Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Italien «Super Mario» mit Karlspreis ausgezeichnet

Mario Draghi versprach einst, den Euro zu retten – «whatever it takes». Jetzt nahm er den Karlspreis in Empfang.

  • Für Verdienste um die europäische Einigung ist der italienische Politiker und Finanzexperte Mario Draghi mit dem Karlspreis geehrt worden.
  • Er nahm die Auszeichnung im Aachener Rathaus in Deutschland entgegen.

«Ich denke, Sie werden verstehen, dass seine Freunde ihn Super Mario nennen», sagte der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz in seiner Festrede. Damit spielte er auf eine berühmte Videospielfigur, einen italienischen Handwerker mit roter Mütze und Schnauz, an.

Animierter Charakter mit roter Kappe und blauen Latzhosen.
Legende: Super Mario, wer kennt ihn nicht? Finanzexperte Draghi fehlen nur noch Mütze, Schnauz und Latzhose zur Verwandlung in «Super Mario». IMAGO / Landmark Media

Draghi habe den Euro in bedrohlicher Zeit stabilisiert, sagte Merz. «Sie haben etwas riskiert, es hätte scheitern können.» Aber es habe sich ausgezahlt. «Der Euro ist heute unangefochten.»

Der Karlspreis

Box aufklappen Box zuklappen

Der Karlspreis wird seit 1950 jährlich in Aachen verliehen. Er geht an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich um Europa und die europäische Einigung verdient gemacht haben.

Der Preis wurde nach dem Kaiser Karl dem Grossen benannt, der bereits zu Lebzeiten als «Vater Europas» gelobt wurde und als eine nach wie vor das kollektive europäische Geschichtsbewusstsein prägende Persönlichkeit gilt.

Der heute 78 Jahre alte Draghi hatte 2012 auf dem Höhepunkt der Euro-Krise als Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) gesagt, man werde tun, «whatever it takes» – was immer nötig ist -, um die gemeinsame Währung zu sichern. 

Lächelnder Mann bei einer Veranstaltung mit gelbem Band.
Legende: Mario Draghi war Präsident der Europäischen Zentralbank, als der Euro in seiner bislang grössten Krise steckte – und verteidigte die Währung. REUTERS/Thilo Schmuelgen

Merz sagte, heute stehe Europa erneut und in ungekannter Weise unter Druck. Auch hier habe Draghi vor zwei Jahren mit dem nach ihm benannten Report zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit den richtigen Weg gewiesen.

Vertrauen in Griechenland war gerechtfertigt

Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sagte als zweiter Festredner, in der Euro-Krise hätten viele behauptet, Griechenland sei nicht reformfähig. Andere, unter ihnen Mario Draghi, hätten das anders gesehen. Heute stehe fest, dass dieses Vertrauen in Griechenland gerechtfertigt gewesen sei.

Die heutigen Herausforderungen seien anders: Die europäische Wettbewerbsfähigkeit verschlechtere sich zusehends. «Es besteht die Gefahr, dass Europa (....) zum Zuschauer von Entscheidungen wird, die anderswo getroffen werden.»

«Whatever it takes» gilt noch immer

Der Draghi-Report zeige auf, wie Europa auch diese Krise meistern könne. Dazu gehöre auch die Verbesserung der europäischen Verteidigungsfähigkeit. Wenn sich Europa zum Handeln entschliesse nach dem Motto «whatever it takes», könne es auch heute noch Geschichte schreiben, sagte Mitsotakis.

SRF 4 News, 14.05.2026. 16 Ijr ; 

Meistgelesene Artikel