Darum geht's: Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani boykottierte als erster Bürgermeister seit Jahrzehnten die jährliche Israel-Parade in der Millionenmetropole. Seine Entscheidung zog scharfe Kritik nach sich, insbesondere vom israelischen UNO-Botschafter Danny Danon. Danon warf dem Bürgermeister vor, Zehntausenden Juden und Israels Unterstützern den Rücken zu kehren. Die Parade, die seit den 1960er-Jahren stattfindet, zog Tausende von Anhängerinnen und Anhängern mit israelischen Flaggen und blau-weissen Ballons durch die Strassen Manhattans.
Das ist Tradition: Bei der Israel-Parade wird die Gründung des israelischen Staates im Jahr 1948 zelebriert. Sie findet jeweils an einem Sonntag im Mai oder Juni statt. Obwohl sie im Laufe der Jahre verschiedene Namen hatte, war die Israel-Parade schon immer ein Pflichttermin für Bürgermeister, Gouverneure und andere Politikerinnen und Politiker, welche die Massen der Feiernden für sich gewinnen wollten, die sich jeweils auf der Fifth Avenue versammeln.
So erklärt sich Zohran Mamdani: Der Bürgermeister erklärte seine Abwesenheit damit, dass er bereits im Wahlkampf deutlich gemacht habe, nicht an der Parade teilzunehmen. Er habe seine Ansichten zur israelischen Regierung klar kommuniziert. Er versprach jedoch eine starke Polizeipräsenz, um sicherzustellen, dass die Veranstaltung «reibungslos und friedlich» verläuft. New York City ist Heimat von rund einer Million jüdischen Einwohnerinnen und Einwohnern und beherbergt damit die grösste jüdische Stadtbevölkerung ausserhalb Israels. Mamdani ist als propalästinensischer Politiker bekannt.
Kritik an Israel: Mamdani wirft Israel vor, systematisch die Rechte der Palästinenserinnen und Palästinenser zu verletzen. Er spricht von Apartheid und bezeichnet Israels Vorgehen im Gazastreifen als «Genozid». Den Angriff der islamistischen Hamas vom 7. Oktober 2023 verurteilte er als «entsetzliches Kriegsverbrechen». Er betonte wiederholt, sich für gleiche Rechte von Israelis und Palästinensern einzusetzen. Seine Haltung ist ein Hauptgrund für den Boykott.
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Bild 1 von 4. New York City ist Heimat von rund einer Million jüdischen Einwohnerinnen und Einwohnern und verfügt damit über die grösste jüdische Stadtbevölkerung der Welt ausserhalb Israels. Bildquelle: REUTERS / Eduardo Munoz.
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Bild 2 von 4. Mamdani hat sich bewusst gegen eine Teilnahme an der Parade entschieden. Eine junge Frau kümmert das nicht – sie trägt den Bürgermeister als Pappschild mit. Bildquelle: REUTERS / Eduardo Munoz.
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Bild 3 von 4. Kamele werden an der Parade auf der Fifth Avenue mitgeführt – und trotten dabei auch am Trump Tower vorbei. Bildquelle: REUTERS / Eduardo Munoz.
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Bild 4 von 4. Tausende nahmen am 31. Mai an der jährlichen Israel-Parade teil und schwenkten israelische und US-Flaggen. Bildquelle: REUTERS / Eduardo Munoz.
Reaktionen aus Israel: Der ehemalige israelische Ministerpräsident Naftali Bennett kritisierte Mamdanis Entscheidung auf X als «feige». Er betonte, Führung bedeute, für alle New Yorker da zu sein, einschliesslich der Juden. Bennett argumentierte, die Parade feiere nicht die israelische Regierung, sondern Israel als Heimat des jüdischen Volkes und als Quelle des Stolzes und der Zugehörigkeit für Millionen Juden weltweit. Die Kritik war deutlich.
Sorge vor Antisemitismus und erhöhte Polizeipräsenz: Angesichts der aktuellen politischen Situation im Nahen Osten und eines angestiegenen Antisemitismus hatte die Polizeikommissarin von New York City, Jessica Tisch, eine der grössten Polizeipräsenzen in der Geschichte der Veranstaltung angekündigt. Dies unterstreicht die Spannungen, die mit der Parade und dem Boykott des Bürgermeisters einhergingen. Die Sicherheitsvorkehrungen waren auf einem Rekordniveau.