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Global Terrorism Index Terrorismus weltweit: Weniger Tote, mehr rechtsextreme Angriffe

  • In Nordamerika, Westeuropa und Ozeanien ist die Zahl rechtsextremistischer Angriffe seit 2014 um 250 Prozent angestiegen.
  • Die Zahl der Toten durch Terrorismus insgesamt sinkt aber bereits das fünfte Jahr in Folge.
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Aus dem Archiv: Rechtsextremismus in Deutschland nimmt zu
Aus Tagesschau vom 09.07.2020.
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Das stellt der jährliche Global Terrorism Index, Link öffnet in einem neuen Fenster fest, den das Institute for Economics and Peace in London vorstellte. Die Studie kommt zum Schluss, dass es damit so viele rechte Angriffe wie zu keinem anderen Zeitpunkt in den vergangenen 50 Jahren gebe. 2019 kamen insgesamt 89 Menschen bei solchen Taten ums Leben.

«Mit dem Beginn einer neuen Dekade sehen wir neue terroristische Bedrohungen. Der Anstieg des Rechtsextremismus im Westen und die Verschlechterungen in der Sahel-Zone sind wesentliche Beispiele dafür», sagte der Exekutivdirektor des Institute for Economics and Peace, Steve Killelea. Von islamistischer Seite sehe man derzeit vermehrt Angriffe kleinerer Gruppen, die mit dem sogenannten Islamischen Staat (IS) sympathisierten – wie in der Subsahara, aber auch in Europa, wie etwa an den Vorfällen in Frankreich und Österreich sichtbar wurde.

Zahl der Toten sinkt seit fünf Jahren

Insgesamt ist die Zahl der Toten durch Terrorismus allerdings bereits das fünfte Jahr in Folge gesunken: In den vergangenen fünf Jahren ging diese Zahl um knapp 60 Prozent zurück – 2019 gab es etwas weniger als 14'000 Todesopfer weltweit. Im Vergleich zum Vorjahr war dies ein Rückgang um 15 Prozent. Ausserdem sind immer weniger Länder überhaupt von Terrorismus betroffen: Im vergangenen Jahr hatten 63 Länder mindestens einen Terror-Toten zu beklagen – das ist die niedrigste Zahl seit 2013.

Blumen und Kerzen vor der Synagoge in Halle.
Legende: Am 9. Oktober 2019 versuchte ein Mann in eine Synagoge in Halle (DE) einzudringen. Als das misslang, erschoss der Deutsche eine Passantin und tötete beim Angriff auf einen Döner-Imbiss einen jungen Mann. Keystone

Die Widerstandsfähigkeit vieler hoch entwickelter, westlicher Gesellschaften habe in den vergangenen Jahren abgenommen, schreiben die Studienautoren. Die Corona-Pandemie könne diesen Trend verschärfen und wegen der unsicheren wirtschaftlichen Aussichten auch zu noch mehr politischer Instabilität führen. Es müssten daher Massnahmen ergriffen werden, um terroristischen Organisationen ihre Medienpräsenz und Finanzierung zu entziehen sowie zu verhindern, dass Menschen zu Anhängern der Bewegungen werden.

Einfluss und Macht des IS sinkt

Obwohl die Opferzahlen durch islamistische Terrorangriffe weiterhin in den Tausenden liegen, sehen die Studienautoren einen deutlichen Rückgang. Der Einfluss und die Macht des IS sinke kontinuierlich. Das erste Mal, seit die Terrormiliz aktiv wurde, lag die Zahl ihrer Todesopfer dem Bericht zufolge 2019 bei unter 1000. Die Organisation, die für die meisten Opfer terroristischer Angriffe verantwortlich ist, bleibt weiterhin die Taliban – auch hier ist der Trend jedoch rückläufig.

Anhaltende Krisen und Konflikte sind der Untersuchung zufolge weiterhin die hauptsächlichen Treiber für Terrorismus. So ereigneten sich mehr als 96 Prozent der terroristischen Angriffe in Ländern mit anhaltenden Konflikten wie Afghanistan, Syrien, Nigeria, Somalia oder dem Jemen.

SRF 4 News, 25.11.2020, 10:30 Uhr;

