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TV-Duell zwischen Pence und Harris mit Spannung erwartet
Aus SRF 4 News aktuell vom 07.10.2020.
abspielen. Laufzeit 02:26 Minuten.
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Debatte der Vizepräsidenten USA-Expertin: «Mike Pence würde ich nicht unterschätzen»

In der Nacht auf Donnerstag steht im US-Wahlkampf die nächste Fernsehdebatte an. Diesmal duellieren sich der amtierende Vizepräsident Mike Pence und Kamala Harris, die an der Seite des Demokraten Joe Biden kandidiert. USA-Expertin Sarah Wagner hofft auf eine gesittete Debatte.

Sarah Wagner

Sarah Wagner

Politologin

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Sarah Wagner ist USA-Expertin bei der Atlantischen Akademie, Link öffnet in einem neuen Fenster Rheinland-Pfalz in Kaiserslautern.

SRF News: Wird die TV-Debatte sachlicher sein als das Aufeinandertreffen der beiden Präsidentschaftskandidaten von vergangener Woche?

Sarah Wagner: Ich erhoffe mir, dass es eine wirkliche Debatte wird und nicht ein Spektakel wie beim letzten Mal. Und ich hoffe, dass wir wirklich einen interessanten, auch inhaltlich wertvollen Austausch zwischen den beiden Kandidaten haben werden.

Biden und Trump haben vor allem über die Coronakrise, die Wirtschaft und den Supreme Court geredet. Werden es Pence und Harris ihnen gleichtun?

Diese Themen werden auch eine Rolle spielen. Aber was wirklich dominiert, sind die aktuellen Entwicklungen; die Pandemie, die Erkrankung des Präsidenten. Es ist gut für die Demokraten, wenn der Fokus auf dem Thema Krisenmanagement liegt. Denn Pence ist der Chef der Corona-Taskforce des Weissen Hauses.

Es gab grossen Druck, dass man die Haltung der Kandidaten gegenüber der LGBTQ-Community diskutiert.

Gleichzeitig wird auch interessant sein, zu sehen, ob neue Themen diskutiert werden. Zum Beispiel gab es grossen Druck von Interessengruppen, dass man die Haltung der Kandidaten gegenüber der LGBTQ-Community diskutiert.

Harris war zunächst Präsidentschaftskandidatin und hatte an den Fernsehdebatten der Demokratinnen und Demokraten teilgenommen. Pences letzte Debatte liegt vier Jahre zurück. Ist er aus der Übung?

Harris hat in den Vorwahlen eine gute Figur gemacht. Sie muss sich nicht komplett neu einarbeiten wie Pence. Sie muss jedoch den Balanceakt schaffen, pointierte Angriffe gegen das Krisenmanagement des Präsidenten vorzubringen, ohne dabei persönlich zu werden angesichts dessen Zustands.

Pence würde ich nicht unterschätzen, denn es ist auch ein Vorteil, dass die Erwartungen an ihn aktuell niedriger sind. Wenn wir die Debatte von 2016 anschauen, hat sich Pence damals sehr gut geschlagen. Er ist nicht wirklich auf die Attacken gegen Trump eingegangen, sondern hat immer wieder versucht, die aus seiner Sicht positiven Aspekte des Wahlkampfprogramms zu betonen. Er ist auch nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen wie Trump.

Über drei Millionen Amerikaner und Amerikanerinnen haben schon gewählt.

Das TV-Duell von Pence und Harris wird mit Spannung erwartet. Wieso?

Die Debatte zwischen den Vize-Präsidentschaftskandidaten stösst normalerweise auf wenig Interesse. Aber wir haben eine sehr ungewöhnliche Situation dieses Jahr. Wir haben zwei Präsidentschaftskandidaten, die über 70 Jahre alt sind. Einer von ihnen ist an Covid-19 erkrankt. Das heisst, die Chance, dass Harris oder Pence das Amt übernehmen müsste in den nächsten Jahren, wird als relativ hoch eingeschätzt. Der Druck auf beide ist hoch und man erwartet von ihnen auch einen entsprechend seriösen Auftritt.

Das heisst, dieses Duell ist so wichtig wie schon lange nicht mehr?

Jein. Ja, es ist wichtig, weil wir diesen aussergewöhnlichen Kontext haben. Sprich: Die Chancen sind einfach höher, dass einer der Vize-Präsidentschaftskandidaten auch das Amt übernehmen könnte. Gleichzeitig aber ist das Rennen bisher in den Umfragen stabil und es wird von vielen anderen Entwicklungen begleitet, sodass nicht einzuschätzen ist, welchen Einfluss diese Debatte letztendlich hat. Über drei Millionen Amerikaner und Amerikanerinnen haben schon gewählt. Und es gibt relativ wenig Unentschlossene. Wahlentscheidend wird diese Debatte deshalb wohl nicht.

Das Gespräch führte Manuel Ramirez.

Harris mit Maske vor einem Denkmal.
Legende: «Kamala Harris hat in den Vorwahlen eine gute Figur gemacht», sagt Politologin Sarah Wagner. Keystone

SRF 4 News, 07.10.2020, 07:12 Uhr ;

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Dorothee Meili  (DoX.98)
    Danke den "Wagners": ich hoffe sehr, dass das Niveau nicht nur besser, sondern sogar einen Hauch von "gut" ist, d.h. dass beide ihre Chance nützen können: der Rep, dass es auch Sachliches gibt; und die Dem, dass es nicht nur "Anti-Trump" und Corona gibt, sondern intelligente, frische Projekte!
  • Kommentar von Lorenzo Ciliberto  (Lavrentius)
    Sie "hofft auf eine gesittete Debatte". Wer hätte vor kurzem noch gedacht sowas selbstverständliches überhaupt je zum Thema wird. Heute wird "politisch korrekt" beleidigt und verhöhnt was das Zeug hält. Politische Inhalte interessiert keinen mehr, da müsste man ja Texte lesen und sich Gedanken machen. Twittern und lügen maxcht doch mehr Spass, oder? Bei uns geht es leider auch in diese Richtung.
    1. Antwort von Monika Mitulla  (momi)
      "Political Correctness" ist ein Schlagwort der vergangenen 20 Jahre. Vieles davon schiesst über das Ziel hinaus - ja oftmals wird es dazu verwendet, andere Gesinnungen zu beeinflussen. Alles soll "auf Reihe" gebracht werden. "Political Correctness" schliesst Querdenker aus - aber für die öffentliche Debatte müssen sich alle einbringen können. Das ist das Wesen der Demokratie.
  • Kommentar von Marti Müller  (Co2=Leben)
    Go Mike!!
    1. Antwort von Michi Leemann  (mille)
      Äh, go Kamala! Wenn schon argumentieren dann richtig ;-)