börsen weltweit 3.3 Billionen Dollar an Marktwert vernichtet. Der deutsche Bundesverband der Deutschen Industrie befürchtet auch eine Beeinträchtigung der Konjunktur durch das Coronavirus. Auch EZB-Direktorin Isabel Schnabel sagte, das Coronavirus habe die Unsicherheit hinsichtlich der Aussichten für das weltweite Wirtschaftswachstum erhöht.

Auswirkungen des Coronavirus auf den Sport

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Das Coronavirus hält die Sportwelt in Atem und die beiden Highlights Fussball-EM und Olympische Sommerspiele rücken immer mehr in den Fokus. Das Internationale Olympische Komitee hält trotz des Coronavirus-Ausbruchs in Japan an den Olympischen Spielen in Tokio fest. Die IOC-Koordinierungskommission setze sich voll und ganz für die planmässige Austragung der Sommerspiele ein, sagte IOC-Präsident Thomas Bach laut der Nachrichtenagentur Kyodo.

Angesichts des grassierenden Coronavirus äusserten führende Mediziner erstmals Bedenken. «Es hängt ein grosses Damoklesschwert über der Fussball-EM und den Olympischen Spielen», sagte Prof. Hans-Georg Predel, Leiter des Sportmedizinischen Instituts der Sporthochschule Köln. Die Fussball-EM (12. Juni bis 12. Juli) findet in zwölf Ländern statt, entsprechend hoch werde das Reiseaufkommen von Fans und Mannschaften sein. Predels deutlicher Rat: «Wenn die Situation so bleibt, wie sie jetzt ist, wenn weiterhin unkontrollierte virale Ausbrüche auftauchen, dann halte ich eine Absage für möglich und würde auch dazu raten.»

Hoffnung gibt es vonseiten der Wissenschaft. Das US-Unternehmen Gilead Sciences soll ein Medikament gegen schwere und moderate Coronavirus-Erkrankungen entwickelt haben. Dies würden zwei Studien belegen. Das Medikament namens Remdesivir soll Anfang März vor allem in asiatischen Ländern getestet werden.

Kreuzfahrtschiff darf in karibischen Hafen einlaufen

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Ein Kreuzfahrtschiff der Linie MSC Cruises darf im karibischen Hafen Cozumel anlegen. Ein Hafenbeamter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass allerdings die Erlaubnis für die Passagiere des Kreuzfahrtschiffes, in Cozumel von Bord zu gehen, widerrufen worden sei. Zuvor wurde dem Ozeanriesen mit rund 6000 Passagieren und Besatzungsmitgliedern bereits die Ausschiffung in Jamaika und Grand Cayman verweigert. Ein Sprecher von MSC Cruises mit Sitz in der Schweiz sagte, das Unternehmen stünde den ganzen Tag mit den zuständigen Gesundheitsbehörden in Mexiko in Kontakt. Die Krankenakten des Schiffes würden «einen einzigen Fall von gewöhnlicher saisonaler Grippe» (Influenza A) durch ein Besatzungsmitglied zeigen, teilte das Unternehmen mit. Es sei kein mit dem Coronavirus Infizierter an Bord.

NEWSQuelle: bag.admin, 26.02.2020So können Sie sich schützenWaschen Sie sich regelmässig die Hände mitWasser und Seife oder nutzen Sie ein Hand-Desinfektionsmittel.Niesen oder husten Sie in ein Taschentuchund entsorgen Sie es. Wenn Sie kein Taschen-tuch haben, niesen oder husten Sie in Ihre Armbeuge.Vermeiden Sie Kontakt zu Personen mitAtembeschwerden oder Husten.Bleiben Sie bei Symptomen wie Atem- beschwerden, Husten oder Fieber zuhause.Kontaktieren Sie umgehend –zuerst telefonisch – eine Ärztin, einen Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung.Einfache Hygienemasken in der Öffentlichkeit schützen Gesunde nicht zuverlässig vorAnsteckung. Sie mindern eventuell das Infektionsrisiko, weil man seltener mit den Händen das Gesicht berührt. Bei bereits Erkrankten können Hygienemasken die Weiterverbreitung der Viren aber deutlich reduzieren.

SRF 4 News; 06:00 Uhr; agenturen/horm/spea;rehm

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    W.Meier "Wir brauchen ganz sicher nicht noch eine weitere solch schwere Krankheit!" Das könnte man bei einer Freigabe von Hasch aus sagen! Aber diese weltweite Massenhysterie wegen diesem Virusinfekt, der eh in mutierter Form wiederauftreten wird, u.viel weniger Tote forderte als die normale Grippe od.erwähnte Krankheiten, wogegen man längst mehr hätte tun können, das ist ebenso bedenklich wie die Tatsache, dass daneben alles getan wird, allem Leben auf Erden die Lebensgrundlage zu zerstören...
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  • Kommentar von Urs Aeschlimann  (Kroo)
    Schon mal positiv. Nur im Rest der Welt kommt der Peak noch.
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    1. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Es könnte sein, dass die Situation von Nordkorea ausnahmsweise das erste Mal einen Vorteil zu anderen Ländern bietet...
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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Zum Nachdenken: 13Mio verstossene Leprakranke allein in Indien, und jedes Jahr kommen weltweit ca 200'000 dazu. Malariakranke schätzt das Robert-Koch-Institut weltweit auf 300–500Mio. Nach Angaben der WHO sterben weltweit ca 1/2Mio/J an Malaria. 90% in Afrika. Ca 10Mio/J erkranken an Tuberkulose. Nach dem Global tuberculosis report der WHO starben 2015 ca 1,4Mio an Tbc, hinzu kamen noch 400'000 Todesfälle von HIV-Infizierten. Nichts von alledem lässt derart hyperventilieren, wen interessierts?
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    1. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      Malaria, Tuberkulose und HIV sind in Europa heilbar oder zumindest therapierbar. Wir verfügen über Krankenkassen die die Therapie übernehmen und die Ansteckungswege sind bekannt, ebenso Krankheitsverlauf und Risiken. Hier haben wir eine neue Virenerkrankung, die noch nicht vollständig Bekannt ist. Das Unbekannte ist das, das vielen Menschen angst macht.
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    2. Antwort von Willi Meier  (wm)
      Wir brauchen ganz sicher nicht noch eine weitere solch schwere Krankheit!
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    3. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      Wir vielleicht schon, Andy Gasser, aber die anderen, hat man je so viel investiert für jene in Schwellen- oder Entwicklungsländern? Nein, dort lässt man die Menschen im Stich, obwohl man mit Medikamenten helfen könnte, das betrifft uns ja nicht, siehe Zahlen!
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    4. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Wenn es mit dem Klimawandel weitergeht haben wir die ersten Malaria bald auch in der Schweiz. Hatten wir früher auch schon vor den Gewässerkorrekturen und Sumpf-Trockenlegungen. Und siehe da, es wird dann blitzschnell gehen mit Malariaforschung und -bekämpfung wenn die Krankenkassen bezahlen...
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    5. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Anderseits gibt mir auch zu denken, warum im ganzen riesigen Kontinent Afrika nicht ein Land eine eigene Industrie zum Kampf gegen die Malaria aufbaut.
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