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Rahmenabkommen USA–Iran Netanjahu betont Kriegserfolge – und umschifft Trumps «Deal»

Das angekündigte Abkommen stösst in Israel auf harsche Kritik. Regierungschef Netanjahu gerät in die Bredouille.

Für die Weltwirtschaft ist das angekündigte Abkommen zwischen den USA und dem Iran ein Lichtblick. Auch die Börsen reagierten am Montag fast schon euphorisch.

Doch in Israel herrscht Konsternation. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zögerte lange, bis er sich an seine Bevölkerung wandte. Jedes Wort wollte abgewogen sein, denn bald sind in Israel Wahlen.

Wir haben den Staat Israel vor der Bedrohung einer atomaren Auslöschung gerettet.
Autor: Benjamin Netanjahu Premierminister von Israel

Schliesslich gab Netanjahu am Montagabend ein Statement ab. Und betonte, dass der Krieg eine unmittelbar drohende Bewaffnung Teherans verhindert habe: «Wir haben den Staat Israel vor der Bedrohung einer atomaren Auslöschung gerettet», sagte Netanjahu in Jerusalem.

Person hinter einem Rednerpult mit blauem Hintergrund und offiziellen Symbolen.
Legende: Ohne die massiven Angriffe gemeinsam mit den USA «hätte der Iran schon Atombomben», sagte Netanjahu. Diese Bedrohung sei «um Jahre» aufgeschoben worden. Keystone / EPA / REUTERS / RONEN ZVULUN

Der israelische Regierungschef bekräftigte, er werde eine nukleare Aufrüstung Teherans niemals dulden. «Mit Abkommen oder ohne Abkommen – der Iran wird keine Atomwaffen haben.»

Netanjahu nicht am Verhandlungstisch

Zum Abkommen selbst äusserte sich Netanjahu zurückhaltend. «Wir wissen noch nicht, wie es aussehen wird.» Zuvor hatte es noch ganz andere Töne aus Israel gegeben. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bezeichnete ein hochrangiger Regierungsvertreter die vorläufige Einigung mit dem Iran als «schrecklich für Israel».

Abkommen mit vielen Fragezeichen

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Nach wochenlangen Verhandlungen hatten sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges verständigt. Die Unterzeichnung ist für Freitag in der Schweiz geplant. Das Abkommen sieht unter anderem eine Verlängerung der Waffenruhe und die Wiederöffnung der Strasse von Hormus vor. Über den genauen Inhalt der Vereinbarung, die nach Angaben von US-Vizepräsident JD Vance bereits digital unterzeichnet wurde, ist aber vieles bislang nicht bekannt.

«Netanjahu hat versucht, das Thema zu umschiffen», schätzt ARD-Korrespondentin Bettina Meier. «Schliesslich war er auch nicht Teil der Verhandlungen – was eine Niederlage für ihn ist.»

Das sieht selbstredend auch die israelische Opposition so. Sie wirft dem Regierungschef mangelnde Führungskraft vor. Der frühere Ministerpräsident Naftali Bennet sprach von einem «historischen Scheitern» im Umgang mit dem Iran.

Verstimmter US-Präsident

Für Meier steht fest: Das Abkommen mit dem Iran wird ein dominierendes Wahlkampfthema. Gleichzeitig darf es sich Netanjahu auch nicht mit dem amerikanischen Präsidenten verspielen.

Der israelische Premier liess am Montag durchblicken, dass es Differenzen mit Washington gibt. Zu Berichten über Streitigkeiten mit US-Präsident Trump sagte Netanjahu, dass beide nicht immer einer Meinung seien: «Ich bin für Israels sicherheitspolitische Interessen verantwortlich.»

Zwei Männer in Anzügen gehen zusammen, daneben eine Flagge.
Legende: Anfang Juni hatte Trump den israelischen Ministerpräsidenten in einem Telefonat scharf kritisiert und Angriffe auf Beirut untersagt, wie Trump in einem Podcast sagte. Trump hatte zudem hervorgehoben, er bestimme – und nicht Netanjahu. Keystone / AP / Alex Brandon

Die Fragilität des Abkommens zeigte sich bereits am Montag, als eine israelische Drohne im Südlibanon ein Auto traf und den Fahrer tötete. Während der Iran ein vollständiges Ende der Feindseligkeiten im Libanon fordert, behält sich Israel weiterhin das Recht auf militärische Einsätze vor.

«Kampf gegen Iran geht weiter»

Das machte am Montag auch Netanjahu klar: Der Kampf gegen den Iran und seine Verbündeten in der Region sei nicht abgeschlossen, erklärte er. Israels Armee werde in «Sicherheitszonen» im Gazastreifen, im Südlibanon und in Syrien bleiben, «solange wie nötig».

Das Weisse Haus beobachtet die Lage im Libanon argwöhnisch. «Die US-Regierung drückt Israel eine Waffenruhe auf, ohne dass es Mitspracherechte hatte», schliesst Korrespondentin Meier. Foutiert sich Netanjahu aber darum, dürfte er Trumps Furor erneut auf sich ziehen. Eine denkbar ungünstige Ausgangslage für den Wahlkampf.

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Rendez-vous, 16.6.2026, 12:30 Uhr ; 

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