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Nach Grönland-Streit Nato startet Einsatz «Arctic Sentry»

  • Die Nato erhöht ihre Militärpräsenz in der Arktis.
  • Ein entsprechender Einsatz «Arctic Sentry» (Wächter der Arktis) sei gestartet worden, sagte der Nato-Oberbefehlshaber in Europa, Alexus Grynkewich.
  • Ziel sei, die Präsenz der Nato-Mitglieder in der Region zu koordinieren und gemeinsame Übungen durchzuführen.

Man wolle eines der strategisch bedeutendsten und zugleich klimatisch herausforderndsten Gebiete absichern, erklärte US-General Grynkewich. Verbessert werden soll demnach die Überwachung der riesigen Insel und die Abschreckung der Grossmächte Russland und China.

Trumps Kehrtwende in Sachen Grönland

Die verstärkte Bündnispräsenz im hohen Norden war von Alliierten wie Grossbritannien angeregt worden, um den Streit um Grönland zu entschärfen.

Im Streit hatte US-Präsident Donald Trump zeitweise mit hohen Zöllen einen Verkauf der riesigen Insel an die USA erzwingen wollen. Sein Vorgehen begründete Trump mit der Behauptung, dass das zu Dänemark gehörende Territorium sonst nicht vor Russland und China sicher sei. Grönland ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und mehr als 50 Mal so gross wie die Schweiz, hat aber nur knapp 57’000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Zuletzt teilte Trump dann nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos mit, dass ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktis-Region entworfen worden sei. Dieser sieht unter anderem vor, die Sicherheit in der Arktis durch das gemeinsame Handeln der Alliierten zu gewährleisten – insbesondere durch das der sieben arktischen Staaten USA, Kanada, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island.

Grossbritannien stärkt Präsenz in Norwegen

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Grossbritannien hat angekündigt, die Zahl seiner in Norwegen stationierten Soldatinnen und Soldaten innerhalb von drei Jahren von aktuell rund 1000 auf 2000 verdoppeln zu wollen. Dies soll auch zur Abschreckung in der Region beitragen. «Die Anforderungen an die Verteidigung steigen, und Russland stellt die grösste Bedrohung der Arktis und des hohen Nordens dar, die wir seit dem Kalten Krieg gesehen haben», erklärte Verteidigungsminister John Healey.

Angaben aus Nato-Kreisen zufolge sollen die USA zudem ihre Militärpräsenz auf Grönland ausweiten dürfen und möglicherweise auch ein Mitentscheidungsrecht über bestimmte Investitionen auf der rohstoffreichen Arktisinsel bekommen.

Einsatz wird aus den USA koordiniert

Einen ähnlichen Einsatz wie «Arctic Sentry» hatte die Nato zuletzt im September unter dem Eindruck von Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets und Kamikaze-Drohnen gestartet. Er heisst «Eastern Sentry» (Wächter des Ostens) und führte insbesondere zu einer Mobilisierung von zusätzlichen Überwachungs- und Flugabwehrkapazitäten.

Schneebedeckte Küstenstadt mit Bergen im Hintergrund.
Legende: Im Streit um die Insel Grönland (im Bild die Hauptstadt Nuuk) hatte US-Präsident Donald Trump eine höhere Militärpräsenz in der Arktis gefordert. REUTERS / Marko Djurica

«Arctic Sentry» soll vom operativen Hauptquartier Norfolk im US-Bundesstaat Virginia geführt werden. Dieses ist unter anderem für den Atlantik, die Arktis, Grönland, Island, Norwegen und Grossbritannien sowie seit Kurzem auch Dänemark, Schweden und Finnland zuständig.

SRF4 News, 11.2.2026, 15 Uhr ; 

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