Zum Inhalt springen

Header

Audio
Macht Dänemark bereits nach Ostern wieder auf?
Aus SRF 4 News aktuell vom 31.03.2020.
abspielen. Laufzeit 05:20 Minuten.
Inhalt

Coronavirus in Dänemark «Die Ansteckungsrate hat sich innert zwei Wochen halbiert»

Noch sind in Dänemark Schulen, Restaurants, Kinos, Theater und weitere Freizeiteinrichtungen wie Fitnessstudios geschlossen. Es gilt ein öffentliches Versammlungsverbot für mehr als zehn Personen. Das könnte sich bald ändern, sagt Nordeuropa-Mitarbeiter Bruno Kaufmann.

Bruno Kaufmann

Bruno Kaufmann

Skandinavien-Korrespondent

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Bruno Kaufmann berichtet seit 1990 regelmässig für SRF über den Norden Europas, von Grönland bis Litauen. Zudem wirkt er als globaler Demokratiekorrespondent beim Internationalen Dienst der SRG, swissinfo.ch/directdemocracy, Link öffnet in einem neuen Fenster.

SRF News: Was stimmt Dänemarks Regierungschefin so optimistisch?

Bruno Kaufmann: Es sind die jüngsten Zahlen der dänischen Gesundheitsbehörden. Sie zeigen, dass die Ansteckungsrate durch Corona-Infizierte innert zweier Wochen von 2.4 auf 1.2 Personen zurückgegangen ist. Diese Halbierung habe zu einer flachen Entwicklung beigetragen und zur Voraussetzung, dass das Land wieder langsam geöffnet werden könne, stellte Regierungschefin Mette Frederiksen fest.

Konnte die Überlastung der Spitäler verhindert werden?

Ja, das ist so. In Dänemark gibt es gut 2800 Infizierte, wovon sich zurzeit rund 500 in den Spitälern, 130 davon in den Intensivabteilungen befinden. Damit ist etwa die Hälfte der Intensivplätze belegt. Man geht davon aus, dass man die Lage damit im Griff hat.

Gibt es schon eine Vorstellung, wie das Regime ab Ostern gelockert werden soll?

Ja. Bereits am Tag, nachdem der Lockdown beschlossen war, machte sich das Parlament Gedanken über einen Wiedereröffnungsplan. Die Regierung arbeitete daran und möchte nun am Osterdienstag schrittweise die Schulen und Arbeitsplätze zugänglich machen.

Bereits am Tag, nachdem der Lockdown beschlossen war, machte sich das Parlament Gedanken über einen Wiedereröffnungsplan.
Autor: Bruno Kaufmann

Denkbar ist, dass Teile der Schulen am Vormittag unterrichten und Arbeitsplätze am Nachmittag wieder besetzt werden. So soll es nicht zu Rushhours kommen, welche die Infizierungsrate wieder hochschnellen lassen könnten. Man stützt sich hier auch auf einen «Lockout» der gesamten Lehrerschaft anlässlich eines Streiks von 2013. Damals sammelte man Erfahrungen, wie man die Schulen wieder hochfahren kann.

Seit dem 14. März sind in Dänemark die Grenzen für Personen ohne triftigen Einreisegrund geschlossen. Bleibt das so?

Das bleibt vorläufig so. Frederiksen machte am Montag deutlich, dass man sich auf eine längere Grenzschliessung einrichten sollte. Das hat auch Symbolcharakter, stehen doch die in der Minderheit stehenden Sozialdemokraten wie auch die Nationalkonservative Volkspartei voll dahinter. Es ist ein Signal, dass man nicht zusätzlich Infizierte aus dem Ausland importieren will.

Freut die Ankündigung, das Land wieder hochzufahren, die Däninnen und Dänen – oder überwiegt die Skepsis?

Die Erleichterung ist überall zu spüren. Viele Menschen hatten sich in der Wirtschaft wie auch in den Schulen auf eine langsame Wiedereröffnung erst im Mai eingerichtet. Mit dem gestrigen Bericht gibt es einen Silberstreifen am Horizont.

Gibt es keine Angst, dass sich das wieder rasch ändern könnte?

Natürlich besteht diese Angst. Aber nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch bei der Regierung. Diese sagte ganz klar, dass der Plan je nach Entwicklung in den nächsten Tagen und Wochen überprüft werden müsse. Man hat sich also nicht zu früh verkauft oder bereits etwas beschlossen. In Dänemark muss zudem auch das Parlament jeweils über diese Schritte entscheiden.

Man hat sich also nicht zu früh verkauft oder bereits etwas beschlossen.
Autor: Bruno Kaufmann

Das Gespräch führte Claudia Weber.

SRF 4 News, 31.03.2020, 07:20 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

24 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Oskar Schneider  (Oski2)
    Corona zeigt deutlich dass eine EU Unsinn ist. Sobald es ums "Einqemachte" geht schliessen EU-Länder Grenzen und haben Erfolg damit. EWG Ja, EU Nein denn am Ende ist, sollte und wird sich jeder selbst der Nächste sein obwohl jeder einzelne von uns eines Tages alles verliert! No eh schöne Tag
    1. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      Es ist sicher schwierig in der EU zusammen zu arbeiten, gerade weil die Kulturen zu unterschiedlich sind. Aber trotzdem ist aus meiner Sicht Zusammenarbeit der einzige Weg. Schon alleine um gegen starke Wirtschaften wie China oder USA zu bestehen. Alleine sind die Länder der EU noch schwächer. Das wir einander brauchen, sieht man schon allein daran, dass die Schweiz und Deutschland auch Patienten aus Italien und Frankreich übernehmen. Glauben Sie mir in dieser Krise kommt man gemeinsam weiter.
  • Kommentar von Hans Bernegger  (hbernegger)
    Solange die Zahl noch über 1.0 ist, braucht man nicht über eine Lockerung nachzudenken. Die Fälle müssen sinken, am besten auf 0, dann kann man lockern und die verbleibenden wenigen Fälle isolieren. Aber Europa scheint dafür zu blöd zu sein. So wird man hier den ganzen Sommer durchwursteln. Mein Flieger nach Seoul geht bald..
    1. Antwort von Franz Giger  (fjg)
      lässt man sie in Seoul einreisen, schliesslich kommen sie aus einem Hochrisikogebiet wo man sich so durchwurstelt?
    2. Antwort von Hans Bernegger  (hbernegger)
      Das stimmt, Herr Giger, es ist beschwerlich, aber nicht unnöglich. Ich darf vor dem Einstieg ins Flugzeug kein Fieber haben. Bei der Einreise gibt es einen Test. Der muss negativ sein. Dann muss ich eine App installieren, die mich trackt und überprüft ob ich die zwei Wochen Quarantäne einhalte, die auch bei einem negativen Test Pflicht sind.
  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Halleluja, wäre nun schön wenn man hört wie Georgien mit dieser Krise umgeht. Georgien die immer mit Virophagen und Bakteriophegen arbeiteten. Erinnert mich an die Einstein Bohr Debatte, da waren sich 2 geniale Wissenschaftler zwar Freunde aber völlig uneins, wie so oft auch heute. Einstei: Gott würfelt nicht, darauf Bohr: Schreiben sie Gott nicht vor was er zu tun hat.
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Virophagen?