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Brasilien schafft Importzoll auf Pistolen und Revolver ab
Aus HeuteMorgen vom 16.12.2020.
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Günstige Pistolen in Brasilien Bolsonaro will mit Waffen von Corona-Management ablenken

Während in Brasilien die zweite Corona-Welle tobt, schafft die Regierung die Importzölle auf Pistolen und Revolver ab.

In Brasilien werden Handfeuerwaffen 20 Prozent günstiger. Impulsgeber ist der ultrarechte Staatspräsident Jair Bolsonaro. Der ehemalige Armee-Hauptmann ist selbst ein Waffennarr.

Seit er an der Macht ist, ist es in Brasilien für Zivilisten viel einfacher geworden, Waffen zu beschaffen und sie zu tragen. Jetzt hat Bolsonaro dafür gesorgt, dass die Zölle für importierte Handfeuerwaffen von 20 auf null Prozent fallen.

Vom eigenen Versagen ablenken

Dass Pistolen und Revolver in Brasilien massiv billiger werden, hat aber nichts mit der öffentlichen Sicherheit zu tun. Es handle sich um einen Trick des Rechtspopulisten Bolsonaro, erfährt das Publikum auf dem Nachrichtensender des Fernsehgiganten TV Globo.

Bolsonaro versuche damit, von den immer grösseren Problemen mit der Corona-Epidemie abzulenken. Der Präsident weiss, dass die Kauf-Erleichterungen für Pistolen und Revolver eine heftige Diskussion in der Gesellschaft auslösen – und er hofft, die hitzige Debatte über sein Versagen in der Corona-Krise werde abflauen.

Spitäler sind überlastet

Die Bolsonaro-Regierung hält Abstandsregeln für überflüssig und erlebt nun, wie die zweite Corona-Welle über Brasilien rollt. In sieben Teilstaaten sind die Spitäler bereits wieder überlastet. Täglich kommt es zu 50'000 Neuansteckungen. Insgesamt sind schon über 170'000 Menschen am Virus gestorben.

Bolsonaros Regierung hat grosse Mühe, einen nationalen Impfplan zu entwickeln. Allein das Impfen der Risikogruppen soll ein halbes Jahr in Anspruch nehmen.

Die Abschaffung von Importzöllen auf Handfeuerwaffen schafft Kaufanreize in einem Land, das wie kein zweites in Südamerika unter organisierter Kriminalität und Gewalttätigkeit leidet. Allein im letzten Jahrzehnt sind bei Gewalttaten gegen 600'000 Brasilianerinnen und Brasilianer ums Leben gekommen.

SRF 4 News, Heute Morgen, 15.12.2020, 06:00 Uhr

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Schuetz  (Sürmel)
    Jair Bolsonaro hat in seinen ersten beiden Jahren als Präsident von Brasilien eine hervorragende Arbeit geleistet. Auch das Corona Management ist bisher gut gelungen. Von seinen hohen Zustimmungsraten und seiner Popularität in der Bevölkerung können europäische Präsidenten nur träumen. Die neuen Massnahmen bei den Importzöllen auf Waffen dienen in erster Linie für die eigene Wirtschaft. Ein guter Entscheid.
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  • Kommentar von Daniel Tschanz  (danikino)
    "Täglich kommt es zu 50'000 Neuansteckungen". Klingt erstmal eindrücklich. Aber Brasilien hat fast 25x mehr Einwohner als die Schweiz. Rechnen wir die hiesigen rund 4'500 Neuansteckungen pro Tag auf die Bevölkerung Brasiliens hoch, müsste Brasilien täglich 111'000 Neuansteckungen haben.
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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Der Artikel ist schlecht recherchiert und plaudert nach! Logischerweise werden nur die importierten Waffen billiger, da nur auf ihnen Importzölle erhoben werden können. Da Brasilien einer der weltgrössten Waffenproduzenten (ua. Taurus auf dem Bild oben) ist, bewirkt ein Weglassen der Importzölle faktisch nichts. Das Gros der in Gewalttaten in Brasilien verwendeten Waffen stammt aus Brasilien selber - ist also kein Bolsaneroproblem, sondern endemisch, sprich es greift weit vor Bolsanero zurück!
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    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Man kann jemanden, der mit dem Kanister am offenen Feuer steht und Öl nachgiesst, nicht damit verteidigen, dass er das Feuer ursprünglich nicht selbst gelegt hat.
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    2. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      @F.Keffel
      Es geht Bolsanero aber gar nicht darum in seinem Feuerchen Öl nachzugiessen, sondern andere Länder, wie die USA, unter Druck zu setzen, ihre Importzölle zu senken! Ihm geht es offensichtlich um die Exportmöglichkeiten seiner Waffenindustrie und insbesondere von Taurus, die in den USA ein wichtiger Anbieter sind!
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    3. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Bolsonaro heißt der Typ. Sollte langsam bekannt sein.
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    4. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Mein Kommentar bezog sich jetzt nicht unbedingt nur auf diese eine Entscheidung, sondern Bolsonaros Waffenpolitik generell seit Beginn seiner Amtszeit. Dass Sie wirtschaftlichen Überlegungen gerne den Vorrang geben, weiss ich. Aber dann machen Sie das doch auch konsequent: Tiefere Importpreise haben selbstverständlich dann wegen eines stärker spielenden Marktes auch einen preisdämpfenden Effekt auf Waffenpreise im Land generell. Gewinnstreben ist für mich eine schlechte Motivation dafür.
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