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56 Kommentare

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  • Kommentar von Roland Burri  (BurriR)
    Dezember sollen sie Drohbriefe an Politiker verschickt und Brandsätze gelegt haben. Jetzt sind zwei mutmaßliche Linksextreme festgenommen worden. Sie sollen mit weiteren Anschlägen auf den Bahnverkehr gedroht haben.
    Das ist nur ein äusserst kleiner Teil an Beweisen von Linksextremen Gewalttaten. Dann noch alleine in Deutschland. Es zeigt beide Extreme sind eine Gefahr. Und nicht bloss Sachbeschädigung wie hier einige den Linksextremismus verharmlosen wollen
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  • Kommentar von Roland Burri  (BurriR)
    Innen-Staatssekretär Torsten Akmann (SPD) stellte am 20.10.2020 fest "Linksextremisten verüben zunehmend Gewalttaten gegen Menschen" oder "Der Verfassungsschutz beobachtet in der linksradikalen Szene eine wachsende Gewaltbereitschaft. Der Fall der Studentin Lina E. wird als Beleg angeführt." Berichterstattung 2. Januar 2020! Unzählbare weite Beweise im Netz zu finden! Das Grauen des rechtsextremismus muss man kritisieren! Aber nicht behaupten linksextreme würden nur Sachen beschädigen
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    1. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Burri,das ist zumindest Krypto-Verharmlosung des Rechtsextremismus.Und Sie schreiben an der wichtigen Intention des SRF-Berichtes vorbei, dass die Angriffe von rechtsextrem zunehmen. Der Rechtsextremismus geht zudem systematischer gegen Staatsorgane vor.Gegen ein grosses Revival des Faschismus (Rechtsextrem) ist wachsam zu sein. Wie schnell ging das mit Teilen der FOÖ, der AfP,Duda und Orban. Und einige SVP-ler versuchten, das Bundesgericht als „diktatorisch“ zu stigmatisien; wachsam sein!
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    2. Antwort von Roland Burri  (BurriR)
      Wenigstens Streiten diese Fälle nicht an! Wurde ja auch von der Regierung und Verfassungsschutz bestätigt aber sie leisten den inbegriff der Ablenkung und Verharmlosung! Haben sie doch behauptet es gibt nur Sachbeschädigungen! Falsch vor dieser Verharmlosung müssen wir wachsam sein
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  • Kommentar von Peter Holzer  (Peter Holzer)
    Liebe Mitleser:

    Es sei jedem erlaubt die Gefahr für sich selber anhand der eigenen Ideologie einzuschätzen.

    Ich möchte lediglich alle bitten sich möglichst neutral aber ausführlich mit dem Thema zu befassen um sachliche Schlüsse ziehen zu können.

    Es dient niemandem z.B. mich dann als „linken Kommentarschreiner“ zu betiteln nur weil ich versuche das ganze etwas differenzierter zu betrachten und vermitteln.

    Bitte lesen sie sich anhand meiner geposteten Links etwas in die Materie ein.
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    1. Antwort von Roland Burri  (BurriR)
      Es ist und bleibt nicht sachgerecht zu behaupten linksextreme seien nur für Sachschäden verantwortlich zeigen ihre links auch nicht auf ! Gefahren auch bei linksextremismus zu sehen und Straftaten zu erkennen hat nichts mit persönlicher Ideologie zu tun! Höchstens es nicht erkennen zu wollen
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    2. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Burri: Ich befürworte selbstverständlich Linksextremismus nicht. Aber dennoch schätze ich z.B.vom Gedankengut her (wie es aus dem Faschismus hervorgegangen ist als Pflicht zur Ein-Rassigkeit und schroffstem ausschliesslichen Nationalismus) viel gefährlicher ein als Linksextremismus. Hier ist auch der Antisemitismus dazuzuzählen, der zunimmt. Der Rechtsextr. muss national und international angesehen werden. In CH: Z.B. Andreas Glarners Aeusserungen über Migranten auf dem Mittelmeer...
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    3. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      In Ergänzung: Und Herr Burri: Es lässt tief blicken, dass z.B. Andreas Glarner bei den Nationalratswahlen so viele Stimmen erhalten hat - trotz seiner rassistischen Aeusserungen bez. der Migranten/Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. Rechtsextremes Gedankengut kriecht manchmal im Untergrund weiter, ist schwierig zu orten, und das macht den Rechtsextremismus so gefährlich. Ich würde mich dort mehr fürchten als in einer steilen Felswand...
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    4. Antwort von Roland Burri  (BurriR)
      Und kommen sie mit der Schweiz? Schauen sie die Statistik an! Linksextremismus ständig zu verharmlosen verändert doch die Fakten
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    5. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Burri: Zumindest stellen Sie das mit Andreas Glarner und dessen Wählerschaft nicht in Abrede. Das sagt ja auch schon etwas, wie es eben doch so ist, wie ich schrieb. Dann kommt hinzu, dass SRF schon längst darauf hingewiesen hat, dass es hier um das Problem auch international geht, und da haben Sie den Zunahmetrend des Rechtsextremismus sicher schon mitbekommen. Solche Trends können schnell gehen; die Schweiz ist ja klein und längst int. verkettet.
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    6. Antwort von Roland Burri  (BurriR)
      Und ob ich das in Abrede stelle! Und sie wissen dass es nicht stimmt ! Und ja sie kommen immer wieder mit der Schweiz wo der linksextremismus das Hauptproblem ist und somit laut ihnen die Wähler der SP und Grünen
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    7. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Burri: Sie haben mich evtl. missverstanden:Die SP und die Grünen sind natürlich nicht das Hauptproblem in der Schweiz, im Gegenteil: Diese unterstützen einander für mehr soziale Gerechtigkeit, die dringend nötig wäre, und Oeko-Projekte, die für das Ueberleben weiter Teile der Lebewesen dringlich sind. Rechts bis weit rechts orientierte Politiker unterstützen eher die Reichen; Oeko wird hintangestellt. Und: SRF schreibt deutlich, dass Rechtsextrem im Westen zunimmt... nahe der Schweiz....
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