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Klima wird wärmer - trotz Corona
Aus Echo der Zeit vom 09.09.2020.
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Klimaerwärmung Die CO2-Emissionen sind schon fast wieder so hoch wie vor Corona

Ein Bericht der UNO zeigt, dass die CO2-Emissionen während der Lockdowns zurückgingen. Allerdings nur kurzfristig.

Als die Corona-Pandemie im April in zahlreichen Ländern einen Höhepunkt erreichte, lähmten drastische Massnahmen dagegen das Leben: Fabriken waren geschlossen, Flugzeuge und Autos standen still.

Dies senkte den Ausstoss von CO2 um satte 17 Prozent, sagt Jürg Luterbacher, Chefwissenschaftler der Weltorganisation für Meteorologie, der WMO: «Im April lagen die CO2-Emissionen ungefähr auf dem Niveau von 2006.»

Trotzdem Niveau von 2005

Dies ist eine sehr starke Reduktion, und trotzdem lagen die Emissionen immer noch auf einem Niveau, das vor nur 15 Jahren herrschte. Das zeigt eindrücklich, wie steil der CO2-Ausstoss in den letzten Jahrzehnten angestiegen ist.

Mittlerweile fahren die Autos wieder, und die Fabriken sind wieder in Betrieb und stossen wieder CO2 aus, sagt Luterbacher: «Die Schätzungen gehen davon aus, dass die Gesamtemissionen in diesem Jahr im Vergleich zum letzten Jahr etwa um 4 bis 7 Prozent tiefer liegen könnten.»

Immerhin entspricht dies der Reduktion, die nötig wäre, damit das Ziel des Pariser Klima-Abkommens erreicht werden kann. Die globale Erwärmung soll möglichst nicht höher ausfallen als anderthalb Grad.

Reduktion muss über Jahrzehnte erfolgen

Nur braucht es Jahr für Jahr über Jahrzehnte eine Reduktion um vier bis sieben Prozent, um das Anderthalb-Grad-Ziel zu erreichen. Und darauf deutet nichts hin. Luterbacher sagt: «Im nächsten Jahr, wenn die Pandemie vorbei ist, geht man davon aus, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten wieder fortschreiten und die Emissionen wieder deutlich stärker zulegen.»

Zwar haben die EU und manche Länder angekündigt, ihre Corona-Finanzpakete zur Ankurbelung der Wirtschaft mindestens teilweise klimafreundlicher auszurichten. Aber ob dies tatsächlich geschieht, ist offen.

Darum warnt Luterbacher von der WMO: «Es ist dringend nötig, dass wir – unabhängig von den Rückgängen in diesem Jahr – in die Zukunft schauen. Es muss dringend jetzt gehandelt werden. Es erfordert dringende gemeinsame Massnahmen über alle Länder und alle Sektoren.»

Denn die Erde erhitzt sich weiter. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre hat trotz Corona neue Rekordwerte erreicht, das zeigen Messungen. Die Forscher erwarten, dass der jetzt temporär reduzierte CO2-Ausstoss in diesen Messwerten kaum auszumachen sein wird.

Mit Abstand die wärmsten Jahre

Analysen zeigen, dass die letzten fünf Jahre – von 2016 bis 2020 – mit Abstand die wärmsten sind, seit gemessen wird. Die Erderwärmung hat in dieser Periode plus 1.1 Grad erreicht und extreme Ereignisse tragen immer deutlicher den Fingerabdruck des menschengemachten Klimawandels.

Dieser erhöhte zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit der extremen Hitzewelle in der Arktis dieses Frühjahr um das 600-fache.

Echo der Zeit vom 09.09.2020

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51 Kommentare

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  • Kommentar von Erich Zoller  (Erich Zoller)
    Sich persönlich für das Klima einsetzen und auf vieles verzichten und Geld abgeben ist halt schwierig weil keinerlei Gegenleistung zu erwarten ist. Der CO2 wird weltweit munter weiter steigen und die Temperatur wird, sofern denn CO2 an den seit Jahrtausenden herrschenden Klimaschwankungen schuld ist, wird weiter steigen obwohl ich die Heizung, mein Auto, mein Essen usw. auf CO2-arm umgestellt habe!
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Die Corona hat (hätte)uns Zeit geboten, um über den Wert und Sinn des Lebens nachzudenken, auch über den Umgang mit der Umwelt und der Klimakrise. Leider ist wenig von einem gewissen Umdenken zugunsten der Natur und der nachfolgenden Generationen zu spüren. Schade! Dass der Egoismus grösser ist als die Achtung vor der Natur und den Nachfolgenden, ist traurig. Aber noch können wir das „Gartenhaagdenken“, das zumeist auch nicht vor Phantasie und Rücksichtnahme strotzt,in mehr Gemeinsinn wandeln.
  • Kommentar von Beat Winkler  (BeatWinkler)
    Klima wird waermer trotz Corona - so lautet der Titel. Klima ist definiert als eine Beobachtung des Wetters oder der Wetterdaten von mehr als 30 Jahren. Das Klima aendert sich somit nicht in ein paar Monaten.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Beat Winkler: Vermutlich müssen Sie sich das sinnbildlich vorstellen. Adressiert waren Leute, die glaubten, wenn ein paar Monate lang weniger geflogen würde, könnte sich das Klima wieder abkühlen. Da sich aber die Treibhausgase in der Atmosphäre kumulieren und für die nächsten paar Jahrhunderte dort verbleiben, ändert sich lediglich kurzfristig die Zunahme an Treibhausgasen minim. Das Grundübel bleibt, solange wir die Treibhausgase nicht wieder aus der Erdatmosphäre rausbringen können.