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Zwischen Taiwan und China spitzt sich die Situation zu
Aus Tagesschau vom 27.10.2020.
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Militärisches Aufrüsten Das Säbelrasseln zwischen China und Taiwan wird lauter

Zwischen Taiwan und China herrscht Eiszeit. Neuster Höhepunkt: Heute wurde bekannt, dass Taiwan von ihren Verbündeten, den USA, Raketen und andere Waffensysteme gekauft haben. Zum zweiten Mal innert kürzester Zeit.

Mit der Aufrüstung zeigt Taiwan Verteidigungsbereitschaft. Es reagiert damit auf die zunehmende Bedrohung durch China und demonstriert, gegen allfällige Angriffe gewappnet zu sein. Denn China hat seine Militärpräsenz in der Meerenge seit Jahren schrittweise erhöht. Chinesische Militärjets dringen immer weiter in die Luftraumüberwachungszone Taiwans vor.

Psychologische Kriegsführung

Jüngst inszenierte die Volksrepublik auf dem der Insel gegenüberliegenden Festland Militärübungen und verbreitete die Bilder via Staatsfernsehen. Das sieht nach gegenseitiger Abschreckung als Mittel der psychologischen Kriegsführung aus.

Die Volksrepublik China betrachtet die demokratisch regierte Insel als abtrünnige Provinz ihres Staatsgebietes, als enteignetes Staatsgebiet, das es irgendwann zurückzuholen gilt.

«Schlussendlich geht es China um Taiwan»

Die kommunistische Partei Chinas habe das erklärte Ziel, auf diese Weise die territoriale Integrität Chinas wiederherzustellen, sagt Simona Grano, Leiterin des Taiwan Studies Project in Zürich: «Taiwan ist ein grosses Stück, das noch fehlt. Hongkong ist jetzt wieder nachhause gekommen, Xinjiang (Chinesische autonome Region, mehrheitlich von Uiguren bewohnt) und Tibet sind besetzt und sind unter der Führung der Partei – Taiwan noch nicht. Die Formel ‹one-country-two-systems› wurde an Hongkong getestet aber schliesslich ging es um Taiwan.» Geht es nach Peking, soll Taiwan früher oder später ebenfalls Teil der Volksrepublik sein – genauso wie Hongkong.

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Simona Grano: «Taiwan ist ein grosses Stück, das fehlt.»
Aus News-Clip vom 27.10.2020.
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Taiwan hingegen sieht sich als unabhängiges Land, das seine Autonomie notfalls auch militärisch verteidigen will. Die völkerrechtliche Stellung es Eilandes ist jedoch umstritten. Taiwan ist von den Vereinten Nationen ausgeschlossen, kaum ein Land anerkennt Taiwan offiziell – so auch die Schweiz nicht.

Chinesische Drohgebärden nehmen zu

Die Machtdemonstrationen Chinas seien in diesem Jahr besonders deutlich, bestätigt David Huang, Diplomat und Schatten-Botschafter Taiwans in der Schweiz: «Dies ist nicht das erste und leider auch nicht das letzte Mal, dass China Taiwan bedroht. Im Moment sind rund 1500 Kurz- und Mittelstreckenraketen auf Taiwan gerichtet. Das Spezielle an der jetzigen Situation ist aber, dass nun immer häufiger auch Kriegsschiffe und Flieger in unser Hoheitsgebiet eindringen.»

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David Huang: «1500 Kurz- und Mittelstreckenraketen sind auf Taiwan gerichtet.»
Aus News-Clip vom 27.10.2020.
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Chinas Drohgebärden hinterlassen auch Spuren bei der Bevölkerung Taipehs. Dass die Bevölkerung Taiwans Angst vor einer Invasion Chinas hat, glaubt auch Simona Grano: «Schon die Tatsache, dass der Westen über eine mögliche Invasion spricht, bedeutet für Taiwan, dass etwas passieren könnte.»

