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Mehr als 11'000 Teilnehmer 18 Verletzte bei Protesten in Chemnitz

Legende: Video Demonstrationen in Chemnitz abspielen. Laufzeit 02:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.09.2018.
  • Knapp eine Woche nach den Ausschreitungen in Chemnitz sind erneut mehrere tausend Demonstranten verschiedener Lager in Chemnitz auf die Strasse gegangen.
  • Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort.
  • Nach neusten Angaben wurden mindestens 18 Menschen verletzt, darunter 3 Polizisten.

Die Polizei korrigierte am Sonntag auch die Zahl der Teilnehmenden an den Demonstrationen in der Stadt auf mehr als 11'000 deutlich nach oben. Nach Angaben der Behörden nahmen tausende Menschen an einem gemeinsamen Marsch der AfD und des ausländerfeindlichen Bündnisses Pegida teil. Die Kundgebung wurde grösser, weil sich ihr auch Teilnehmer einer zuvor aufgelösten Veranstaltung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz angeschlossen hatten.

Mit dem Trauermarsch sollte dem 35-jährigen Deutschen gedacht werden, der vor einer Woche in Chemnitz erstochen worden war. Als Tatverdächtige sitzen ein Iraker und ein Syrer in Untersuchungshaft.

Motto «Herz statt Hetze»

Zu einer zeitgleichen Veranstaltung für Frieden und gegen Ausländerfeindlichkeit kamen den Angaben zufolge tausende Menschen auf einem Parkplatz bei der Johanniskirche zusammen.

Abseits der Demonstrationen wurde ein 20-jähriger Afghane von vier vermummten Menschen angegriffen und geschlagen. Der Mann erlitt leichte Verletzungen. Die Polizei prüft, ob es sich bei den Tätern möglicherweise um ehemalige Versammlungsteilnehmer handeln könnte.

Demonstranten und Polizisten
Legende: 1800 Polizisten waren im Einsatz, die Demonstrationen verliefen mehrheitlich ruhig. Keystone

Zu der «Chemnitz-Nazifrei-Veranstaltung» bei der Johanniskirche war neben Bundes- und Landespolitikern auch die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) erschienen. «Von Sachsen und Chemnitz muss heute die klare Botschaft ausgehen: Wir werden mit allen Mitteln des Rechtsstaates den rechten Hetzern entgegentreten.»

Polizei aus mehreren Bundesländern

Die Polizei zeigte starke Präsenz, unter anderem mit berittenen Beamten, Wasserwerfern und gepanzerten Fahrzeugen. Sie wurde von Kräften aus mehreren Bundesländern und von der Bundespolizei unterstützt. Insgesamt waren 1800 Beamte im Einsatz.

Wegen der Proteste war das Fussballspiel zwischen Dynamo Dresden und dem Hamburger SV abgesagt worden, da die dafür vorgesehenen Polizisten für den Schutz der Kundgebungen benötigt wurden.

Registrierte Gewalttaten mit rechtsextremem Hintergrund 2017

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41 Kommentare

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  • Kommentar von Georg Benad (kreanga)
    Herr Chauvet Sie bringen es auf den Punkt:Da machen Politiker und Medien, die meinen, sie hätten die Demokratie als ihr Dogma gepachtet, einen großen Fehler. Die Einheitsberichtserstattung der deutschen Medien erinnert die Ostdeutschen zunehmend an die Losung-Die Partei hat immer Recht,aus DDR Zeiten.Da brauch man sich im Kanzleramt nicht zu wundern wenn das Volk rebellisch wird...
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Für die wenigen verbliebenen undogmatischen Verteidiger von Vernunft und geistiger Redlichkeit, die weder über das rechte noch über das linke ideologische Stöcklein hüpfen, sondern selber denken, sind solche Demos/Gegendemos immer wieder ein Hochgenuss. Dumpf-tumbe rechtsextreme Schwachmatten gegen denkschwache linkspaternalistisch-vertrottelte Gegendemonstranten garantieren immer ein grossartiger Fernsehabend.
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Die angeblichen "Hetzer gegen Herz" demonstrierten zu Recht und sollten nicht als "Neo-Nazis" verteufelt werden. Da machen Politiker und Medien, die meinen, sie hätten die Demokratie als ihr Dogma gepachtet, einen großen Fehler. Die AfD nähert sich der 20 % Marke, kein Wunder wenn da Politiker von Volksparteien außer Dienst schon mal Muffensausen kriegen. Die SPD hat ihren "Marktanteil" halbiert und die CSU wird wohl bei der nächsten Landtagswahl gerupft nicht mehr der Bayern-Platzhirsch sein.
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