Das israelische Militär hat seine Angriffe auf den Iran eingestellt: Man werde sich an die Anweisung der Politik zur zweiwöchigen Waffenruhe halten, teilte die Armee mit. Doch der Kampfeinsatz gegen die vom Iran alimentierte Hisbollah-Miliz im Libanon werde fortgeführt, hiess es aus Israel.
Und so präsentiert sich die Lage im Libanon derzeit gegenüber den vergangenen Tagen denn auch unverändert: Das israelische Militär greift im Südlibanon weiter an. «Noch heute Vormittag wurden neue Attacken gemeldet», stellt SRF-Nahostkorrespondent Thomas Gutersohn am Mittwochmittag fest.
Israel schiesst weiter, Hisbollah nicht
Einmal mehr wurden von israelischer Seite auch Evakuierungswarnungen für weite Teile des Südlibanons ausgesprochen.
Die vom Iran alimentierte Hisbollah-Miliz hingegen – ihr gilt die seit mehreren Wochen anhaltende israelische Militäraktion im Süden des Libanons – hat sich bisher an die Waffenruhe gehalten.
«Es wurden von Seite der Hisbollah keine Angriffe auf den Norden Israels oder israelische Soldaten im Libanon registriert», so der Korrespondent. Noch aber gebe es keine offizielle Stellungnahme der Hisbollah, ob sie sich längerfristig an diese Feuerpause halten will.
Die libanesische Regierung kann nur wenig tun.
Wenig Konkretes liess einmal mehr die libanesische Regierung verlauten: «Wie so oft steht sie im Abseits», sagt Gutersohn. Die Regierung begrüsst das Abkommen zwischen dem Iran und den USA sowie Israel – und verurteilt die fortgesetzten Militäraktionen Israels auf dem libanesischen Territorium. «Doch sie kann nur wenig tun.»
Das Einzige, was ihr bleibe, sei die Bevölkerung zu warnen, nicht sofort in ihre Häuser im Süden zurückzukehren. «Es ist deutlich zu spüren, dass im Libanon momentan niemand dieser Waffenruhe traut, zumindest was das eigene Land betrifft», stellt der SRF-Korrespondent fest.
Pfeift Trump Netanjahu zurück?
Ob es sich Israel leisten könne, entgegen dem von Pakistan vermittelten Abkommen weiterhin im Libanon militärisch zu intervenieren, hänge wohl von den USA ab: «Bei der letzten Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA im Sommer 2025 hat sich Israel anfangs auch nicht daran gehalten – und wurde dann von der Trump-Administration zurückgepfiffen», so Gutersohn.
Bei der letzten Waffenruhe im Sommer 2025 wurde Israel von der Trump-Administration zurückgepfiffen.
Für die USA scheinen primär wirtschaftliche Interessen im Vordergrund zu stehen. Und deshalb hat die Strasse von Hormus für Washington eine viel höhere Priorität als die Interessen Israels. Da sei der Krieg im Libanon für die USA eher ein Nebenschauplatz, sagt der Korrespondent.
Deshalb sei es durchaus möglich, dass Trump die Fortsetzung des Krieges im Libanon dulde, solange sich Israel an die Waffenruhe mit dem Iran hält.