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Erster Tag der Waffenruhe in Nahost
Aus Tagesschau vom 21.05.2021.
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Feuerpause hält Leise Zuversicht nach Waffenruhe in Nahost

  • Die Feuerpause ist durch die Vermittlung Ägyptens zustande gekommen und am Freitag um 02.00 Uhr (01.00 Uhr MESZ) beidseitig in Kraft getreten.
  • Bis jetzt hat die Waffenruhe gehalten. Es wurden keine neuen Raketenangriffe auf Israel gemeldet. Und auch die israelische Armee stellte ihre Angriffe ein.
  • Israels Ministerpräsident spricht von «neuen Spielregeln». Und die islamistische Palästinenserorganisation droht mit einer Null-Toleranz-Strategie.

Israel werde auf neue Raketenangriffe aus dem Gazastreifen in aller Härte reagieren, stellte Benjamin Netanjahu bei einem Besuch im Militärhauptquartier in Tel Aviv in Aussicht.

Netanjahu feiert Waffenruhe als Erfolg

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Netanjahu sprach von grossen Erfolgen im Kampf gegen die Hamas. Eine unterirdische Mauer entlang des Gazastreifens, die schon vor dem Einsatz fertiggestellt worden sei, habe die Möglichkeit von Angriffstunneln der Hamas komplett unterbunden. Man habe aber auch Verteidigungstunnel zerstört, das sogenannte Metro-System unter Wohngebieten in dem Küstenstreifen selbst. «Die Hamas kann sich nicht mehr verstecken.»

Ausserdem habe Israels Armee viele führende Mitglieder der militanten Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad getötet, sagte Netanjahu. «Wer nicht getötet wurde, weiss, dass unser langer Arm ihn überall erreichen kann - über und unter der Erde.»

Stunden zuvor warnte ein Hamas-Funktionär, dass die islamistische Palästinenserorganisation immer noch ihre «Hände am Abzug» habe.

Für Biden eine «wirkliche Chance»

US-Präsident Joe Biden begrüsste in einer TV-Ansprache die Waffenruhe und dankte Ägypten für die Vermittlung. Die Waffenruhe biete eine «wirkliche Chance», im Nahen Osten Fortschritte hin zu einem dauerhaften Frieden zu machen. Die USA stünden bereit, der Palästinensischen Autonomiebehörde – nicht jedoch der Hamas – beim Wiederaufbau zu helfen.

US-Aussenminister plant Besuch

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Der amerikanische Aussenminister Antony Blinken will in den kommenden Tagen in den Nahen Osten reisen. Das hat er dem israelischen Aussenminister Gabi Ashkenazi in einem Telefonat am Donnerstag (Ortszeit) mitgeteilt. Wie das US-Aussenministerium bestätigte, will sich Blinken dort unter anderem mit seinem israelischen sowie dem palästinensischen Amtskollegen treffen.

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi dankte auf Twitter dem US-Präsidenten für seine Rolle bei der Durchsetzung der ägyptischen Initiative für eine Feuerpause.

UNO-Generalsekretär verlangt Dialog

Auch der britische Aussenminister Dominic Raab begrüsste die Einhaltung der Waffenruhe. «Alle Seiten müssen daran arbeiten, den Waffenstillstand zu erhalten», twitterte Raab.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres erklärte: «Ich betone, dass die israelischen und palästinensischen Führer eine Verantwortung haben, die über die Wiederherstellung der Ruhe hinausgeht. Nämlich einen ernsthaften Dialog zu beginnen, um die Ursachen des Konflikts anzugehen.»

Riad Al-Malki, ein palästinensischer Diplomat, sagte, dass die Waffenruhe zwei Millionen Palästinensern ermögliche, in der Nacht zu schlafen. Aber das sei «überhaupt nicht genug», und die Welt müsse nun die Fragen der Zukunft Jerusalems und der Erreichung eines unabhängigen palästinensischen Staates angehen.

Zustimmung der Hamas überrascht nicht

Die Zustimmung der Hamas zur Waffenruhe kam nicht überraschend. Die Angriffe des israelischen Militärs auf ihre Infrastruktur im Gazastreifen, darunter Tunnel, Bunker, Waffenlager und Waffenwerkstätten, hatten der Organisation erhebliche Verluste zugefügt.

Im Gazastreifen gingen Tausende Menschen wieder ohne grössere Angst auf die Strassen. Kämpfer feuerten aus ihren Waffen in die Luft und viele riefen «Allahu Akbar» (Gott ist gross).

Ausgelassene Menschenmenge feiert und hält Palästina-Flaggen hoch
Legende: Im Gazastreifen gingen Tausende auf die Strasse, um die Waffenruhe zu feiern. Reuters

Fast 250 Menschen gestorben

Bei den am 10. Mai ausgebrochenen Kämpfen waren 232 Menschen im Gazastreifen und 12 Menschen in Israel ums Leben gekommen. Die schwersten Gefechte zwischen Israel und radikalen Palästinensern seit Jahren gingen aus Auseinandersetzungen an der Al-Aksa-Moschee in Ost-Jerusalem hervor.

Raketen werden aus Gaza heraus Richtung Israel abgefeuert
Legende: Auch am Donnerstag wurden Raketen von Gaza aus in Richtung Israel abgefeuert. Keystone

Am Montag vergangener Woche eskalierte der Konflikt nach einem Raketenbeschuss durch die Hamas. Israel reagierte darauf mit massiven Angriffen in dem Küstengebiet. Verschärft wurden die Spannungen durch Pläne, Häuser palästinensischer Familien in Ost-Jerusalem zu räumen. Das Land wird von jüdischen Siedlern beansprucht.

SRF 4 News, 20.5.2021, 22:30 Uhr;

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Beatrice Fiechter  (thea)
    Wenn junge Palästinenser u.Juden sich aufstacheln lassen u.denken, nur mit Gewalt kann man etwas bewegen, sind sie auf dem Holzweg! Durch ihre Ungeduld, ihren gegenseitigen Hass, den sie mit solchen Anlässen immer wieder "füttern", verhindern sie jegliche friedliche Lösung - denn jedes Mal verstreicht Zeit, bis sich alle wieder beruhigt haben, bis wieder Verhandlungen aufgenommen werden können..und diese dauern! Aber diese Geduld braucht es! Demonstrieren um Druck aufzubauen, aber ohne Gewalt!
  • Kommentar von Rom Sch  (Romanos)
    Zuversicht?
    Bitte... !!!
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Selbst wenn nun die Waffen zwischen Israel und Gaza schweigen sollten: Die Probleme in Ost-Jerusalem sind nicht gelöst, der grundsätzliche Konflikt um Territorium. Die mögliche Zwangsräumung in Sheikh Jarrah. Zusammenstösse zwischen Palästinensern und israelischen Grenzpolizisten auf dem Tempelberg. Gewaltwellen enden. Kernprobleme bleiben bestehen.Bis zur nächsten Gewaltwelle. Weil die Lage in Jerusalem so angespannt ist, könnte die schon bald kommen.Viele bekämpfen sich gegenseitig. Bedenklich