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Brexit bedroht die Existenz schottischer Fischer
Aus SRF News vom 19.01.2021.
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Folgen des Brexit Britische Regierung zahlt Fischhändlern Schadensersatz

  • Nachdem Fischer im Regierungsviertel in London für Hilfen demonstriert hatten, knickt die britische Regierung nun ein.
  • Sie zahlt Fischereiunternehmen insgesamt 23 Millionen Pfund Schadenersatz.
  • Exporteure, die von Lieferschwierigkeiten betroffen sind, können bis zu 100'000 Pfund beantragen, wie die Regierung in der Nacht zum Mittwoch mitteilte.
  • Die Finanzhilfen sollen den Verlust der EU-Exporte ausgleichen, den viele Fischer wegen des Brexits haben.

Wegen neuer Zollhürden nach dem Brexit waren viele Händler von Lieferproblemen betroffen. Zahlreiche Lastwagen standen tagelang an der Grenze im Stau – ihre Ware verdarb. Einige britische Fischer landeten ihren Fang in Dänemark an, damit die Ware innerhalb des EU-Binnenmarkts bleibt, den Grossbritannien am 1. Januar verlassen hat.

Mit dem Geld werde die Fischerei- und Aquakulturbranche unterstützt und zugleich die Wirtschaft der Küstengemeinden gestärkt, sagte Umweltminister George Eustice der Mitteilung zufolge. Für den Export von Fisch und Meeresfrüchten in die EU sind unter anderem neuerdings Zollerklärungen, Fangbescheinigungen und Export-Gesundheitsbescheinigungen erforderlich.

Fischereiminister fordert Nachbesserungen

Von Verzögerungen betroffen sind vor allem schottische Unternehmen, da sie den Grossteil der Branche ausmachen. Viele schottische Fischer holen Krustentiere aus dem Meer, deren Hauptabsatzmarkt vor allem Frankreich und Spanien sind.

Die Fischer sind entsprechend vom europäischen Markt abhängig und leiden unter den Lieferproblemen. Der Branchenverband der schottischen Fischer schätzt, dass der Verlust insgesamt eine Million Pfund pro Tag beträgt.

Die Regierung in Edinburgh begrüsst daher die Ankündigung bezüglich Schadenersatz-Zahlungen aus London. Allerdings könnten nicht alle betroffenen Betriebe von der Finanzhilfe profitieren, kritisiert Fischereiminister Fergus Ewing. Er fordert Nachbesserungen.

Probleme gibt es auch in anderen Bereichen. So klagt die britische Schweinebranche, dass Tonnen von Schweineköpfen für die Produktion von Würsten und Pasteten in niederländischen Häfen feststeckten. Die Behörden fordern, dass sie auf Krankheiten getestet werden, wie das Online-Portal «Politics Home» berichtet.

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Aus dem Archiv: Britische Fischer beklagen Brexit-Hürden
Aus Tagesschau vom 17.01.2021.
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SRF 4 News, 20.01.2021, 10:00 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Baumann  (Christian Baumann)
    Mein Post-Brexit-Mitleid für diverse britische Industriezweige hält sich sehr in Grenzen. Eine gewisse Schadenfreude kann ich mir nur sehr schwer verkneifen.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Zahlreiche Lastwagen standen tagelang an der Grenze im Stau – ihre Ware verdarb. Fische und Krustentiere sind Nahrungsmittel und diese lässt man einfach verderben. Keine Dankbarkeit der Natur gegenüber die uns Nahrung gibt. Alles nur weil Formulare nicht genügend ausfüllt waren. Wünsche UK, dass es zukünftig besser klappt mit den Ausfuhrbedingungen bzw. Zollformulare besonders für die Fischer die auch kein leichtes Leben haben und ihre Existenz mit der Fischerei bestreiten.
    1. Antwort von Charles Morgenthaler  (ChM)
      Wie viele von denen die jetzt jammern, haben wohl für den Brexit gestimmt?
      Vorher weiterdenken hätte wohl solche Zustände vermieden. Selber Schuld, auf der Insel sollen sie jetzt ihre selbst angerichtete Suppe alleine auslöffeln.
  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Beim EU-UK trade deal musste es schnell gehen (11 Monate), darum ist nicht alles bis ins letzte Detail geregelt. Das ist normal und es wird weitere Bereiche mit verschiedener Auslegung geben.

    Nicht normal ist der jetzige Wirtschaftskrieg, einzelner EU-Staaten gegen UK. Tonnenweise Lebensmittel verrotten lassen ist unsinnig und reine EU-Obstruktionspolitik mittels Debatten über das unterschiedliche Ausfüllen von Formularen (vgl. oben zitierten Beitrag auf Politics Home)
    1. Antwort von Werner Gerber  (1Berliner)
      Werter Päule, wenn ich eine Wohnung kündige, kann ich nach Auszug auch nicht mehr einfach ein- und ausgehen.
      Das war alles vorher klar.
    2. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      @päule. Ich verstehe nicht, dass das ein Wirtschaftskrieg sein soll. UK und die Transporteure waren einfach schlecht vorbereitet. Es ist sehr einfach immer die EU für die eigenen Fehler die Schuld zu geben.
    3. Antwort von Paul Wagner  (päule)
      @Gerber/Krebs: Lesen Sie den im Bericht zitierten Artikel auf Politics Home, informieren Sie sich mal ein wenig bei Nicht-EU-Quellen und verfolgen Sie mal ein wenig die britischen Medien und verlassen Sie mal ihren Elfenbeinturm.
    4. Antwort von Charles Morgenthaler  (ChM)
      So ein Quatsch, die Verantwortlichen in GB wussten genau, dass sie nach dem Brexit für die EU als Drittstaat gelten. Also gelten für sie auch die entsprechenden Regeln, Punkt. Wenn sie ihren Volk was anderes versprochen haben, dann haben sie eben gelogen.