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Grosse Koalition in Israel Benny Gantz erteilt Netanjahu eine Abfuhr

  • Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat seinen Rivalen Benny Gantz zur Bildung einer Einheitsregierung aufgerufen.
  • Der ehemaliger Stabschef der israelischen Armee hat den Vorschlag nun zurückgewiesen.
Video
Netanjahu und Gantz liegen gleich auf
Aus Tagesschau vom 18.09.2019.
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Er habe sich zwar im Wahlkampf für eine rechtsgerichtete Koalition ausgesprochen, sagte Netanjahu am Morgen in einer Videobotschaft. Das Wahlergebnis ermögliche dies aber nicht. Er rief Gantz auf, ihn «heute, jederzeit» zu treffen. Bereits am Nachmittag gab ihm Gantz einen Korb.

«Die Israelis wollen eine Einheitsregierung», antwortete Gantz, «aber ich werde diese Regierung mit mir an der Spitze bilden.»

Nach der Wahl am Dienstag hatte Blau-Weiss um Benny Gantz eine hauchdünne Mehrheit vor dem Likud. Allerdings haben weder das rechts-religiöse noch das Links-Mitte-Lager eine Mehrheit von 61 der 120 Sitze im Parlament zur Regierungsbildung.

Nach Auszählung fast aller Stimmen kommt Blau-Weiss auf 33 Mandate, der Likud auf 31, wie die Nachrichtenseite ynet berichtete.

«Es gibt keine andere Wahl, als eine breite Einheitsregierung zu bilden, die aus allen Parteien besteht, denen der Staat Israel wichtig ist», sagte Netanjahu im Vorfeld.

Einheitsregierung ohne Netanjahu?

Auch Gantz hatte sich für die Bildung einer grossen Koalition ausgesprochen. Aber er hatte bereits vor der Wahl betont, er werde keiner Regierung mit Netanjahu als Regierungschef zustimmen. Als Grund nannte er die Korruptionsvorwürfe gegen den langjährigen Ministerpräsidenten. Dieser muss sich in zwei Wochen einer Anhörung stellen, danach droht ihm eine Anklage in drei Fällen.

Am Mittwochabend hatte Netanjahu die Vorsitzenden der rechten und religiösen Parteien getroffen und sich dabei zum Wortführer des Blocks mit 55 Sitzen erklärt.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Müller  (PeRoMu)
    Solange Israel in kollektiver Paranoia gefangen ist, kann ich leider nicht optimistisch sein, dass der Nahe Osten befriedet wird - mit oder ohne Netanjahu.
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Tödliche Schüsse auf Israels Hoffnungsträger für den Frieden. Vor zwanzig Jahren wurde der israelische Ministerpräsident Yitzhak Rabin von einem religiösen Fanatiker erschossen. Er wollte dem Frieden eine Chance zu geben, einem Frieden, der die meisten Probleme Israels und Palästina hätten lösen können. Rabin war ein Mann des Friedens, als einen, der heute nötiger wäre denn je, um das politische Patt zu überwinden. Solche Politiker braucht Israel, keine wie Korrupten wie Netanjahu.
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Aufgrund der seitherigen Geschichte wäre ich sehr, sehr pessimistisch ob Rabin einen halbwegs stabilen Frieden hätte schaffen können. Es ist zwar richtig, dass er zu mehr Kompromissen bereit war als seine Nachfolger, aber die Geschichte lehrte leider auch dass in dieser Region mit Kompromissen meist nichts erreicht werden kann.
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  • Kommentar von Adi Berger  (Adi B.)
    Einheitsregierung oder was immer für eine Regierung, einfach ohne Netanjahu, dann ist gut.
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