Die USA und Israel haben mehrere Ziele in Teheran gleichzeitig bombardiert. Nach israelischen Angaben haben die Angriffe Orte getroffen, an denen sich «hochrangige Vertreter der politischen und sicherheitspolitischen Führung» versammelt hatten. Mehrere ranghohe Funktionäre sollen getötet worden sein.
Was ist mit Ajatollah Ali Chamenei?
Im Zentrum der Spekulationen steht Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei. Es gebe viele Hinweise, dass Irans geistliches Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei «nicht mehr ist», sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Man habe seine Residenz zerstört.
Nach den ersten Angriffen hatte ein iranischer Regierungsvertreter indes berichtet, Chamenei sei an einen sicheren Ort gebracht worden, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Chamenei halte sich demnach nicht in Teheran auf.
Iranische Staatsmedien widersprachen den Angaben Israels ebenfalls. Der Aussenminister erklärte im US-Sender NBC, Chamenei lebe, «soweit ich weiss». Auch andere Spitzenvertreter seien im Amt. Der Revolutionsführer wolle sich bald in einer Rede äussern, teilte der Fernsehsender Al-Alam am Nachmittag mit. Eine unabhängige Bestätigung wie auch die besagte Rede fehlen jedoch bisher.
Chamenei ist seit 1989 oberste Autorität im Staat. Der mittlerweile 86-Jährige hat als Staatsoberhaupt bei strategischen Belangen das letzte Wort.
Auch der Präsident spielt eine Rolle. Er ist politisch verantwortlich für Innen-, Aussen- und Wirtschaftspolitik, bleibt jedoch formell dem Revolutionsführer untergeordnet. Teheran betonte, Präsident Massud Peseschkian sei bei den jüngsten Angriffen unverletzt geblieben.
Machtwechsel als erklärtes Ziel
Nach israelischer Darstellung zielten die Luftschläge auf den «Regimekern». Gemeint sind politische Entscheidungsträger, Militärs der Revolutionsgarden und Sicherheitschefs.
Nach dem Beginn des Angriffs rief US-Präsident Donald Trump die 90 Millionen Iraner auf, die Gunst der Stunde zu nutzen, um die Führung des Landes zu übernehmen. «Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung», sagte Trump in einer Videobotschaft.
Erst vor einigen Wochen waren jedoch Proteste gegen die Staatsführung im Iran mit erbarmungsloser Gewalt niedergeschlagen worden.