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Burmas Polizei geht mit Gewalt gegen Demonstranten vor
Aus News-Clip vom 04.03.2021.
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Nach Militärputsch Erneut blutige Proteste in Burma – EU reagiert

  • Nach erneuter Polizeigewalt setzt die Europäische Union ihre Entwicklungshilfe für Burma, offiziell Myanmar genannt, aus.
  • Dort haben Demonstrierende in mehreren Städten wieder gegen die Militärherrschaft protestiert.
  • Gemäss UNO-Hochkommissarin Michelle Bachelet wurden über 1700 Personen festgenommen.

Am Mittwoch, dem bislang blutigsten Tag der Proteste, tötete die Polizei laut UNO mindestens 38 Personen. Nach Angaben der Vereinten Nationen kamen die Menschen ums Leben, als die Polizei mit scharfer Munition auf Demonstranten schoss. Die Zahl der Toten könnte weiter steigen, weil viele Menschen teils schwer verletzt wurden.

Auch am Donnerstag eröffnete die Polizei nach Berichten von Augenzeugen in verschiedenen Orten das Feuer und setzte Tränengas ein. Bilder aus der grössten Stadt des Landes, Yangon (ehemals Rangun), zeigen, wie sich die Protestierenden mittels Strassenbarrikaden gegen die Polizeigewalt zur Wehr setzen.

Menschen gedenken der Opfer

Wie viele Menschen bislang insgesamt von Sicherheitskräften getötet, verletzt oder festgenommen wurden, ist unklar. Berichte über neue Todesopfer liegen bisher nicht vor.

«Trotz all dieses brutalen Schiessens und der Tötungen werden wir weitermachen, ohne auch nur einen Tag Pause zu machen. Wir sehen uns morgen», schrieb Maung Saungkha, einer der Anführer der Proteste, auf Facebook. Im ganzen Land gedachten Menschen der Opfer mit Blumen, wie auf Videos und Bildern in sozialen Netzwerken zu sehen war.

EU reagiert umgehend

Nach der eskalierenden Gewalt setzt die Europäische Union ihre Entwicklungshilfe für das südostasiatische Land aus. So solle verhindert werden, dass Burma nach dem Militärputsch finanzielle Unterstützung zukomme, teilt die EU-Kommission mit. Die Hilfen sollen normalerweise unter anderem Schulen und die ländliche Entwicklung fördern.

Polizisten setzen sich nach Indien ab

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Inmitten des immer härteren Vorgehens der burmesischen Sicherheitskräfte gegen Demonstranten haben sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters drei Polizeibeamte nach Indien abgesetzt, um Zuflucht zu suchen.

«Sie haben gesagt, dass sie Anweisungen von der Militärherrschaft bekommen haben, die sie nicht befolgen können. Also sind sie weggelaufen», sagte Polizei-Inspektor Stephen Lalrinawma aus dem indischen Bundesstaat Mizoram.

Die Deutsche Botschaft in Rangun und mehrere weitere westliche Botschaften haben als Zeichen der Trauer auf Facebook schwarze Profilbilder gepostet.

Das Militär hatte vor rund einem Monat gegen die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht und sie unter Hausarrest gestellt. Als Grund führten die Generäle Unregelmässigkeiten bei der Parlamentswahl vom November an, die Suu Kyi klarem Vorsprung gewonnen hatte. Die Demonstranten fordern die Wiedereinsetzung der 75-Jährigen.

SRF 4 News, 04.03.2021, 13:00 Uhr;

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Elgyn Sulaco  (Elgyn)
    @Kleffel
    das ist kein EU-bashing. Sie können es ja befürworten. CH habe ich nicht erwähnt, weil die Überschrift "... EU reagiert" heisst. Ich hätte das Gleiche gesschrieben, wenn es um die Schweiz ginge. Meine Reaktion ist nicht die EU zu schwärzen!
    Anscheinend finden Sie es i.O. mit der Zeit der EU-Reaktion... Das Nachrichten mit den Protesten in Burma gibt es jetzt seit Wochen. Meiner Meinung nach dauert es immer viel zu lange.
    In einem haben Sie recht: das Ausmass der Sanktionen.
    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Danke für die Antwort. Ich nehme den Vorwurf zurück. Aber schauen Sie sich mal politische und diplomatische Prozesse an. Da ist ein Monat nicht gerade ein Wimpernschlag, aber viel schneller geht es nie. Ausser eben wenn die Macht extrem zentralisiert ist. Zum Glück entscheidet in der EU nicht über Nacht irgendein Grüppchen in einem Hinterzimmer!
    2. Antwort von Daniel Erni  (daniserio)
      Ja, es dauert wohl viel zu lange. Aber die Einstellung der Finanzhilfen für Burma ist schon ein sehr deutliches Zeichen.
  • Kommentar von Martin Meier  (M.Meier)
    Das Land heisst offiziell Myanmar. Gemäss EDA, gemäss UNO, gemäss der Regierung (auch Aung San Suu Kyi hatte dies nicht ander gehandhabt).
    Also wäre es auch nur korrekt von SRF das Land weiterhin als Myanmar zu benennen.
    Übrigens, warum wird dann Belarus noch als solches betittelt. Heisst auf Deutsch eigentlich Weissrussland.
    1. Antwort von Frank Grämiger  (Comments)
      Kommt darauf an, wie man "offiziell" definiert. Die Diktatur hat Burma umbenannt, das Volk hatte nichts dazu zu sagen. Also, warum es nicht weiter Burma nennen?
      SRF hat übrigens ihre Haltung dazu schon x mal erklärt.
  • Kommentar von Elgyn Sulaco  (Elgyn)
    "EU reagiert" ... das ich nicht lache... Menschen werden unterdrückt und die EU reagiert! Hat aber lange gebraucht. Die haben ja wichtigere Sachen zu tun, wie z.B. den Standart für die Maiskolben bestimmen, Gurken gerecht in der EU verteilen und altes Milchpulver nach Afrika verschicken
    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Ein willkommener Anlass für ein EU-Bashing? Naja, eigentlich ja offensichtlich nicht.

      Das ist eine für politische Verhältnisse schnelle Reaktion, Herr Sulaco. Nur Diktaturen reagieren vielleicht schneller. Hat die offizielle Schweiz schon reagiert?

      Was man kritisieren kann, ist das Ausmass der Sanktionen. Als zu wenig weit gehend.