Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Inhalt

Firmenchef in der Kritik Boeing will Image-Schaden begrenzen

In einem Brief wirbt Konzernchef Muilenburg bei Kunden um Vertrauen. Doch er macht in der Krise eine schlechte Figur.

Nach dem Absturz zweier baugleicher, neuer Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 in Äthiopien und Indonesien innerhalb eines halben Jahres ist der Flugzeugbauer ins Zwielicht geraten. Das Image ist ramponiert, Passagiere und auch die Fluggesellschaften als Kunden haben viel Vertrauen in die Flugzeugmarke verloren.

Legende: Video Aus dem Archiv: Boeing prüft sich selbst abspielen. Laufzeit 07:22 Minuten.
Aus 10vor10 vom 18.03.2019.

Statements mit vielen Floskeln

Bisher hat Boeing-Chef Muilenburg als Krisenmanager nicht überzeugt. Sein Umgang mit der ernsthaften Firmenkrise wirkte nicht souverän: Statt aufzuklären, liefert Boeing lediglich kurze Statements. Sie erscheinen als Reaktion auf neue Entwicklungen auf der Website und laufen nicht – wie sonst bei Mitteilungen des Konzerns üblich – über den Presseverteiler.

Zwar sprachen Boeing und Muilenburg den Angehörigen der Todesopfer ihre Anteilnahme aus. Doch in den Verlautbarungen gibt es auch viele Floskeln. Etwa, dass der Konzern die Unfallermittlungen weiter unterstütze und mit den Behörden zusammenarbeite.

Wie von einem Ingenieur und Anwalt zusammengeschrieben.
Autor: Erik BernsteinKommunikationsexperte

In den US-Medien kommt der Konzernchef damit nicht gut weg. Die Stellungnahmen schienen, als ob sie «von einem Ingenieur und einem Anwalt zusammengeschrieben worden wären», sagte Experte Erik Bernstein von der PR-Agentur Bernstein Crisis Management dem Magazin «Bloomberg Businessweek».

Sicherheit hervorgehoben

Nun versucht Muilenburg nachzubessern: Sicherheit stehe bei Boeing im Mittelpunkt. «Sicherheit ist der Kern dessen, wofür wir bei Boeing stehen», schrieb er in einem Brief an Passagiere und Luftfahrtbranche.

«Sicher und verlässlich mit unseren Flugzeugen zu reisen, ist ein bleibender Wert und unsere absolute Verpflichtung gegenüber jedermann», führte der Boeing-Chef in seinem Brief weiter aus. «Wir wissen, dass Leben von der Arbeit abhängen, die wir machen, und unsere Teams nehmen diese Verantwortung täglich als tief empfundene Verpflichtung an.»

Schwere Vorwürfe an Boeing

Der Brief kommt einen Tag nachdem das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Insider berichtet hat, das Verkehrsministerium befasse sich mit der Zulassung von Boeings 737 Max Jets durch die US-Luftfahrtbehörde FAA. Dabei gehe es besonders um die umstrittene Steuerungssoftware MCAS.

Die Software spielte laut Unfallermittlern eine entscheidende Rolle beim Absturz einer 737 Max 8 Ende Oktober in Indonesien und gilt auch beim jüngsten Crash einer solchen Maschine in Äthiopien als mögliche Ursache. Insgesamt sind bei beiden Abstürzen 346 Menschen ums Leben gekommen.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Robert Löpfe  (loerobe)
    Was bekannt ist, macht fassungslos und ist geeignet, das Vertrauen in die Luftfahrt zu erschüttern: aus Spargründen wird ein bisher zuverlässiges Flugzeug mit Triebwerken ausgestattet, welches die Flugeigenschaften verschlechtert. Der Mangel wird notdürftig mit einer Software ausgeglichen, eine seriöse Einführung dieser Software wird vermieden und zuletzt wird das Flugzeug durch die Bewilligung gepusht, nun mussten Hunderte deswegen sterben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Lesek Hottowy  (Lhot)
    Es sieht schlecht aus für Boeing... Die Verwendung von Motoren, sie eine Balancierung der Maschine nur mit einer Software, die wiederum nicht funktioniert, erlaubt und eher dürftig in den Manuals erklärt wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Klaus Waldeck  (kdwbz)
    Nach der zweifelsfreien Auswertung der Daten des Absturzes in Indonesien "hätte" Boeing unbedingt für ALLE im Verkehr befindlichen "MAX 8" aus Sicherheitsgründen ein vorläufiges Flugverbot aussprechen müssen. Die Toten der Aethiopien-Airlines wären vermeidbar gewesen. Aber leider wird ein solcher Schritt von den Aktionären nicht goutiert. Nun der FAA die Schuld in die Schuhe zu schieben zu wollen ist dann auch noch der Hammer.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Lesek Hottowy  (Lhot)
      Absolut korrekt Herr Waldeck. Schon damals wusste man über die Probleme der Software. Hut ab vor den Chinesen, die das Grounding mutig angeführt haben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen