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TV-Duell: Trump und Biden zu Coronavirus (engl.)
Aus News-Clip vom 23.10.2020.
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Letztes TV-Duell vor US-Wahlen Trump und Biden gelingt gesittete TV-Debatte

  • Der amtierende US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden sind in Nashville knapp zwei Wochen vor der Wahl zum zweiten und letzten TV-Duell aufeinandergetroffen.
  • Im Gegensatz zum ersten Duell liessen sich der Republikaner Trump und der Demokrat Biden weitgehend ausreden und fielen sich nicht ständig ins Wort
  • Gegen Ende, als Moderatorin Kristen Walker die Themen Krankenversicherung, Rassismus und Umweltschutz aufbrachte, wurde die Debatte jedoch gehässiger.

Zu Beginn der Debatte hat der ehemalige Vizepräsident Joe Biden dem Präsidenten dessen Umgang mit der Coronavirus-Krise vorgeworfen. «Wer für so viele Tote verantwortlich ist, sollte nicht Präsident der Vereinigten
Staaten von Amerika bleiben», sagte Biden. In den USA sind bisher mehr als 221'000 Menschen in Folge einer Infektion mit dem Virus gestorben.

Der Fall Hunter Biden

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Joe und Hunter Biden.
Legende: Joe und Hunter Biden in einer Aufnahme von 2010. Keystone.

Trump brachte im Verlauf der Debatte immer wieder das Thema auf Joe Bidens Sohn, Hunter. Daten von dessen aufgefundenen Laptop bewiesen «schmutzige» Geschäfte mit der Ukraine und China – Joe Biden sei zu seiner Zeit als Vizepräsident direkt darin verwickelt gewesen, so der US-Präsident weiter.

Beinahe stoisch wies Biden die Vorwürfe der Korruption, die in unbestätigten Medienberichten aufgekommen waren, immer wieder zurück. Er erklärte: «Ich habe niemals in meinem Leben einen Penny von einer ausländischen Quelle angenommen.»

Biden warf Trump vor, die Verantwortung für die rasche Verbreitung des Virus nicht zu übernehmen. Trump entgegnete: «Ich übernehme die volle Verantwortung. Es ist nicht meine Schuld, dass es herkam, es ist Chinas Schuld.» Er verteidigte seine Politik und sagte, das Schlimmste sei überstanden. «Ich habe es bekommen, ich habe viel gelernt. Grossartige Ärzte, grossartige Krankenhäuser», sagte Trump, der sich mit dem Coronavirus infiziert hatte.

Hitler-Vergleich von Joe Biden beim Thema Nordkorea

Weitere Themen waren etwa Trumps Verhältnis zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, die persönlichen Finanzen der Kandidaten, Krankenversicherung und Einwanderung. Zu Nordkorea sagte Trump: «Wissen Sie was? Nordkorea, wir befinden uns nicht im Krieg. Wir haben ein gutes Verhältnis.» Daraufhin entgegnete Biden: «Wir hatten ein gutes Verhältnis zu Hitler, bevor er in Europa einmarschierte.»

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TV-Duell: Streit über Nordkorea und Bidens Hitler-Vergleich
Aus News-Clip vom 23.10.2020.
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Beim Thema Klimaschutz zeigten sich die Fronten ebenso verhärtet. Joe Biden will den Klimawandel für die Schaffung neuer Jobs in den USA nutzen. «Wir können wachsen und sauberer sein, wenn wir den Weg gehen, den ich vorschlage», sagte Biden. Er versprach dabei unter anderem 18.6 Millionen neue Jobs.

CNN-Umfrage sieht Joe Biden als Gewinner

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In der TV-Debatte vor der US-Präsidentschaftswahl hat Herausforderer Joe Biden nach dem Ergebnis einer Umfrage des Senders CNN einen besseren Eindruck gemacht als Amtsinhaber Donald Trump. Die Umfrage unter Zuschauern des direkten Aufeinandertreffens ergab, dass 53 Prozent Biden als Sieger sahen. 39 Prozent sahen Trump vorn.

Befragt nach ihrem Eindruck, wer die Fragen von Moderatorin Kristen Welker direkt beantwortet habe, nannten 62 Prozent Biden und 31 Prozent Trump. Einen Gleichstand von 49 zu 49 Prozent ergab die Frage, wer in der Debatte die stärkere politische Führungskraft gezeigt habe.

