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Nato und der Iran-Konflikt Europa zögert bei Trumps Ruf nach Truppen

US-Präsident Donald Trump fordert von den Nato-Partnern militärische Unterstützung im Krieg gegen den Iran, um die Strasse von Hormus zu sichern. Die Ölpreise sind wegen der Angriffe auf Tanker weltweit gestiegen. In einem Interview mit der Financial Times droht Trump der Allianz mit einer «sehr schlechten Zukunft», sollte sie ihm die Hilfe verweigern. Unser diplomatische Korrespondent Fredy Gsteiger schätzt die Lage ein.

Fredy Gsteiger

Diplomatischer Korrespondent

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Fredy Gsteiger ist diplomatischer Korrespondent und stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF. Vor seiner Radiotätigkeit war er Auslandredaktor beim «St. Galler Tagblatt», Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» sowie Chefredaktor der «Weltwoche».

Hier finden Sie weitere Artikel von Fredy Gsteiger und Informationen zu seiner Person.

Ist eine europäische Kriegsbeteiligung realistisch?

Ja, das ist vorstellbar, da auch Europa von den steigenden Ölpreisen betroffen ist. Entscheidend sind aber das Wie und das Wann – etwa, ob eine Beteiligung erst nach dem Krieg zur Minenräumung im Persischen Golf erfolgen würde. Klar ist: Ein Nato-Bündnisfall wird nicht ausgerufen. Steigende Benzinpreise sind keine existenzielle Bedrohung für ein Mitgliedsland, die einen solchen Schritt rechtfertigen würde.

Grosses Frachtschiff auf offenem Meer bei der Einfahrt in den Golf.
Legende: Zwar bedrohen die Attacken des Irans die wichtige Strasse von Hormus und damit den internationalen Handel, ein Nato-Bündnisfall ist das jedoch nicht. Reuters/Stringer

Welche Wirkung haben Trumps Drohungen?

Das Drohelement ist eindeutig stärker als die Bitte. Die USA sind aber nicht zwingend auf europäische Hilfe angewiesen, da die Europäer kaum Militärschiffe vor Ort haben. Trump stellt eine Verbindung zum Ukraine-Krieg her: Die USA helfen dort, also sollen die Europäer nun im Iran helfen. Dies zeigt, dass er die Nato und die fundamentalen Unterschiede der beiden Konflikte nicht verstehen will. Der Ukraine-Krieg bedroht die Nato direkt, der Iran-Krieg nicht.

Trump fordert auch China zur Mithilfe auf. Wie dürfte Peking reagieren?

Peking wird sich wahrscheinlich zurückhalten und nicht in diesen Krieg hineinziehen lassen. China dürfte nicht unglücklich darüber sein, dass die USA durch diesen Konflikt im Nahen Osten gebunden sind. Dies lenkt Washington davon ab, sich stärker auf Ostasien zu konzentrieren, was Peking strategische Vorteile verschafft.

SRF 4 News, 16.03.2026, 07:23 Uhr ; 

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