- Die britische Polizei hat den früheren Prinzen Andrew im Zusammenhang mit dessen Verbindung zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein festgenommen.
- Andrew wird vorgeworfen, in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an den 2019 gestorbenen Epstein weitergeleitet zu haben.
- Nach der Festnahme hat sich sein Bruder Charles geäussert. Das Gesetz müsse nun seinen Lauf nehmen, liess der König in einer schriftlichen Stellungnahme verlauten.
«Mit grösster Besorgnis habe ich von den Nachrichten Kenntnis genommen», kommentierte König Charles die Festnahme seines Bruders.
«Was nun folgt, ist ein umfassendes, faires und ordnungsgemässes Verfahren, in dem diese Angelegenheit in angemessener Weise und durch die zuständigen Behörden untersucht wird.» Die Polizei habe die «uneingeschränkte und vorbehaltlose Unterstützung und Zusammenarbeit», macht Charles klar und betonte: «Während dieses Verfahren andauert, wäre es nicht richtig, wenn ich mich weiter zu dieser Angelegenheit äussern würde.» Die königliche Familie werde weiter ihre Pflichten erfüllen.
Andrew, der am Tag seiner Festnahme seinen 66. Geburtstag feiert, hat sich bislang nicht offiziell geäussert. Auch eine offizielle Bestätigung der Polizei oder des Buckingham-Palastes liegt bislang nicht vor. Zunächst hatte die BBC über die Festnahme berichtet.
Verdächtige E-Mails
Die Thames Valley Police teilte mit, Durchsuchungen an Adressen in Berkshire und Norfolk durchzuführen. Ein Mann in seinen 60ern sei wegen des Verdachts des Fehlverhaltens in einem öffentlichen Amt festgenommen worden. Es handelt sich um Andrew Mountbatten-Windsor, wie unter anderem die BBC, der Sender Sky News sowie die Nachrichtenagentur PA berichteten.
Britischen Experten zufolge kann die polizeiliche Massnahme für bis zu 96 Stunden gelten, allerdings wäre dafür auch eine Entscheidung eines Gerichts erforderlich.
In den jüngst veröffentlichten Epstein-Akten hatten britische Medien E-Mails entdeckt, die nahelegen, dass Andrew Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur an den Sexualstraftäter weiterleitete. Die polizeilichen Ermittlungen bedeuten nicht automatisch, dass er sich strafbar gemacht hat.
Prinzentitel im Oktober 2025 verloren
Der ehemalige Prinz hat durch seine Verbindung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bereits seine gesellschaftliche Stellung und seine Privilegien verloren. Er musste 2019 von allen royalen Pflichten zurücktreten.
Der 66-Jährige hatte im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal 2022 eine Zivilklage von Virginia Giuffre, die ihm sexuellen Missbrauch als Minderjährige vorgeworfen hatte, mit einem Vergleich beigelegt. Giuffre beging im April Suizid. Andrew hat ein Fehlverhalten stets bestritten, zu den neuen Vorwürfen schweigt er bislang.