Trump lobte dagegen seine eigene Umwelt-Bilanz und warf Biden vor, immensen Schaden anzurichten: «Wenn Sie die Wirtschaft kaputt machen wollen, müssen Sie die Ölindustrie abschaffen.»

Streitpunkt Rassismus in den USA

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat im weiteren Verlauf einen strukturellen Rassismus in den USA kritisiert. In den Vereinigten Staaten herrsche immer noch nicht völlige Gleichheit, sagte Biden. «Es ist eine Tatsache, dass es in den USA strukturellen Rassismus gibt», sagte er. Biden warf Trump vor, Rassismus noch weiter Vorschub zu leisten. «Er giesst in jedes einzelne rassistische Feuer Öl», sagte Biden.

Trump wiederum behauptete, er habe so viel für Afroamerikaner und Schwarze getan wie kein anderer Präsident vor ihm, höchstens mit der Ausnahme von Abraham Lincoln. «Ich bin die am wenigsten rassistische Person in diesem Raum», sagte Trump. Der Präsident wies die Idee, dass es in den USA strukturellen Rassismus gibt, zurück. Er sprach bei Fällen von Polizeigewalt gegen Schwarze von bedauernswerten Einzelfällen.

Stummschaltfunktion kam nicht zum Einsatz

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Trump und Biden.
Legende: Keystone

Im Vergleich zum ersten TV-Duell Ende September lief die Diskussion trotz einiger Gehässigkeiten wesentlich ruhiger ab. Beim ersten TV-Duell zwischen dem Republikaner Trump und dem Demokraten Biden war es hoch zu und hergegangen. Die teils chaotische Debatte war geprägt von Beleidigungen und persönlichen Angriffen. Trump war Biden ständig ins Wort gefallen. Um ständige Unterbrechungen durch den Gegner zu vermeiden, wurde nun zu Beginn jedes 15-minütigen Themenblocks ein Stummschaltfunktion für zwei Minuten eingeführt. Diese wurde jedoch nicht gebraucht.

Gewählt wird der neue Präsident in den USA am 3. November. Laut der jüngsten Reuters/Ipsos-Umfrage liegt Biden derzeit acht Prozentpunkte vor Trump.

SRF 4 News, 23.10.2020, 03:00 Uhr;

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Rene Caduff  (Rene Caduff)
    Ja das wird easy für Biden er führt ja mehr als Clinton vor 4 Jahren. Klar waren die Proteste für Trump in der Pandemie ein Problem es ging dann in die zweite Wellen jetzt dind Sie gut untetwegs im vergleich mit Europa. Das Bild von der Bevöklerung hat sich verändert für mich. Bei drn Protesten. Das ust wie beim Klima essen aus Teller Meeser Gabel Gläser nein aber die Welt wird sls Müllhalde bezeichnet.
  • Kommentar von Tony Hughes  (Tonemeyer)
    "Trump und Biden gelingt gesittete TV-Debatte!" - Wow, Bravo
    1. Antwort von Paul Wagner  (päule)
      Naja, die haben die Latte ja selbst so tief angesetzt.
    2. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      Na ja, die Hälfte wird dem Geschick der Moderatorin und die andere Hälfte dem Stummschalteknopf zugeordnet.
  • Kommentar von Martin Heinrich  (Tunundlassen)
    Der Anführer der Biden-Mafia hat wieder einmal nur einstecken müssen. Kein Ami, der bei Trost ist, kann diesen korrupten Don wählen. Trump ist gewählt für weitere vier Jahre. Amen.
    1. Antwort von Franz Lehmann  ((DrFranz))
      Hoffen darf man, muss man. Einfach dann bei Eintritt in die Realität nicht zu tief fallen. Gute Gesundheit!
    2. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Der Anführer der Trump-Mafia hat es geschafft sich etwas gesitteter zu benehmen, Hallelujah. Trotz mehrmaligem Wiederholen seiner (unbewiesenen) Anschuldigungen werden die einfach nicht wahr. Das muss für ihn und seine Anhänger frustrierend sein. Keiner der bei Trost ist, kann diesen verhinderten, möchtegern Immobilienhai wählen. Einer der noch nie wirklich gearbeitet hat. Die USA kann ohne ihn nur gewinnen. Auf Joe Biden kommt viel Arbeit zu. Seine 1. Aufgabe wir sein, die Fronten zu enthärten.