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Simona Grano: «Die Taiwanesen wissen, dass es passieren könnte.»
Aus News-Clip vom 27.10.2020.
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Der grosse Teil von Taiwans Bevölkerung will jedoch unabhängig sein. Chinas Staatschef Xi Jinping dagegen hat den Anschluss Taiwans zu einem zentralen Bestandteil des sogenannten «Chinesischen Traums» gemacht. 2019 erklärte er unmissverständlich, auf dem Weg zum Wiedererstarken des chinesischen Volkes dürften die taiwanesischen Landsleute auf keinen Fall fehlen.

Tagesschau, 27.10.2020, 19:30 Uhr

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    Solange Taiwan nicht als eigenständiges Land von der Mehrzahl der restlichen Länder anerkannt wird, ist das eine offene Einladung an die VR China, Taiwan auch mit militärischen Mitteln einzugliedern. Ausser empörtem Gezeter wird es im Eroberungsfall von der Weltgemeinschaft für Taiwan nichts geben, weil Business mit der VR China mehr zählt als die Unabhängigkeit Taiwans. Wenn die USA Taiwan als Land anerkennen & ein Verteidigungsbündnis abschliessen, würde der VR China das Spiel verdorben
    1. Antwort von Charles Morgenthaler  (ChM)
      Ob Taiwan als Staat anerkannt ist oder nicht, glauben Sie wirklich die USA oder sonstwer würde sich wegen diesem Land die Finger verbrennen? Ich glaube das nicht! Dazu ist Taiwan zu unbedeutend. Irgendwann, wenn es die VR China für richtig hält, werden sie die Insel einkassieren, sei es durch Konventionen oder militärisch. Wie Sie richtig sagen wird es dann ein empörtes Gezetter geben. Kurze Zeit später: "buisiness as usual".
    2. Antwort von Pirmin Koch  (Preemz)
      @Charles wenn man sich die Insel Taiwan Geopolitisch anschaut, dann wäre die USA sehr naiv, diese nicht zu verteidigen, da sie Chinas Zugang zum offenen Ozean begrenzt und auch Länder wie Japan und Korea beschützt. Man nennt es den inneren Pazifischen Ring (wortwörtlich übersetzt).
    3. Antwort von Charles Morgenthaler  (ChM)
      @Preemz: stimmt schon, Taiwan ist strategisch günstig gelegen, das hat die USA nicht abgehalten das Land politisch zu Gunsten von Chn abzuservieren. Sollte es hart auf hart kommen, d.h. wenn sich China für eine gewaltsame Übernahme entscheidet und das traue ich ihnen durchaus zu, dann würden die USA keinen Finger rühren. Zu viel steht da auf dem Spiel, das wird ihnen diese Insel nicht Wert sein. Die Chinesen dagegen werden dieses Risiko eher eingehen.
    4. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Charles Morgenthaler: Leider haben Sie Recht. Um das zu verhindern "müsste" (ich weiss wir beide lieben diesen Konjunktiv nicht) die westliche Welt, also Europa, USA, Japan, Korea, etc. gemeinsam eine glaubwürdige Drohung verfassen. Beispielsweise ein umfassender Wirtschaftsboykott mit Ausnahme der für die chinesische Bevölkerung lebensnotwendigen Güter. Der Boykott würde auch uns schmerzen. Die US-Flotte könnte dessen Einhaltung überwachen. Das würde dem chinesischen Regime Eindruck machen.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Die unsichtbare Hand Pekings, die in immer mehr Teilen der Welt seine Macht im Interesse des Landes einsetzt und keiner merkt es. i Jinping herrscht uneingeschränkt, er glaubt an die Stärke seiner Nation und will Weltmacht werden. Xi Jinping streckt der Welt seine eiserne Faust entgegen. Die D-Wirtschaft ist abhängig von chin. Markt. Grosse Teil der Industrie sind bereits an China verloren gegangen, sind nicht mehr eigenständig in ihren Entscheidungen was den chinesischen Markt angeht.
  • Kommentar von Philipp Jorysch  (Swissi)
    Eines der größten Ziele Chinas ist es bis spätestens 2050 die abtrünnigen Regionen/Provinzen wieder zu vereinnahmen (u.a Taiwan und Hongkong).

    Meine Meinung:

    Die Aggressivität Chinas (der Partei) wird schon bald spürbar zunehmen (Aussen- und Innenpolitisch).