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Legende: Audio US-Demokraten in der Defensive abspielen. Laufzeit 04:04 Minuten.
04:04 min, aus Echo der Zeit vom 28.03.2019.
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Nach dem Russland-Bericht US-Demokraten in der Defensive

Viele Demokraten waren überzeugt, dass der Mueller-Bericht den Sturz von Trump einläuten würde – und sind nun ratlos.

Die Fallhöhe ist gross: In den letzten Wochen haben sich demokratische Politiker teilweise weit aus dem Fenster gelehnt. So mutmasste Präsidentschaftskandidatin Elisabeth Warren, vielleicht sitze Präsident Trump nächstes Jahr schon hinter Gittern.

Doch seit Justizminister William Barr am Sonntag verkündete, es habe keine Verschwörung Trumps mit Russland und keine Justizbehinderung gegeben, schiesst der konservative Nachrichtensender «Fox News» aus allen Rohren gegen die Demokraten: Die gesamte Politik der Demokraten der letzten Jahre habe auf einer Lüge basiert. Diese aufgeblasenen, herablassenden Idioten hätten ihre Theorie einer Russland-Verschwörung unablässig und unverantwortlich verbreiten dürfen.

Fokus wieder auf die politische Agenda

Dieser Gegenangriff von republikanischer Seite hat die Demokraten verunsichert. Federico de Jesus hat für das Obama-Wahlkampfteam gearbeitet hat. Er rät den Demokraten, sich nicht aus der Bahn werfen zu lassen. «Sie haben die Tendenz, sich vorschnell geschlagen zu geben», sagt der Kommunikationsberater.

Sie dürften nicht in die Falle tappen und den Einschätzungen des Justizministers Barr glauben, bevor nicht der genaue Inhalt des 300-seitigen Mueller-Berichts bekannt sei. Gleichzeitig müssten sich die Demokraten aber auch wieder auf ihre politische Agenda konzentrieren. Auf die Themen, die die Menschen wirklich beschäftigten: Klimawandel, die bröckelnde Infrastruktur und vor allem die hohen Gesundheitskosten.

Nancy Pelosi
Legende: Demokratenführerin Nancy Pelosi: Ihr hat Trump mit seinen Aussagen zu Obamacare in die Hände gespielt, denkt der Politstratege Federico de Jesus. Reuters

Als Präsident Trump diese Woche ein Berufungsgericht anwies, den obligatorischen Krankenversicherungsschutz Obamacare ersatzlos zu kippen, ergriff die demokratische Mehrheitsführerin Nancy Pelosi die Gelegenheit zum Angriff: Dieser Schritt bedeute, dass Millionen Menschen mit chronischen Krankheiten ihren Versicherungsschutz verlieren würden, auch wenn Trump das Gegenteil behaupte.

Veröffentlichung des Berichts abwarten

Trump habe mit seinen Aussagen zu Obamacare den Demokraten unbeabsichtigt ein grosses Geschenk gemacht, findet Politstratege de Jesus. Denn plötzlich sei wieder ein Thema auf dem Tapet, mit dem die Demokraten im letzten November die Wahlen gewonnen hätten.

Er ist überzeugt: Die Demokraten haben am letzten Sonntag zwar eine Schlacht verloren, nicht aber den Krieg um die öffentliche Wahrnehmung der Präsidentschaft von Donald Trump. Wenn der Mueller-Bericht erstmal veröffentlicht sei, werde das amerkanische Volk das abschliessende Urteil über die Ereignisse der letzten Jahre fällen.

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Bünzli (Tumasch)
    Im ganzen Geschrei der Trumpfans geht unter, dass R. Mueller akribisch und sorgfältig gearbeitet hat, in den letzten Monaten aber massiv diskreditiert, angefeindet und seine Qualifikation in Frage gestellt wurde. Mit dem ersten Ergebnis des Berichtes jubeln dieselben Schreihälse nun laut und feiern den Bericht - wie schizophren ist das denn? Und statt nun Medien und Politikern zu drohen, sollte an erster Stelle eine Entschuldigung an Mueller gehen, aber ob da die Schreihälse diese Grösse haben?
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    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Strzok, der Mueller unterstellte Leiter der Untersuchung gegen Trump musste gehen, als seine Chats mit seiner Geliebten, Lisa Page, ebenfalls FBI-Mitarbeiterin, publik wurden. Aus diesen Chats geht hervor, dass die Russland-Affäre von Beginn weg eine bewusst gegen Trump eingesetzte Lüge war (Strzok: "Absicherung, falls DT die Wahl gewinnt" d.h. um DT versuchen zu stürzen mit einem Impeachment - auf der Basis einer Lüge). Wusste Mueller nichts von diesen Machenschaften?
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Dem Establishment ist nach dem Schiffbruch auch noch das Rettungsboot gekentert.
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  • Kommentar von Norbert Zehner (ZeN)
    Was für tiefer Fall für Dems: vor 8 Jahren, trunken von Selbstverliebtheit mit Obama, sprachen sie von nächsten 40 Jahren an der Macht zu bleiben, mit einer alternativlos (selbst)erkorenen H.Clinton als Präsidentenkandidatin. Dann ging alles schief, her Highness verlor gegen verhöhnten Aussenseiter, er kurbelte Wirtschaft in 1 Jahr an wie ihr Obama 8 Jahre nicht mal davon träumte, er beruf Richter gegen ihren Widerstand, und nun entlarvt sich Collusionvorwurf als niederträchtiger Coup gegen ihn.
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