Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Hongkong vor neuen Demonstrationen: Prominente Aktivisten festgenommen abspielen. Laufzeit 04:11 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 30.08.2019.
Inhalt

Hongkong vor neuen Protesten Polizei zieht Top-Aktivisten aus dem Verkehr

Hongkongs Regierung giesst vor neuer Grosskundgebung Öl ins Feuer: Joshua Wong und Agnes Chow sind festgenommen worden.

Kurz vor der am Wochenende geplanten weiteren Grossdemonstration hat die Hongkonger Polizei am Freitag die Festnahme von drei führenden Kräften der Protestbewegung bestätigt. Joshua Wong soll bereits frühmorgens auf offener Strasse in ein Auto verfrachtet worden sein, wie seine Partei, die pro-demokratische Demosisto verlauten liess.

Wong Chow
Legende: Aktivist Joshua Wong und Mitstreiterin Agnes Chow von Demosisto warten im Polizeihauptquartier Wanchai. Keystone

Wong ist der Kopf der wochenlangen Regenschirm-Proteste vor fünf Jahren, als es um das allgemeine Wahlrecht ging. Ihm wird nun offenbar illegale Versammlung vorgeworfen. Ebenso festgenommen wurde seine prominente Parteikollegin Agnes Chow.

Der dritte bereits gestern Festgenommene ist Andy Chan, Anführer der verbotenen National Party. Diese setzte sich für die Unabhängigkeit Hongkongs ein und war damit noch etwas radikaler als Demosisto. Chan soll sich angeblich für den Angriff auf einen Polizisten und die Teilnahme an Krawallen verantworten müssen.

Der Anführer der verbotenen National Party, Andy Chan, ist bereit seit Donnerstag in Polizeigewahrsam.
Legende: Der Anführer der verbotenen National Party, Andy Chan, ist bereit seit Donnerstag in Polizeigewahrsam. Keystone/Archiv

Seit Beginn der Demonstrationswelle im Juni wurden bereits mehrere hundert Menschen festgenommen und teilweise angeklagt. Wong sass auch schon vorher im Gefängnis, war dann aber Anfang Juni entlassen worden.

Mit Festnahmen rechneten viele der Aktivisten und Aktivistinnen ohnehin, sagt China-Korrespondent Martin Aldrovandi. Eine der fünf Forderungen der Demonstrierenden laute denn auch, dass Anklagen gegen die Teilnehmenden fallengelassen werden.

Was hat es mit der Truppenrotation auf sich?

China hat derzeit die Militärpräsenz in Honkong verstärkt, spricht aber von einer Truppenrotation als reine Routine-Übung. Der Austausch der Truppen sei insofern Routine, als dass die Volksbefreiungsarmee seit der Übergabe Hongkongs an China vor 22 Jahren in der Sonderverwaltungszone stationiert ist, wie Aldrovandi erklärt. Dass der Austausch der Soldaten ausgerechnet jetzt stattfinde, sei allerdings ein klares Signal, dass die Volksbefreiungsarmee Hongkong verteidigen werde.

Mit den drei Festnahmen giesst die Regierung Öl ins Feuer.
Autor: Martin AldrovandiSRF-China-Korrespondent

Eine direkte Intervention der Soldaten ist nach Einschätzung von Aldrovandi aber nicht Pekings erste Wahl und zurzeit wohl noch eher unwahrscheinlich. Mit den drei Festnahmen giesse die Hongkonger Regierung vor der für morgen angekündigten erneuten Grossdemonstration aber Öl ins Feuer. Diese Kundgebung ist nicht bewilligt worden.

Die Veranstalter der geplanten Grosskundgebung am Samstag, haben diese mittlerweile abgesagt. Aus Sicherheitsgründen, heisst es. Man wolle die Teilnehmenden nicht gefährden. Trotz der Absage wird erwartet, dass die Hongkongerinnen und Hongkonger am Wochenende auf die Strasse gehen.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Charles Grossrieder  (View)
    Auch ein Panda kann gefährlich werden, wenn man ihm auf den Fuss tritt. Zudem vergisst er nichts. Auch wenn die Jungen viel Grund haben gegen die HKG Regierung zu demonstrieren, vom Auslieferungsgesetz abgesehen; hätten sie sich nicht von aussen gegen China ermuntern lassen sollen. Das könnte HKG teuer zu stehen kommen, ich befürchte, dass sich die Jugend ihre eigene Zukunft untergraben hat, in dem sie dem Panda gleich auf beide Füsse stehen und dieser sein Gesicht verliert Hoffe ich irre.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Anita Rusterholz  (Anita Rusterholz)
    Hongkong kämpft um das autonome Recht, das einer bürgerlichen Freiheit gleichkommt, so wie der gegengezeichnete Vertrag als akzeptabel abgesegnet wurde. Das britische Königreich macht sich genauso Sorgen. Die Autonomie Hongkongs wird durch Peking immer mehr geschwächt. So das Beispiel Auslieferung ganz gezielter Gruppen. Buchhändler, Journalisten, Falun Gong-Praktizierende u.m. Peking soll einfach aufhören, Hongkong mit neuen Gesetzen verändern zu wollen. Es gilt (noch) der Vertrag.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Anita Rusterholz  (Anita Rusterholz)
      Es wühlt schon auf, unter der Vorstellung Grausamkeit, was mit den festgenommenen Aktivisten passiert. China hat das Jahr 2047 längst vergessen. Schubweise, von Jahr zu Jahr, kommen Diktate aus Peking an die Regierung in Hongkong.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Die Führung Chinas ist undemokratisch, und die Menschenrechte werden immer wieder verletzt. Dass Hongkong nicht immer abhängiger werden will vom China-Regime, ist mehr als nachvollziehbar. Ich hoffe, dass China mit Repression sein Ziel nicht erreicht.
    Also: Ich wünsche der grossen Protestbewegung viel Glück und Kraft! Es sollte weltweit solche und noch grössere Protestbewegungen gegen Unrechtsregimes geben!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen