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Legende: Audio Drei Millionen haben zu wenig zu essen abspielen. Laufzeit 02:23 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 08.08.2019.
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Nahrungsmangel in Simbabwe Drei Millionen haben zu wenig zu essen

Das Land im Süden Afrikas leidet unter der schlimmsten Hungerkrise seiner Geschichte. Die UNO schlägt Alarm.

Drei Millionen Menschen leiden in Simbabwe aktuell an Hunger. «Viele der Betroffenen leben von der Hand in den Mund, von Tag zu Tag, ohne zu wissen, wie oder wann sie die nächste Mahlzeit essen», sagt Herve Verhoosel, Sprecher des Welt-Ernährungsprogramms der UNO.

Wirbelsturm, Wirtschaftskrise und eine grosse Dürre

Verursacht habe die Krise unter anderem der Zyklon Idai, der Mitte März über Simbabwe und das benachbarte Mosambik hinweggefegt ist. Hunderte Menschen wurden getötet, tausende wurden obdachlos. Die Felder und Äcker im Osten des Landes überflutet.

Legende: Video Aus dem Archiv: Mosambik und Simbabwe nach Wirbelsturm «Idai» abspielen. Laufzeit 00:28 Minuten.
Aus News-Clip vom 18.03.2019.

Doch die Ursachen liegen noch tiefer. Das Land steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise, die nicht zuletzt von der politischen Elite verursacht wurde. Die Preise für Nahrungsmittel wie Reis, Öl oder Zucker haben sich seit Juni mehr als verdoppelt.

Bald hungern 30 Prozent der Bevölkerung

Dazu kommt eine schwere Dürre, sowie die Folgen des Klimawandels, die in dieser Region schon längst spürbar geworden sind. Die UNO schlägt Alarm: In den nächsten Monaten könnte die Zahl der Betroffenen gemäss Schätzungen auf fünfeinhalb Millionen ansteigen, also rund 30 Prozent der Gesamtbevölkerung. «Aktuell ist einerseits Nothilfe gefragt», so Verhoosel. Es gehe aber auch darum, langfristige Lösungen zu finden.

Politischer Stillstand

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Während Jahrzehnten herrschte in Simbabwe politischer Stillstand: Fast 40 Jahre lang regierte Präsident Robert Mugabe über das Land. 2017 wurde dieser durch einen Militärputsch entmachtet. Doch auch von dessen Nachfolger, Präsident Emmerson Mnangagwa, sind viele Menschen enttäuscht: In den letzten zwei Jahren kam es immer wieder zu Streiks und Massen-Protesten.

Die UNO versorge die betroffene Bevölkerung mit den nötigen Grundnahrungsmitteln. Doch gleichzeitig arbeite man auch daran, die landwirtschaftliche Produktivität nachhaltig zu verbessern – etwa durch Ausbildungsprogramme für Bäuerinnen und Bauern oder durch technische Unterstützung.

Frau in Supermarkt.
Legende: Die Preise für Nahrungmittel sind hoch in Simbabwe. Keystone

Die Zusammenarbeit mit der Regierung sei dabei von enormer Wichtigkeit, betont Verhoosel und beschreibt den Umgang als «sehr korrekt». Die Regierung von Simbabwe behindere die UNO nicht in ihrer Arbeit.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    Die einstige Kornkammer Afrikas ist am Verhungern.
    Den Kapitalismus hat man dort gründlich überwunden,
    so wie von unserer Klimajugend gewünscht.Auch hat man
    nun eine gerechtere Gesellschaft,alle haben nun Hunger
    und sind arm.Ausser die Nomenkleptura natürlich.
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    1. Antwort von kurt trionfini  (kt)
      Herr Blättler: Das sind ja gute Neuigkeiten: "Den Kapitalismus hat man dort gründlich überwunden". Nimmt mich natürlich wunder, welche Wirtschaftssysteme den Kapitalismus abgelöst haben. Wüsste natürlich auch gerne, in welchem Zeitraum und in welchen Ländern der "Kapitalismus" überwunden wurde. Warum erfahre ich von solch epochalen Umwälzungen nicht durch die Presse?
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  • Kommentar von Hans Beat Schweizer  (Trevor B.)
    Die Regierung in Zimbabwe tut alles, der Bevoelkerung zu schaden. Strom gibt es nur noch maximal 6 Stunden, man wird gezwungen den "neuen" Zimbabwe-Dollar (ZWL) einzutauschen, der schon wieder einem galloppierenden Verfall unterliegt. USD wurde "verboten" - will man was im Ausland kaufen (Import), muss man jedoch mit Devisen zahlen. Vornehmlich Diesel ist Mangelware im Land. So verkommt die Verteilung von Lebensmitteln zur Farce, da nicht stattfindend. Brot? Fleisch? wo erhaeltlich?
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  • Kommentar von Reto Blatter  (against mainstream)
    Interessant wie auch hier wieder nicht auf den Hauptgrund eingegangen wird. Unter Mugabe wurden die weißen Farmer ermordet und vertrieben. Diese Farmen stellten die Ernährung für Simbabwe sicher. In Südafrika gehen die Sozialisten und Kommunisten des ANC und EFF in die gleiche Richtung.
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