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Bundestagswahlen Deutschland – Schlussresultat und Reaktionen
Aus SRF News spezial vom 26.09.2021.
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Deutschland hat entschieden Die grosse Koalitions-Frage: Das diskutiert die SRF-Community

Mit 25.7 Prozent wurde die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz am Montagmorgen zur Wahlsiegerin ausgerufen. Die Union liegt auf Platz zwei, jedoch mussten die beiden Parteien CDU und CSU unter Kanzlerkandidat Armin Laschet stark Federn lassen: Mit einem Verlust von 8.8 Prozent verzeichnen sie das schlechteste Ergebnis in der Parteigeschichte.

Mit dem Koalitionsrechner können Sie die Möglichkeiten durchrechnen

«Jamaika» scheiterte bereits 2017

Was nun folgt, ist das Ringen um die Koalitionspartner. Es zeichnet sich ab, dass Deutschland erstmals seit den 1950er-Jahren von einer Koalition aus drei Parteien regiert werden wird. Im Gespräch sind etwa die «Ampel»-Koalition aus SPD, FDP und Grüne oder die «Jamaika»-Variante, bei der die Union mit den Grünen und der FDP koaliert.

Diese Möglichkeiten ernten Skepsis in den Kommentaren. SRF-User Guy Déverin setzt ein Fragezeichen hinter eine Ampel-Koalition und begründet das damit, dass ein breites Polit-Spektrum vereint werden müsste: «Die Programme von Grüne und FDP scheinen mir zu viele Differenzen zu haben, als dass problemlos klappen würde. Auf alle Fälle täte es Deutschland aber gut, wenn die Union die nächsten vier Jahre nicht an der Regierung beteiligt wäre.»

Es täte Deutschland gut, wenn die Union die nächsten vier Jahre nicht an der Regierung beteiligt wäre.
Autor: Guy Déverin SRF User

Maciek Luczynski sieht das ähnlich: «Ich glaube nicht, dass eine Regierung mit Grünen und FDP möglich ist. Dazu liegen die Parteien zu weit auseinander» – und zieht einen Vergleich zu 2017: Damals schlossen sowohl Union als auch SPD eine Weiterführung der Grossen Koalition aus. Es setzen sich Union mit FDP und Grünen an einen Tisch – und kamen auf keinen gemeinsamen Nenner. Der Plan «Jamaika» versandete schlussendlich und resultierte doch in der Grossen Koalition.

SRF-User Johnny Berger hofft auf eine handlungsfähige Koalition, «die nicht schon nach kurzer Zeit zerstritten ist.» Für ihn steht die Beziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz im Vordergrund: «Denn auch wenn die Schweiz nicht Mitglied der EU ist, hat sie grosses Interesse an einem Deutschland, dass seine Probleme endlich in Angriff nimmt.»

Eine deutsche Zauberformel?

Mit der möglichen Ablehnung einer erneuten «Grossen Koalition» öffnet sich die Möglichkeit für ein Kanzlerkabinett, in dem Politiker und Politikerinnen aller Couleur zusammen arbeiten müssen. Deutschland soll sich von der schweizerischen «Zauberformel» inspirieren lassen, so der Tonfall: Etwa schreibt Heinz Hugentobler: «Warum nehmen sie sich nicht ein Beispiel an der Schweiz und beteiligen die stärksten Parteien an der Regierung? Nehmen alle drei Kandidaten als Bundeskanzler, ein Triumvirat?»

Die Minister werden auf einige der stärksten Parteien verteilt, wobei, so wie es aussieht, die Nummer Zwei auf der Strecke bleibt.
Autor: Rudolf Räber SRF-User

Ein ähnliches Szenario stellt auch User Rudolf Räber in Aussicht: «Interessant ist, dass sich Deutschland nun mehr und mehr der Schweiz annähert, was die Regierungsbildung angeht. Die Minister werden auf einige der stärksten Parteien verteilt, wobei, so wie es aussieht, die Nummer Zwei auf der Strecke bleibt.»

Weiter vermutet Räber, dass Deutschland mit einer solchen Regierung sogar handlungsfähiger sei als die Schweiz. Dabei bezieht er sich auf den europäischen Kontext und blickt etwa nach Frankreich: «Es geht auf beiden Ebenen darum, die Leute zu einen. Nur gemeinsam kann das Wohl des Volkes erreicht werden.»

Dass ein Vergleich mit der «Zauberformel» nicht über alle Zweifel erhaben ist, zeigt die Replik von SRF-Userin Margot Helmers: «Vollkommen falsch! Die Schweiz hat eine Konkordanz-Demokratie, während Deutschland eine Partei-Demokratie ist.»

Was halten Sie von den Wahlresultaten in Deutschland? Welche Fragen sind aktuell für Sie noch offen? Sagen Sie es uns in den Kommentaren.

SRF 1, SRF News Spezial, 26.09.2021, 17:45 Uhr

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Am Schluss wird es wieder die GroKo sein, wie bei uns in der Schweiz!
    1. Antwort von Maciek Luczynski  (Steine)
      Das denke ich auch.
      (Oder aber Deutschland versucht es mal mit einer Minderheitsregierung)

      Ich kann mir kaum vorstellen, dass die FDP und die Grünen in einer Regierung zusammenarbeiten können.
      Dafür sind die Ausrichtungen zu unterschiedlich
  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Also die AfD kann man gleich mal vergessen. Das ist eine inzwischen eine Ost-Partei.Im Westen haben die fast überall verloren. Von der Inkompetenz der Personen ganz abgesehen. Es gibt innerhalb der CDU Realisten, welche die Partei nach dieser krachenden. Niederlage in der Opposition sehen. Das Laschet vom Regieren und gar dem Kanzleramt labert ist utopisch. Nachdem Baerbock als Kanzlerin Geschichte ist, könnte Habeck jetzt ja Vize-Kanzler probieren.
  • Kommentar von Monika Mitulla  (momi)
    Es gibt sehr viele Möglichkeiten - auch eine grosse Koalition ist möglich oder eine Minderheitsregierung. Ich denke nicht, dass sich viel ändern wird in der Deutschen Politik, denn soooo weit sind die Parteien gar nicht mehr auseinander.
    So, wie der grossartige Noam Chomsky es bei Wahlen in den USA einmal formuliert hatte: "Es gibt nur eine Partei, und zwar die Business-Partei."
    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Das erstaunt mich jetzt, dass Sie den linken Chomsky grossartig finden. Der zeigt nämlich auch schlüssig auf, dass bürgerliche Politik (der Reps) für die Übermacht der Wirtschaft in den USA hauptverantwortlich ist. (Empfehlenswert: A Requiem for the American Dream). Oder aber ich schätze Ihre politische Position auf der Basis Ihrer Kommentare falsch ein, Frau Mitulla.
    2. Antwort von Monika Mitulla  (momi)
      "...ich schätze Ihre politische Position auf der Basis Ihrer Kommentare falsch ein..."
      Kann sein, Herr Keffel. Ich habe keinerlei Berührungsängste zu keiner Partei. Meine politische Richtung. 1.Frieden (s. Friedensbewegungen). 2.Demokratie, Mitentscheidung möglichst vieler und ein öffentlicher, ehrlicher Diskurs. 3.Freies Denken und Handeln. 4.Gerechtigkeit auch für Einkommensschwache. Sahra Wagenknecht ist DIE entsprechende Politikerin im deutschsprachigen Raum. Kapital hat heute zu viel Macht